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5ST5AK1 |
Gedenken
an Luis Amplatz und Georg Klotz |
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Zum
Gedenkkreuz unter der Europabrücke / Stubai
Brenner-Autobahn
oder Staatsstraße: Ausfahrt Schönberg Richtung Stubai. Bevor man nach Fulpmes
kommt, vor Telfes rechts ab ins Tal. Auto links oder rechts vom Ruetzbach
stehen lassen. Talabwärts wandern, zunächst eben durch Wiesen, dann aufwärts durch
Wald. Am Gallhof vorbei bis zur Abzweigung Telfer Wiesen und geradeaus weiter,
bis ein großes rot-weißes Schild zu sehen ist. Dort rechts hinunter durch
Fichtenwald bis zum Bach. Hin- und Rückweg vom Schild zur verfallenen Hütte ca.
40 Minuten. Daneben Gedenkkreuz mit verblichenen Schützenbändern.
Ein
paar Stunden muß man einplanen. Wer Zeit hat, kann den dreimal so langen Weg über
Telfes gehen, indem er auf dem Rückweg an der Abzweigung Telfer Wiesen rechts
aufwärts über die Wiesen und dann vor dem Wald links geht. (Pfingsten 2003)
Sepp
Mitterhofer: Ist ihr Opfer umsonst gewesen?
Erhebende
Gedenkmesse 35 Jahre nach dem Attentat auf die Anführer der Südtiroler
Freiheitskämpfer
Der
Weg war steil und glatt nach dem vorangegangenen Regen, doch rund 150 Personen
aus allen Landesteilen fanden im wallenden Nebel von Saltaus, dem Eingang ins
Passeier, hinauf zu den Brunner Mahdern (1567 m). Die weiß-rote Tiroler Fahne
und die grün-weiße Schützenfahne wehten über dem Ort, wo alle fünf Jahre der
Ermordung des Südtiroler Freiheitskämpfers Luis Amplatz gedacht wird. Man sah
viele herzerfrischende Tiroler Gesichter, junge und alte - eine doch immer
seltenere Zierde dieses gottgesegneten Landes - und nur wenige verdächtige
Typen.
Für
festliche Stimmung sorgte die Bläsergruppe Saltaus. Schützen aus dem Burggrafenamt
standen Spalier; jene aus Bozen-Gries, zu denen Luis Amplatz gehört hatte,
fehlten wie immer. Alle Ansprachen zeugten von Mut und Idealismus. Der
Bezirksobmann des Südtiroler Heimatbundes, Roman Öttl, hieß die jungen und
alten Tirolerinnen und Tiroler mit herzlichen Worten willkommen. Im Mittelpunkt
der Feier stand der Gottesdienst, den Pater Rainald Romaner, selbst ein
Schütze, zelebrierte. In seiner Predigt würdigte er das schwere Opfer, das Luis
Amplatz, Georg Klotz und die anderen Südtiroler Freiheitskämpfer für ihr Land
gebracht haben. Er bat um Verständnis für jene Männer, die aus Liebe zu ihrer
Heimat ihrem Gewissen gefolgt seien.
Die
offizielle Heldenehrung nahm der Schützenmajor des Bezirks Burggrafenamt, Hans
Staffler, vor. Er wandte sich gegen Pläne, die von den Faschisten eingeführten
künstlichen italienischen Ortsnamen zu belassen. Auch wenn offiziell beide
Versionen Geltung hätten, so würde man doch im Ausland immer nur Bolzano,
Merano und Burgraviato (für Burggrafenamt) hören.
Noch
mehr politische Brisanz hatte die Rede von Sepp Mitterhofer, dem Bundesobmann
des Südtiroler Heimatbundes, in dem sich die ehemaligen politischen Häftlinge
zusammengeschlossen haben. Er erinnerte zunächst daran, daß Luis Amplatz aus
Gries von einem gedungenen Mörder im Schlaf erschossen wurde. Jörg Klotz kam
mit einer schweren Verwundung davon. Luis Amplatz habe seine Liebe zur Heimat
mit dem Tod seines jungen Lebens bezahlt.
Sepp
Mitterhofer weiter: "Wenn wir den heutigen Trend der Mehrheitspartei in
der Südtirolpolitik analysieren, dann müssen wir uns wirklich fragen, ob der
Opfertod von Luis Amplatz und seinen Kameraden nicht umsonst war. Wenn zum
Beispiel eine Sammelpartei, welche vorgibt, eine von der fortschreitenden
Assimilierung bedrohte und um ihre Identität ringende Volksgruppe zu vertreten,
sich dem Staatsvolk öffnen will, dessen Regierungen uns jahrzehntelang um
unsere Rechte betrogen haben, dann ist die Frage wohl berechtigt, ob die
Anschläge mit all ihren Opfern und Leiden nicht umsonst waren.
Was
nützen uns die vielen Milliarden und der Wohlstand, wenn dabei aber
ausschlaggebende Werte wie Idealismus, der Wille zum Volkstumskampf und die
Tiroler Identität verloren gehen? Auch wir begrüßen den Wohlstand,
wenn er bewußt gelebt wird, aber wenn er zum Schaden eines Volkes gereicht,
dann ist er verwerflich. Wir haben vor bald 40 Jahren für die Wiedervereinigung
Tirols gekämpft und den Kopf hergehalten - und nicht für die Autonomie, wie
Durnwalder voriges Jahr beim 40jährigen Schützenbund-Jubiläum im Meraner
Kursaal behauptet hat. Diese Autonomie ist zwar als Übergangslösung brauchbar,
aber unser Ziel bleibt nach wie vor die Wiedervereinigung Tirols. Wenn aber
unsere Autonomie so gehandhabt wird, daß sich die negativen Seiten des
Wohlstands so auswirken, daß die Tiroler Identität geschwächt wird, dann kann
sich der Milliardensegen zum Fluch eines Volkes auswirken.
Wir
müssen die Flamme der Freiheit hochhalten, es wird wieder eine Zeit kommen, wo
man uns braucht und unsere Zielsetzung einen Wert bekommt, und dann müssen wir
gerüstet sein. Ein altes Sprichwort sagt: "Dem Mutigen gehört die
Welt". Ich will nun mit den sinnvollen Worten abschließen, welche auf dem
Grabstein von Luis Amplatz zu lesen sind:
"Freund,
der Du die Sonne noch schaust, grüß mir die Heimat, die ich mehr geliebt als
mein Leben."
Nach
der Feier rekonstruierte Eva Klotz, Tochter des Schützenmajors Georg Klotz und
Landtagsabgeordnete, an Ort und Stelle den Tathergang. Jörg Klotz lag, wenn man
vom jetzigen Hütteingang hineinschaut, in der linken hinteren Ecke, neben dem
hochgelegenen "Eingang". Rechts hinten schlief Luis Amplatz.
Merkwürdigerweise erinnerte sich Georg Klotz an ein Stimmengemurmel vor der Tat
außerhalb der Hütte. Als er dann aber nach den Schüssen auf Luis Amplatz und
sich selbst durch die Luke floh und herumhorchte, war alles totenstill. Hinter
der Hütte war damals ein Jungwald, und er flüchtete dort hinab. Als die
italienischen Sicherheitskräfte später kamen, feuerten sie in den Abgrund, und
zwar so viele Schüsse, daß nicht einmal eine Maus überlebt hätte, wie Eva Klotz
hörte. Auch in den Balken der Hütte wurden mehrere Kugeln gefunden, und man
weiß nicht, ob sie während des Anschlages oder erst später abgefeuert wurden.
Jedenfalls können die Schüsse aus vier Positionen gefallen sein.
Erst
kürzlich hat Eva Klotz von der Wiener Polizei erfahren, daß auf dem Hemd ihres
Vaters Schmauchspuren gefunden worden. Das würde bedeuten, daß der Täter das
Gewehr Georg Klotz ziemlich dicht an den Leib gehalten hat.
Der
in Abwesenheit in Perugia wegen des Mordes zu 22 Jahren Gefängnis verurteilte
Spitzel Christian Kerbler war in London festgenommen und freigelassen worden,
weil der italienische Auslieferungsantrag zu spät gestellt war. Dann wurde er
angeblich in Südafrika gesichtet - eine Überprüfung der betreffenden Person
brachte allerdings keine Klarheit. Die letzte Nachricht: Kerbler, der auch bei
der französischen Fremdenlegion gewesen sein soll, hat sich angeblich zweimal
in Livorno mit einem deutschen Geistlichen getroffen, den er aus seiner
Pfadfinderzeit* her kennt. Der Monsignore streitet aber diese Begegnungen ab.
Kerbler wird immer noch international gesucht. Mord verjährt nicht.
Eva
Klotz beschrieb auch die abenteuerliche Flucht ihres schwer verwundeten Vaters.
In 43 Stunden, blutend und verfolgt, hatte sich Georg Klotz über Moos, Stuls
und den Schneeberg zur österreichischen Siegerlandhütte durchgekämpft. Leute,
die ebenfalls dort übernachteten, hörten sein Röcheln. Die vom Hüttenwirt
daraufhin verständigte Gendarmerie nahm ihn fest. Er wurde sofort ins
Krankenhaus Wörgl gebracht. Die Kugel wurde ihm dort herausoperiert, was seine
Rettung war.
*
Siehe auch
"Dolomiten", 8.9.1999, Seite 21 Meran, www.dolomiten.it
*
Anmerkung:
Kerbler soll homosexuell sein, und so langsam geht uns der Hut hoch, was sich
alles in Pfadfinderkreisen abspielt; wir denken auch an eine frühere Episode in
Südtirol; Gerichte in Großbritannien und Nordamerika haben den Homosexuellen
den Weg in diese ehrenwerte Vereinigung geebnet, in der bisher der Jugendschutz
hochgehalten wurde; nun dürfen Homosexuelle sogar Kinder und Jugendliche
ausbilden; eine ähnliche Entwicklung bahnt sich in der deutschen Bundeswehr an.
In Innsbruck wurde der 51jährige frühere Pfadfinderführer Robert N. mit
"lätenter pädophiler homosexueller Neigung" (Gerichtspsychiater,
Staatsanwalt) wegen Mordes zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte einen
zwölfjährigen ehemaligen Pfadfinder-Schützling von den Eltern entfremdet und
gefügig gemacht, mit ihm angeblich den gemeinsamen Selbstmord vereinbart und
den Buben beim Selbstmord unterstützt. (Zeitungen vom 13.8.1999 APA)
Amplatz-Mörder
Christian Kerbler darf wieder nach Italien, Österreich und Deutschland
einreisen, ohne verhaftet zu werden. Aufgrund Verjährung. (tageszeitung, Bozen,
Mitte oder Anfang Juni 2003)