ETIKA

Operationszone Alpenvorland:
Fakten I

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5ST5OA1

Südtirol 1943–1945

8.5.2009 – 17.9.2009

Warum verbot Gauleiter Franz Hofer die NSDAP und holte NS-Gegner in die höchsten Ämter?
Engländer glaubten Degasperis Lüge über Südtiroler Polizeibataillon – „Südtirol Wiege des Nazismus“
Teil II: Südtirols Kirche in der NS-Zeit

Der Fall Ellecosta (Anlaß für diesen Artikel)

Es begann mit einer Schlagzeile in der italienischen Tageszeitung “Alto Adige”:

Ellecosta, vicesindaco di Bolzano, insiste: „Fummo liberati dai nazisti nel ´43”. Oswald Ellecosta  ... rifiuto di recarsi al lager ... . “Se proprio dovessimo parlare di liberazione dal punto di vista dei sudtirolesi, allora dovremmo pensare al 9 settembre 1943: quando i tedeschi arrivarono, li accolsero con i fiori”. I nazisti? “I nazisti sono stati criminali, ma dal settembre 1943 qui tornò la cultura tedesca perseguitata dai fascisti.” (Alto Adige, 27.4.2009, pag. 1)

Ellecosta: Deutsche Wehrmacht befreite Südtirol 1943 vom Faschismus. Bozens Vizebürgermeister Ellecosta plädiert für die „historische Wahrheit“. Er weigerte sich, am italienischen Staatsfeiertag 25. April zusammen mit Partisanen an einer Gedenkveranstaltung zur Befreiung vom Faschismus und Nazismus teilzunehmen. Er sagte, die Südtiroler hätten 1943 die Truppen der Deutschen Wehrmacht als Befreier mit Blumen begrüßt. Das Verbot der deutschen Schule, Kultur usw. sei mit diesem Tag aufgehoben worden. Somit sei Südtirol 1943 von den deutschen Soldaten von der faschistischen Unterdrückung befreit worden. Im RAI Sender Bozen stellte Ellecosta klar, daß er sich nicht in die rechte Ecke stellen lasse. Für ihn seien die Nazis Verbrecher. Er sei kein Nazi, im Gegenteil. Denn gerade er habe beim Studium der Unterlagen über die damaligen Geschehnisse (NS-Verbrechen) den Glauben an die göttliche Gerechtigkeit verloren. (27.4.2009 Mittagsmagazin) Schlimm für ihn, aber … Ein Wort zur darauf entstandenen Polemik, die auch mit der Entschuldigung Ellecostas nach einer Aussprache mit dem neuen SVO-Obmann Richard Theiner noch nicht beendet war:

Wissenschaftler differenzieren. Die Südtiroler haben nicht den Nationalsozialisten zugejubelt, die ihnen ja aufgrund des Hitler-Mussolini-Abkommens die unmenschliche Option, die Entscheidung zwischen Auswanderung und Italianisierung auferlegt haben, sondern den Soldaten der Deutschen Wehrmacht. Gauleiter Franz Hofer hat dann zusammen mit dem Oberkommando der Wehrmacht und einigen Italienern bis Kriegsende 1945 in Südtirol das Sagen gehabt. Wer es nicht glaubt, warte aufs Jüngste Gericht. Dann wird der ganze Film noch einmal abgespult werden. Im übrigen steht alles genau in dem objektiven Buch der unabhängigen Historikerin Margareth Lun „NS-Herrschaft in Südtirol - Die Operationszone Alpenvorland 1943-1945“, und erst dieser Tage haben andere Geschichtswissenschaftler ein neues Werk zu diesem Thema vorgestellt. Die Situation war sehr komplex, wie Luns 612 Seiten umfassendes Buch überdeutlich macht.

„Dolomiten“-Chefredakteur Dr. Toni Ebner erinnerte im Konkurrenzblatt „Alto Adige“ an die Verfolgung von „Dolomiten“-Redakteuren durch die Nationalsozialisten und verlangte den Ausschluss Ellecostas aus der Südtiroler Volkspartei, die nach dem 2. Weltkrieg auf der Basis des Antifaschismus und Antinationalsozialismus gegründet worden sei. (29.4.2009) In den „Dolomiten“ selbst hingegen wurde auch der ansonsten umstrittene, aber alles andere denn als Neonazi verdächtige Innsbrucker Zeitgeschichtler Rolf Steininger zitiert: „Aus historischem Blickwinkel habe die Mehrheit der Südtiroler, die großteils auch für Deutschland optiert hatten, den Einmarsch der Wehrmacht als Befreiung gesehen.“ (29.4.2009, S. 24) Was hatte eigentlich Ellecosta gesagt? Und wann veröffentlicht welche Zeitung endlich Bilder vom damaligen Einmarsch der deutschen Truppen in Südtirol? (Die Ausgaben der letzten Woche standen uns leider nicht zur Verfügung.) Wir appellieren an alle Seiten:

Schluß mit allen Geschichtslügen!

Schonungslos die ganze Wahrheit aufdecken! Fast ein Jahrhundert ist seit dem 1. Weltkrieg vergangen, und noch immer wird nach Strich und Faden über dessen Ursachen und Folgen gelogen.

Wer ist für die Teilung Tirols verantwortlich? Man lese dies nach bei Kanonikus Gamper. Dazu auch der Nordtiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer beim Standschützen-Gedenken 1965:

„Wenn auch die Mächtigen der Welt gegen das Recht und gegen den einmütigen Willen des Tiroler Volkes die staatlichen Grenzen anders gezogen haben, wenn so scheinbar der beispiellos heldenmütige Kampf der Tiroler Standschützen und ihrer Kameraden in den Tiroler Bergen vergeblich war, die Stätten, wo sie gekämpft haben und wo sie gefallen sind, bleiben nach wie vor die unverrückbaren wirklichen Grenzen Tirols. …“

Auch in der Politik wird wie fast nur noch gelogen. Aktuelle Beispiele: Auto- und Finanzkrise.

Da alle Lügen früher oder später als solche erkannt werden, ist es besser, von Anfang an bei der reinen Wahrheit zu bleiben. Wenn jemand zu 99 % die Wahrheit sagt und in 1 % lügt, glaubt man ihm die 99 % auch nicht mehr. Man braucht sich deshalb nicht zu wundern, wenn …

Wenn Wahrheit und Gerechtigkeit weiter mit Füßen getreten werden, wird es nie Frieden geben, sondern Bürgerkrieg, Gemetzel, Chaos. Und alle, die lügen, werden in der 3. Hölle landen. Einteilung der Hölle in dem Roman von Vicente F. Delmonte: „Jedem nach seinen Taten“.

Operationszone Alpenvorland: Fakten (Hauptquellen „Dolomiten“, Lun, Parteli, Latour, Marzari)

Vorgeschichte in einer Nußschale:

„Nach der Volkszählung von 1910 lebten dort (in Südtirol) neben 224.000 deutschsprachigen und 16.000 ladinischen Tirolern nur wenig mehr als 6000 Italiener.“ (Eduard Reut-Nicolussi in einem Brief an Italiens Außenminister Alcide Degasperi, zit. von Michael Gehler in einer Festschrift „10 Jahre Freundeskreis für die Universität Innsbruck“, 1995, S. 35)

1915: Adriano Colocci-Vespucci veröffentlicht im „Archivio per l´Alto Adige“ von Ettore Tolomei den ersten Umsiedlungsplan, „um die deutschen Einmengsel auszusiedeln und über den Brenner zurückzutreiben“. (Marzari 77). Am 27. Oktober 1918 beauftragt die italienische Regierung den Deutschenhasser Ettore Tolomei, Südtirol zu italianisieren (s. Parteli 15). Nach dem Waffenstillstand vom 4. November 1918 rücken italienische Truppen nach Südtirol vor. Südtirol ist Teil Österreichs bis zum Vertrag von St. Germain am Ende des Ersten Weltkrieges. US-Präsident Woodrow Wilson verkündet 14 Punkte von der Selbstbestimmung der Völker und vom gerechten Frieden, wobei er mit Südtirol gleich die erste Ausnahme macht. Italien annektiert infolgedessen Südtirol endgültig am 10. Oktober 1920.

Benito Mussolini sagte am 26.5.1927 in seiner „Himmelfahrtsrede“ vor der Abgeordnetenkammer unter anderem:

„Lassù non c´è che una minoranza di italiani che parlano un dialetto tedesco come lingua d´uso, e lo parlano solo da mezzo secolo.” (“Il discorso dell´Ascensione”, Camera dei deputati, 26 maggio 1927, zit. Marzari 408)

“Dort gibt es nur eine Minderheit von Italienern, die einen deutschen Dialekt als Umgangssprache reden, und sie sprechen ihn erst seit einem halben Jahrhundert.”

Nach dem Lügner der Verräter: Adolf Hitler verzichtet im 13. Kapitel von „Mein Kampf“ auf Südtirol und äußert sich mehrfach abfällig über das deutschsprachige Land, zum Beispiel bei einer Wahlrede am 17. April 1928:

„ … wenn ein Andreas Hofer aufsteht, soll er sich hüten, daß er auf der Flucht nicht nach Deutschland kommt, sonst wird er verhaftet und ausgeliefert“ (Hitlers zweites Buch, erschienen erst 1961, zit. Marzari 79).

Offenbar im selben Jahr: „Auch Kronprinz Friedrich von Hohenzollern warnte nach einer Audienz bei Mussolini davor, den Duce stets wegen der Tirolerfrage anzugreifen, auch wenn er rein menschlich Mitleid mit den Tirolern habe.“ („Dolomiten“ 9.9.2003 Ludwig Walther Regele) Hermann Göring hatte schon im November 1924 erklärt, die Nationalsozialisten würden ein für alle Mal auf Südtirol verzichten, wenn sie italienische Kredite erhielten. („Dolomiten“ 9.3.2006 „Auf Südtirol um Silberlinge verzichtet“)

Am Vorabend seines Einmarsches in Österreich schrieb Hitler an Mussolini:

„Was immer auch die Folge der nächsten Ereignisse sein möge, ich habe eine klare deutsche Grenze gegenüber Frankreich gezogen und ziehe jetzt eine ebenso klare gegenüber Italien. Es ist der Brenner. Diese Entscheidung wird niemals weder in Zweifel gezogen noch angetastet werden. Diese Entscheidung habe ich nicht im Jahre 1938 vorgenommen, sondern sofort nach der Beendigung des großen Krieges, und niemals habe ich daraus ein Geheimnis gemacht.“ (Hitlers „Testament“ im Palazzo Venezia, Dok. 352, veröffentlicht von den „Dolomiten“ am 22.8.1959 unter der Überschrift „Wir Südtiroler bleiben die Geprellten – Wie die Faschisten die Nazis überspielten“)

„Sud Tirolo agli italiani“. Firmato Hitler. Così scrive il futuro dittatore in una pagina del suo secondo libro.” (Corriere della Sera, 14.8.2003)

Hitler wollte – wir zitieren aus dem „Spiegel“ 10/1964, S. 48f - die „Südtiroler nach der Krim aussiedeln (2.7.1942, abends): in klimatischer und landschaftlicher Hinsicht sei die Halbinsel für die Tiroler durchaus geeignet, ja sogar besser als die bisherige Heimat. Transportmäßig gebe es keine Schwierigkeiten: ,Sie brauchten ja nur … die Donau hinunterzufahren, dann seien sie schon da.´ Es bestünden also ,weder physisch noch psychisch besondere Schwierigkeiten“ – das ist ein geradezu entsetzlicher Satz: hier werden in der Phantasie eines konsequenten Menschenzüchters Menschen, die mit allen Fasern ihres Herzens an ihrer Heimat hängen, wie Arbeitsbienen in einen Bereich transplantiert, in dem sie für das ,große Ganze´ ebenso rentabel wirken konnten wie in dem Raum, in dem ihre Vorfahren seit Urzeiten saßen, in dem sie jetzt aber ,störten´.“ (Prof. Dr. Percy Ernst Schramm: Adolf Hitler, Anatomie eines Diktators, 5. Und letzte Fortsetzung, Seite 48 und 50) Auf Seite 52 folgt dann der ganze Südtirol-Passus aus Hitlers Tischgesprächen:

„Beim Abendessen erzählte der Chef, daß er eine Denkschrift des Gauleiters Frauenfeld über die Lösung der Südtiroler Frage gelesen habe. Frauenfeld mache den Vorschlag, die Südtiroler geschlossen nach der Krim zu verbringen und dort anzusiedeln. Damit werde das alte Streitobjekt mit Italien ein für allemal begraben. (Anmerkung des Spiegel: Alfred Frauenfeld war zum Gauleiter von Taurien (einschließlich der Krim) ernannt worden.)

Er halte den Vorschlag für außerordentlich gut. Denn kaum irgendwo auf der Erde habe sich ein Volkstum durch die Jahrhunderte besser gehalten als auf der Krim. Sowohl die Tataren als auch die Goten seien lebendige Beispiele dafür. Er glaube auch, daß die Krim in klimatischer und landschaftlicher Hinsicht für das Südtiroler Volkstum durchaus geeignet sei. Außerdem sei sie – mit dem jetzigen Siedlungsgebiet der Südtiroler verglichen – ein Land, in dem Milch und Honig fließe …“ (Der Spiegel, 10/1964, S. 52)

(Ironische Anmerkung ETIKA: Warum gilt Hitler bei den Südtiroler Neonazis nicht als Volksverräter, und warum wird er eigentlich von den Neufaschisten angegriffen? Verkehrte Welt. Die Ludendorffer werden natürlich sagen: Wir haben es immer schon gewußt; aber sie …)

Als aufrechter Gewissensmann gilt bei vielen wegen seines England-Friedensflugs Rudolf Heß, der Stellvertreter Adolf Hitlers, der dann nach jahrzehntelanger einsamer Haft umkam. Wo hatte er aber sein Gewissen, als er im Juni und November 1938 ein Verbot an „alle Parteigenossen und SA-Kameraden“ richtete, sich für Südtirol einzusetzen oder Propaganda zu machen: „Rücksichtslose Entfernung aus der Partei und strafrechtliche Verfolgung werden den Beteiligten für die Zukunft jede Lust nehmen, sich über wohlbegründete Entscheidungen des Führers hinwegzusetzen.“ („Tiroler“, Dokumentation 54/2008, S. 6, unter Bezug auf Steininger-Pitscheider: Tirol und Vorarlberg in der NS-Zeit, Innsbruck, 2002, S. 195f) ETIKA-Kommentar: Rudolf Heß ein Volksverräter, ein antichristlicher Pseudo-Märtyrer! Ehre, wem Ehre gebührt, aber nicht den Unehrenhaften.

Umsiedlungsabkommen Hitlers mit seinem Lehrmeister Mussolini am 23. Juni 1939, unterzeichnet in Berlin (Option). Im September 1939 Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die faschistische Terrorherrschaft in Südtirol dauert bis 1943. 10. Juli 1943 Landung der Engländer und Amerikaner auf Sizilien. 25. Juli 1943: Der Hohe Faschistische Rat setzt Mussolini ab und ernennt Marschall Pietro Badoglio zum Nachfolger in der Regierung.

Wehrmacht von Südtirolern „stürmisch begrüßt“

Die „Dolomiten“ selbst berichteten am 6.9.2003, unter einem Bild mit jubelnden Frauen neben einmarschierenden Soldaten in den Bozner Lauben: „Mit Jubel, Blumen und Fähnchen wurden die deutschen Truppen am 8. September 1943 in Südtirol empfangen. Ein Teil der Südtiroler sah in ihnen die Befreier aus der italienischen Zwangsherrschaft. Schon bald zeigte sich aber, dass diese Hoffnungen völlig falsch waren: Mit grausamer Härte rächte sich die deutsche Besatzung vor allem an den Umsiedlungsgegnern: Viele landeten in Konzentrationslagern. Und die ,Dolomiten´ wurden verboten.“ (stu)

„Nach dem Sturz Mussolinis im Juli 1943 und dem im September vollzogenen Frontwechsel Italiens unter der Regierung Badoglio rückte die deutsche Wehrmacht über den Brenner vor. Die Truppen wurden von der Bevölkerung als Befreier aus italienischer Zwangsherrschaft freudig bis stürmisch begrüßt. Allgemein erwartete man sich nun den Anschluß an Deutschland und damit die Wiedervereinigung Tirols.“ (Forcher 236f)

Wehrmacht rückt in Südtirol ein: Teile der 44. Infanteriedivision „Hoch- und Deutschmeister“ des II. Armeekorps und die 136. Gebirgsjägerbrigade „Doehla“ rücken Ende Juli 1943 über den Brenner in Südtirol ein. Sie werden „von vielen Südtirolern stürmisch begrüßt“ (OP in den „Dolomiten“, Datum am Schluß).

„Für die am 3. August durchziehenden deutschen Einheiten wurden in einzelnen Dörfern – etwa in Branzoll, Auer, Neumarkt und Salurn – unter der Regie der Arbeitsgemeinschaft der Optanten für Deutschland eigene ,Labestellen´ errichtet, wo einheimische Mädchen Wein, Obst und Zigaretten verteilten. Aber auch sonst wurden von Privaten Geschenke und andere Aufmerksamkeiten an deutsche Soldaten gereicht.“ (Lun 39)

Waffenstillstand zwischen Italien und Alliierten von Cassibile, Sizilien, am 3. September 1943, bekannt gemacht am 8. September. Danach Entwaffnung der italienischen Truppen in Südtirol am 9. September durch Teile der 44. Division und die SS-Leibstandarte „Adolf Hitler“. Die einmarschierenden deutschen Truppen wurden auch diesmal „von den Südtirolern stürmisch begrüßt und als ,Befreier´ willkommen geheißen“. (OP)

Margareth Lun veröffentlicht in ihrem Buch auf Seite 53 drei Fotos mit folgendem Bildtext: „Der Einmarsch der Deutschen Wehrmacht am 9. 9. 1943 – hier auf der Rentscherstraße bei Bozen: Die Soldaten werden von Südtirolern mit Blumen und Erfrischungen begrüßt und als ,Befreier´ gefeiert.“

Ebenso Walther Amonns guter Bekannter Ruedl: „Weitere eintreffende deutsche Truppen zogen durch die Stadt (Bozen) und wurden von der Bevölkerung jubelnd begrüßt.“ (Marzari 122)

„Am 9. September 1943 hatte ein Großteil der einheimischen Bevölkerung die einmarschierenden deutschen Truppen jubelnd begrüßt und festlich empfangen … In der Folge arbeiteten wohl einige Südtiroler mit den Deutschen eng zusammen, und zwar erstrangig in der Hoffnung, auf diese Weise eine Revision der Berliner Südtirolpolitik erreichen zu können …“ (Parteli 405f)

„Die meisten Südtiroler erleben diese Tage im September 1943 als Befreiung von der faschistischen Gewaltherrschaft, auch wenn ein Regime nur das andere Regime ablöst.“ (Obwegs 19)

„Bald war in Bozen von der italienischen Herrschaft nichts mehr übrig als einige Straßentafeln und Geschäftsschilder. Die Mehrheit der Südtiroler war fest davon überzeugt, daß das Gebiet nie mehr an Italien kommen würde: Gewann Hitler den Krieg, würde er es behalten; verlor es ihn, so würden es die Alliierten an Österreich zurückgeben.“ (Latour120 unter Verweis auf Dagens Nyheter, Stockholm, 19. April 1944, zitiert in News Digest 1428, 22. April 1944)

Einzelheiten

Territorium: Hitler erklärt am 10. September 1943 die Provinzen Bozen, Trient und Belluno zur Operationszone Alpenvorland. Italienische Gebietshoheit bleibt formell erhalten, damit auch die Brennergrenze. Dort aber keine Ausweispflicht mehr (Parteli 393). Es dürfen nur deutsche Fahnen gehißt werden (Latour 120). Deutsche Zollkontrolle bei Borghetto (österreichische Grenzstation von 1914 laut Latour 120). Das Südtiroler Unterland sowie (das ladinische) Buchenstein und Cortina d´Ampezzo werden Südtirol eingegliedert. Zu Südtirol kamen 1943: Branzoll, Kurtatsch, Neumarkt, Margreid, Montan, Auer, Salurn, Tramin, Truden, Aldein, Lusern, Ortsteil Anterive der Gemeinde Capriana, Unsere Liebe Frau im Walde, Palei, St. Franz-Floruz, Hereut, Laurein von der Gemeinde Rumo, Proveis, St. Felix von der Gemeinde Fondo, St. Felix-Floruz. (Schreibweise der Liste des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums, Stabshauptamt, Berlin, Dezember 1940, zit. v. Latour 127f) Am 12. September 1943 wird Mussolini vom Gran Sasso befreit und errichtet später die „Repubblica Sociale Italiana“ von Salò am Gardasee.

Führung: Die Operationszone Alpenvorland wird „von deutschen Militär- und Zivilbehörden verwaltet“ (Forcher 237). Der Gauleiter von Tirol-Vorarlberg und Reichsstatthalter Franz Hofer ist Oberster Kommissar. Er schien entschlossen, „so deutlich wie nur möglich zu demonstrieren, daß die ,Operationszone Alpenvorland´ jetzt in jeder Weise ein Teil des Deutschen Reiches sei“ (Latour 119). „Wie nicht wenige andere von Hitlers Gauleitern schaltete und waltete Hofer in Südtirol mehr oder weniger nach eigenem Gutdünken und führte sich als absoluter Monarch in ,seinem kleinen Königreich´ auf, wie SS-Obergruppenführer Berger sarkastisch in einem Brief an Himmler schrieb (Latour 121 unter Verweis auf Brief vom 19. Okt. 1943; Akten Pers.StabRFSS/EAP 161-b-12/337). Unter dem Pseudonym „X“ widmete ihm der frühere „Dolomiten“-Chefredakteur Josef Rampold folgenden Absatz: „Hofer war einer der widerlichsten Vertreter der braunen Herrschaft. Außerdem war Hofer schlau – er hatte es verstanden, im letzten Augenblick auf die richtige Seite zu wechseln, was den Amerikanern (und seinen Landsleuten) ein Blutbad erspart hat: das haben ihm die Amerikaner nicht vergessen.“ („Dolomiten“, leider kein Datum, Nr. 78, S. 6; für Detektive: in jenem Jahr wurde mit dem Bau des Hauses der Familie in Lichtenstern am Ritten begonnen.) Franz Hofer wurde laut Rampold zu relativ kurzer Haft verurteilt und lebte dann als „angesehener Bürger“ in der Bundesrepublik. Offenbar gehörte Franz Hofer der richtigen Verbindung an und hatte Rückendeckung bei den Mächtigen dieser Erde.

Militärbefehlshaber ist vom 10.10.1943 bis 1.9.1944 Joachim Witthöft, General der Infanterie.

Zum Präfekten und Volksgruppenführer von Südtirol ernennt Franz Hofer Peter Hofer. Margareth Lun charakterisiert ihn wie folgt: „Hofer, der 1905 in Kastelruth geboren wurde, wuchs im Sinne einer katholisch-nationalen Gesinnung, wie sie vor allem Kanonikus Michael Gamper vertrat, auf. So war er ab 1928 Mitglied im katholischen Jugendbund und zugleich in der Jugendgruppe ,Nibelung´. Als man … nach einem gemeinsamen politischen Weg zur Existenzsicherung der deutschen und ladinischen Volksgruppe suchte, wurde Peter Hofer Kreisleiter des illegalen Völkischen Kampfringes Südtirol in Bozen … Landesführer … 1940 wurde Peter Hofer geschäftsführender Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Optanten für Deutschland (AdO) und damit direkter und alleiniger Ansprechpartner der deutschen Volksgruppe in Südtirol. Hofer wird von seinen Zeitgenossen, die bis heute ihre Sympathie für diesen ,Mann aus dem Volk´ weitgehend durchklingen lassen, als einfacher Mann charakterisiert. … Peter Hofer fühlte sich .. als Volksgruppenführer in seinem Element, als Präfekt … aber völlig fehl am Platz.“ (Lun 111) Peter Hofer kommt am 2. Dezember 1943 ums Leben, als er in der Pause zwischen anglo-amerikanischen Bombenangriffen in der Bozner Weggensteinstraße nach Verletzten sucht. Unter den 72 Kränzen an seinem Grab war auch einer des japanischen Regierungschefs. Später mehr über ihn.

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Noch heute steht sein eisernes Grabkreuz auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde (vorne rechts, zugeklappt).
Foto wird nur aus dokumentarischen Gründen veröffentlicht, nicht zwecks Verherrlichung; wird später zurückgezogen. Bild: Rainer Lechner

Verwaltung: Südtirol wird „unter reichsdeutsche Verwaltung gestellt“ (Obwegs 19). Italienische Bürgermeister werden in der Regel durch deutsche ersetzt. Gauleiter Franz Hofer hat sich „sehr darum bemüht, in die höchsten Verwaltungsämter im Lande z. T. profilierte Antifaschisten zu holen“ (OP), zum Beispiel „NS-Gegner“ Karl Tinzl (Parteli 394), christlich-sozialer Parlamentsabgeordneter, als Nachfolger von Präfekt Peter Hofer sowie Fritz Führer und Karl Erckert als Amtsbürgermeister von Bozen und Meran. Alle drei wurden am Kriegsende „wegen ihrer antinationalsozialistischen Einstellung sogar für ein paar Tage im Konzentrationslager von Bozen beziehungsweise im Gefängnis interniert“ (Parteli 394). Karl Erckert war dann von 1948 bis 1956 Landeshauptmann.

Bormann und Hitler lehnen Antrag Franz Hofers auf Einverleibung Südtirols ab: „Mit seinen Wünschen einer Annexion setzte sich auch Gauleiter Hofer in Berlin nicht durch.“ (Forcher 237) War es die dunkle Eminenz (ETIKA: wir erinnern an die esoterischen Ursprünge des Nationalsozialismus, Himmler, Heß etc.) in der Reichskanzlei, die dafür verantwortlich zeichnete? Franz Hofer beschwor Hitler telegraphisch um sofortige Einverleibung Südtirols, worauf Reichsleiter Martin Bormann, Hitlers rechte Hand, am 11. September 1943 antwortete:

„… müssen ... die Auswirkungen auf die Weltmeinung erwogen werden. … Wir müssen ferner die Wirkung unserer Maßnahmen auf die Bevölkerung im gesamten italienischen … Raum erwägen, die wir politisch sicherlich nicht in die Hand des Feindes treiben wollen. Wir müssen …weiterhin die Wirkungen  auf die Italiener in Erwägung ziehen, deren wir in höchstmöglichem Grade zur Ergänzung unserer Arbeitskräfte in Deutschlandbedürfen. Unser Arbeitsmangel überschreitet bereits eine Million. Es ist ein Unterschied, ob ich willige oder zum mindesten verärgerte Arbeiter habe … Schließlich müssen wir die Wirkungen unserer Maßnahmen auf die faschistische Regierung erwägen …“ (zit. in Latour 116f)

Gauleiter Franz Hofer fand jedoch „nicht wenige Verbündete, darunter auch (Reichspropagandaminister) Goebbels“ (dessen Tagebucheintragung vom 13. September, s. Latour 117).  Hitler legte dann, unterstützt von Ribbentrop und dem neuen Italienbotschafter Rudolf Rahn, „als Linie fest: Eine förmliche Annexion italienischen Gebietes sollte unterbleiben, um Mussolinis Wiederherstellung des Faschismus in Italien nicht zu desavouieren“ (Latour 117 unter Verweis auf Rahn 1949, S. 235).

Währung, Steuern, Wirtschaft: Italienische Währung gilt weiter. Die faschistische Regierung in Salò behält den Fiskus in der Hand (Latour 122). Den „Dolomiten“ vom 11.5.2009, S. 14, entnehmen wir folgende Nachricht: „Die Deutsche Wehrmacht erteilte (dem Brixner Unternehmer Julius) Durst im Krieg, unter strengster Geheimhaltung, einen Großauftrag über Beobachtungskameras und rüstete damit die Aufklärungsflugzeuge der Marke Messerschmitt aus.“ Mehr über die Wirtschaft allgemein bei Lun.

Sprache: Deutsche Sprache wieder gleichberechtigt (Forcher 237). Verordnungen erscheinen deutsch und italienisch. Die angestammten deutschen und ladinischen Orts- und Flurbezeichnungen werden wieder eingeführt, die italienischen Übersetzungen gelten aber auch noch.

Option: „Die Auswanderung aus Südtirol kommt endgültig zum Stillstand, ja teilweise erfolgt schon eine stille Rückwanderung nach Südtirol.“ (Obwegs 19) Vorgeschichte: „Hitler und Mussolini, Südtirol steht der Freundschaft der beiden Diktatoren im Weg. Deshalb werden die Südtiroler vor die Entscheidung gestellt, auszuwandern und deutsch zu bleiben oder italienisch zu werden und sich dem faschistischen Regime anzupassen. Bis zum 31. Dezember 1939 haben sich in der ,Provinz Bozen´ 166.488 Südtiroler (86 Prozent der gesamten Bevölkerung) und 16.172 Volksdeutsche aus den Provinzen Trentino, Udine und Belluno für die Abwanderung in das Deutsche Reich entschlossen.“ (Obwegs 19) Wer Südtirol kennt, das schönste Land auf Erden, muß zugeben, daß es geradezu diabolisch war, die hier lebende bäuerlich geprägte, tief religiöse Bevölkerung vor eine solche Entscheidung zu stellen. Beide Herrschaftssysteme bewiesen damit ihren verbrecherischen Charakter (was nicht besagt, daß es heute keine verbrecherischen Herrschaftssysteme mehr gibt).

Parteienverbot: Gauleiter Hofer verbot sowohl die faschistische Partei als auch die NSDAP und alle anderen Parteien. ETIKA-Meinung: Gibt dies niemandem zu denken? Wie konnte er es wagen, die NSDAP zu verbieten? Weil er mehr wußte und bereits mit an der Neuen Weltordnung bastelte. Warum erwähnt niemand, daß ihm ein solches eigenmächtiges Verbot in der NS-Diktatur doch die Todesstrafe hätte einbringen können. Franz Hofer muß die Rückendeckung durch Hitler oder Hitlers Hintermänner gehabt haben, die ja das ganze Deutschland-Projekt von 1920 an gesteuert haben – mit den heutigen Folgen. Wir warten gespannt auf die Aussagen von Bormann, Hitler, Himmler und Heß beim Jüngsten Gericht, denn dann wird die ganze Verschwörung zur Vernichtung Deutschlands restlos aufgedeckt werden. (Vernichtung Deutschlands? Man braucht nur das Fernsehen einzuschalten oder die Bild-Zeitung aufzuschlagen oder durch die Straßen einer Großstadt zu gehen …) Tatsache ist, daß es weit Mächtigere gibt als Hitler oder Saddam Hussein, einen amerikanischen oder russischen Präsidenten, und daß diese nur Befehle ausführen. Womit wir bei unserer Theorie von den Antichristen wären. Genaueres in dem Buch von Benson „Der Herr der Welt“ und im Roman von Vicente F. Delmonte „Jedem nach seinen Taten“.

Zeitungen: Schon am 9. September 1943 wird die Verlagsanstalt Athesia besetzt. Die „Dolomiten“ werden verboten. Chefredakteur Msgr. Rudolf Posch und – wenige Wochen später - Friedl Volgger, zugleich erster Obmann der Widerstandsgruppe Andreas-Hofer-Bund, werden als „Dableiberpropagandisten“ (Parteli 407) verhaftet. Die Athesia muß ihr Buch- und Papierlager an einen von den Nationalsozialisten gegründeten Verlag verkaufen und ihre Immobilien und Maschinen an diesen verpachten, bekommt aber keinen Pachtzins. Posch war den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge; erstaunlicherweise hatte sich der in Trient geborene sprachenkundige Geistliche gut mit dem gefürchteten faschistischen Präfekten Mastromattei verstanden. Der am 9. September 1943 verhaftete Posch kam über Innsbruck (wo er bis April 1944 in der Haftanstalt in der Wurnigstr. 16 blieb) und Landshut (Ritter-von-Epp-Str. 44) am 24. Juni ins Konzentrationslager nach Dachau, wo er als Nummer 74668 im Block 26/2 untergebracht war. („Dolomiten“ 10.9.1987 Elmar Oberkofler). Fürstbischof Geisler setzte sich nachdrücklich, aber vergebens für Poschs Enthaftung ein. („Dolomiten“ 26.1.2001 Elmar Oberkofler, Südtirol in Wort und Bild, 1989) Aus jener Zeit datiert „der gefährlich hohe Blutdruck“ („Dolomiten“ 12.12.1998 Othmar Parteli), der ihm dann bei seiner im Juni 1945 wieder aufgenommenen Arbeit zu schaffen machte. Er erlag im Bozner Athesia-Haus Museumstr. 42 am 9.12.1948 einem Schlaganfall. Friedl Volgger, der ebenfalls ins KZ Dachau kam, wurde später Senator in Rom; er starb 1997. An der Flucht von Kanonikus Gamper wirkte auch Vinzenz Oberhollenzer wesentlich mit; er redigierte 1985 noch den „Volksboten“ und stellte die Weltrundschau des Reimmichl-Kalenders zusammen, bis diese für eine längere Zeitspanne vom Verfasser übernommen wurde.

Kanonikus Michael Gamper, der bei der Option für das Dableiben statt für das Auswandern ins Deutsche Reich geworben hat (Anmerkung ETIKA: Die Geschichte hat ihm recht gegeben), flieht auf den Ritten ins Pfarrhaus von Wangen. Daß Gamper von den Nationalsozialisten als „Volksfeind Nr. 1“ angesehen wurde, fand Marzari nur in der Zeitung „Die österreichische Furche“ vom 5.2.1955. Der Abwehroffizier Franz Pellet inszeniert mit Hilfe weiterer Geheimdienstler sowie Wehrmachtsangehöriger die gefahrvolle Flucht des in eine Wehrmachtsuniform gekleideten Gamper nach Padua und Florenz, wo er im Priesterheim „Convitto ecclesiastico San Leonardo“ lebte und Hunger litt, weil er keine Lebensmittelkarten besaß (Ebner/Flies 81). Marzari beschreibt die Flucht ausführlichst in seinem Standardwerk, ebenso Toni Ebner jun. in der „Dolomiten“-Gedenkausgabe vom 7.2.1985 mit dem Untertitel: Männer der Deutschen Abwehr retteten M. Gamper vor der Gestapo. Gampers Appell an die Alliierten nach der Wiedervereinigung Südtirols mit Österreich (bei Marzari abgedruckt von S. 303 bis 419) verhallt unerhört. Wir zitieren Marzari:

„… schlägt Gamper den Alliierten die einzige gerechte Lösung der Südtirolfrage vor: Wiedervereinigung des Landes vom Brenner bis Salurn mit Österreich, weil Salurn eine natürliche Grenze und ,eine klar erkennbare nationale Linie´ zwischen Deutschen und Italienern darstellt. Falls wider Erwarten eine Wiederherstellung Österreichs nicht erfolgen sollte, machte Gamper folgenden Eventualvorschlag: ,Die Errichtung eines von anderen Staaten unabhängigen Tirol als neutraler Freistaat nach Art der Schweiz´. Schließlich verlangt der Bittsteller, daß dem Südtiroler Volk endlich die Möglichkeit gegeben werde, sich durch eine Volksabstimmung über seine Zukunft auszusprechen´.“ (Marzari 133)

Die Denkschrift Gampers schließt mit folgendem Appell:

„Aus der unbeschreiblichen seelischen Not heraus, in die die 25jährige Fremdherrschaft beispiellose nationale Unterdrückung und die Vertreibung von 80.000 ihrer Mitbürger aus der Heimat die Südtiroler gebracht hat, wenden sich diese mit der vorliegenden Denkschrift, Rettung suchend und vertrauensvoll an die Alliierten.“ (Marzari 133)

Es war wieder die falsche Adresse. Die Denkschrift in drei Sprachen wurde „in 150 Exemplaren an verantwortliche Politiker der Siegermächte verteilt. Die Vertreter der Außenminister der vier Großen (USA, Großbritannien, Sowjetrußland und Frankreich) lehnten nach längerem Tauziehen eine Volksabstimmung in Südtirol und damit eine Änderung der Brennergrenze ab.“ („Volksbote“ 7.2.1985)

Später nannte Gamper einmal die wahren Schuldigen für die Teilung Tirols. Gamper starb im April 1956. Der Priester Marzari würdigt ihn wie folgt: „Kanonikus Gamper war ein ganzer Tiroler: ihm galten Glaube, Heimat und Volkstum als unaufgebbare und heilige Werte. Möge das mutige und selbstlose Leben Gampers … uns Heutige anspornen, für diese Werte in Südtirol zu leben und zu kämpfen.“

Wie man zu sagen pflegt, hätte sich der Kanonikus im Grabe herumgedreht, wenn er am 23. April 2009 um 17.09 Uhr im RAI Sender Bozen den GröBaZ Reinhold Messner hätte sagen hören: „Südtirol wird nie mehr ein deutschsprachiges Land sein und soll es auch gar nicht sein.“ Und nicht nur Gamper, sondern auch viele der Widerstandskämpfer von der Etsch bis an den Belt, um nur den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler zu nennen; dieser hatte 1941 in einem Friedensplan für die britische Regierung geschrieben, Südtirol müßte an Deutschland fallen. Es sei „eine bevölkerungspolitische Infamie gewesen, dieses Land an Italien fallen zu lassen. („Dolomiten“ 7.2.1995)

Tolomei: Der faschistische Senator Ettore Tolomei, ein Chauvinist der Extraklasse, der die deutschen Ortsnamen verfälscht hatte, wird am 9./10.9.1943 in Glen bei Montan im Unterland verhaftet und ins KZ Dachau gebracht: Später bekommt er eine Vorzugsbehandlung im Thüringer Wald. Sein beschlagnahmtes Archiv ist verschollen. (Parteli 396)

Trentino: Übrigens scheint Franz Hofer im Trentino bei manchen Italienern auf Sympathien gestoßen zu sein. Der Historiker Carlo Romeo berichtete: „… nel Trentino Hofer poteva far leva su nostalgie tirolesi e su aspirazioni autonomistiche che erano sempre state frustrate dal fascismo“. (FF, Bozen, Nr. 36/1993, Die Illusion der Befreiung, Arrivano i tedeschi! „Zona di Operaziono delle Prealpi“)

Widerstandsbewegung: Auf italienischer Seite existiert das „Comitato di Liberazione Nazionale“ (CLN), während der Andreas-Hofer-Bund (AHB) für die Rückkehr zu Österreich eintritt. Nach der Verhaftung Friedl Volggers führt Hans Egarter diese Widerstandsbewegung, die mit den Alliierten in Verbindung trat. Ihre Partisanentätigkeit soll sich „auch gegen Südtiroler Soldaten gerichtet haben“ (Parteli 411).

Kultur: Deutsches Kulturleben wird neu belebt, deutsche Schule ersteht wieder als Vormittagsschule, Vereinstätigkeit konstituiert sich neu. (Parteli 414) Lun behandelt auch dieses Thema ausführlich. Unter anderem widmet sie ein Kapitel der Kulturkommission „SS-Ahnenerbe“, doch erstaunlicherweise haben wir nirgends den Namen Quellmalz entdeckt. Dieser hatte – freilich schon vor Errichtung der Operationszone Alpenvorland - ganz Südtirol abgereist und das Volksmusikgut auf Tonträgern festgehalten. Heute besinnt man sich wieder auf ihn, und zum Glück werden die Schätze von damals nach und nach wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es gab also auch SSler, die Gutes taten. Wer echte Volksmusik liebt, wird an den Originalaufnahmen seine Freude haben. Zum Beispiel: Thomas Nußbaumer (Hrsg.): Bäuerliche Volksmusik aus Südtirol 1940–1942. Originalaufnahmen zwischen NS-Ideologie und Heimatkultur. Doppel-CD mit umfassendem Begleitbuch. StudienVerlag, Innsbruck, 2008. Und: Franz Kofler und Walter Deutsch: Tänze und Spielstücke aus der Tonbandsammlung Dr. Alfred Quellmalz 1940-42. Mit Hörbeispielen auf CD. Böhlau Verlag Wien, Köln, Weimar, 1999.

Militärdienst, Polizei, SS: „Bereits am 9. September waren die wehrtüchtigen Volksdeutschen des Gebietes zur Hilfspolizei eingezogen worden, dem sogenannten „Selbstschutz“, und hatten Befehl erhalten, in den Städten zu patrouillieren, den deutschen Soldaten in jeder Form behilflich zu sein, und ,widerspenstige´ italienische Offiziere aufzustöbern“ (Latour 119). Franz Hofer will den „Selbstschutz“ in seine Tiroler Standschützenorganisationen einbauen, doch Peter Hofer stellt sich (äußerst verhängnisvoll!) auf die Seite von SS-Chef Heinrich Himmler, der den „Selbstschutz“ bzw. Südtiroler Ordnungs-Dienst SOD (unterschiedliche Angaben in unseren Quellen) der SS eingliedern will. Die SS setzt sich durch. „Jüngere Männer wurden in gewisse Einheiten der SS gezwängt, und die neu geschaffenen Polizeiregimenter Brixen und Schlanders dem SS-Obergruppenführer Karl Wolff unterstellt.“ (Parteli 400) Eine der Aufgaben: Abwehr der Partisanen in der Operationszone Alpenvorland.

Viele Südtiroler werden von der Wehrmacht eingezogen und müssen an eine der vielen Fronten. Dazu Parteli (406): „Vorderhand aber wurden die Südtiroler ausnahmslos und vielfach unter Androhung der Todesstrafe dazu gezwungen, im deutschen Heer zu dienen. Viele der wehrtüchtigen jungen Männer Südtirols kamen auf diese Weise kurzerhand zur Hilfspolizei, den sogenannten Selbstschutz, der seinerseits sehr bald weitgehend unter die Kontrolle der SS geriet, was die innere Gegnerschaft der Bevölkerung zum NS-Regime verständlicherweise stark förderte.“ Am 1. Februar 1944 wird die Polizei auf das Deutsche Reich angelobt. (Parteli 393)

Übrigens: Der spätere Freiheitskämpfer Luis Amplatz aus Bozen bekämpft im Polizeiregiment Alpenvorland Partisanen in Oberitalien, sein späterer Kamerad Jörg Klotz aus Passeier ist Pionier bei den Gebirgsjägern. Ihre Kenntnisse nutzen sie später bei den Anschlägen der 60er Jahre. (vgl. Obwegs 21f)

Opfer

Opfer (I), allgemein: Was den Machtwechsel 1943 betraf, so schreibt Forcher: „Racheakte der Südtiroler Bevölkerung gegen die verhaßten Unterdrücker der vergangenen Jahrzehnte blieben aus, wenn man davon absieht, daß in Gröden einige berüchtigte Faschisten verprügelt wurden. Dafür rächte sich die deutsche Besatzung mit grausamer Härte an den Umsiedlungs-Gegnern. Ihre führenden Persönlichkeiten, insgesamt 166, wurden in Konzentrationslager eingeliefert, andere erhielten Zwangsaufenthalte zugewiesen.“ (Forcher 237)

Die Gesamtbilanz: 8025 Südtiroler Gefallene im Zweiten Weltkrieg. Unzählige Südtiroler in Kriegsgefangenschaft. Zigtausende abgewandert, davon ein Teil wieder vertrieben aus dem Osten. 166 Südtiroler kamen in ein Konzentrationslager, 140 in ein Gefängnis; von ihnen starben 21 als Widerständler oder Wehrdienstverweigerer. (Parteli 407) Nicht vergessen darf man die „Südtiroler hinter Stalins Stacheldraht“ (Buch von Sabine Peer, 2000). Wenn man denkt, daß ein Bauer zum Beispiel aus Ulfas in Hinterpasseier Sibirien als Soldat und Kriegsgefangener kennenlernt …

Laut Kath. Sonntagsblatt sah aus Südtiroler Sicht „die traurige Bilanz des schrecklichsten aller Kriege“ wie folgt aus: „8.000 tote Soldaten, 350 ermordete Geisteskranke, 60 umgebrachte Juden, 350 in Konzentrationslager verschleppte NS-Gegner, 30 Blutzeugen des Widerstandes“. (7.5.1995)

Ab Jänner 1944 wurde „für Deserteure Todesstrafe, Gefängnis und Sippenhaft eingeführt“ (Gundolf 203). „Die damals 15-jährige Agnes Öttl aus Ulfas in Passeier wurde am 22. August 1944 .. als ,Sippenhäftling´ in das Lager Bozen gebracht“, zusammen mit ihren Eltern und einem Bruder; sie mußte Zwangsarbeit verrichten. Grund: Zwei andere Brüder, die in Russland den Schrecken des Krieges erlebten, waren im Heimaturlaub desertiert. (Lun 333f, „Dolomiten“ 19.2.2008 ler)

Ein schmutziges, beschämendes Kapitel: das Polizeiliche Durchgangslager Bozen. Es unterstand dem Reichsführer SS Heinrich Himmler. Dort wurden zwischen 7000 und 8000 Häftlinge zumindest vorübergehend interniert (Lun 336 unter Verweis auf Barbara Pfeifer). „Diktatorische Gewalt, Sadismus und Exzesse waren auf der Tagesordnung.“ (Lun 338) Die Insassen sind wie Sklaven gehalten, viele ermordet, zum Beispiel zu Tode gepeitscht oder mit Eisenstangen erschlagen worden („Dolomiten“ 18.10.2004), und Tausende sind in Konzentrationslager verschickt worden. Die genaue Zahl der Toten ist schwer zu ermitteln. Übrigens passierte auch der italienische TV-Moderator Mike Bongiorno 1944 das Bozner Lager („Dolomiten“ 29.5.2004).

23 Italiener, „alle zwischen 20 und 30 Jahre, wegen Sabotage und Spionage im Auftrag der Alliierten verhaftet“, so die Historikerin Carla Giacomozzi („Dolomiten“ 13.9.2006), wurden 1944 in der Reschenstraße in Bozen hingerichtet und in einem Massengrab verscharrt. Vor einem halben Jahrhundert hatten die „Dolomiten“ unter der Überschrift „Feierliche Ehrung der 23 Opfer der SS“ berichtet: „Ehrung der 23 Patrioten .., die am 12. September 1944 in der Kaserne „Mignone“ in Oberau unter den Kugeln der SS als Opfer ihrer Gesinnungstreue fielen. Sie waren aus der Festung Verona in das Konzentrationslager von Bozen gebracht und dort abgeurteilt worden.“

33 Südtiroler der 11. Kompanie des Polizeiregimentes Bozen sterben nach einem von Partisanen verübten Bombenanschlag in der Via Rasella in Rom am 23. März 1944; als Repressalie werden auf Befehl Hitlers zehnmal so viel Geiseln erschossen, allerdings 335 statt 330 (laut dem früheren Kriegsberichterstatter Erich Kern(mayr), Deutsche Wochen-Zeitung vom 3.12.1976, wurden die Gefängnisse durchkämmt nach zum Tod Verurteilten bzw. Gefangenen, die ein Todesurteil zu erwarten hatten, doch lieferte der römische Polizeichef Caruso 5 Männer zuviel). Einem Leserbrief von Horst Praxmarer in den „Dolomiten“ vom 10.1.2008 entnehmen wir folgende Tatsache:  „Erwähnenswert, dass die Männer des Polizeiregiments Bozen nach dem Terroranschlag in der via Rasella sich als überzeugte Christen weigerten, unschuldige Geiseln zu erschießen. …“ Lorenzo Baratta wies in den „Dolomiten“ vom 8.9.2007 darauf hin, dass das Polizeiregiment Bozen erst nach dem Attentat, nämlich am 16. April 1944 in SS Polizeiregiment Bozen umbenannt wurde. Sie sei eine „nicht kämpfende Einheit“ gewesen, nur zur Überwachung ziviler Objekte bestimmt, und habe auch nicht an der Judenverfolgung vom 18.10.1943 in Rom teilgenommen. Baratta bemerkt weiter, „dass diese Soldaten, tiefgläubige Christen, unglaublichen Demütigungen ausgesetzt waren: überraschte man einen von ihnen in der Kirche, so wurde er auf Knien in die Kaserne zurückgetrieben und von den Befehlshabern mit „Verräter“, „Schwein“ und „Bastard“ beschimpft.“ Trotzdem übernahm der Amerikaner Robert Katz in seinem Buch „Death in Rome“ (1967, „Mord in Rom“, 1968) kritiklos die zahllosen Lügenmeldungen über die Kompanie und bezeichnete sie „als besonders grausam berüchtigt“. In nicht wenigen Filmproduktionen „stiefelten die Südtiroler jahrelang als grobschlächtige Angehörige einer blutrünstigen deutschen Soldateska über die Kinoleinwände“, berichten die „Dolomiten“ am 23.12.1996 in einer Besprechung des Buches von Pierangelo Maurizio: via Rasella, cinquant´anni di menzogne (50 Jahre Lügen), Maurizio Edizioni, Roma, 1996.

Die Erschießungen in den Ardeatinischen Höhlen leiteten dann Herbert Kappler und seine rechte Hand Erich Priebke; der etwa 95-Jährige verbüßt nach seiner Auslieferung aus Argentinien, wo er in der deutschen Kolonie in San Carlos de Bariloche gelebt hatte, eine lebenslange Haftstrafe in Rom, derzeit im Hausarrest. Priebke hatte sich am 9.7.1948 in Sterzing taufen lassen, wie schon „1946 vier ehemalige bedeutende Nazis“, die in der Herz-Jesu-Kapelle des Brixner Krankenhauses auch „der Irrlehre des Nationalsozialismus widersagt“ haben („Dolomiten“ 14.5.1994 HS).

Nicht weniger als 20 Auflagen erlebte das Buch „Sangue chiama sangue“ von Giorgio Pisanò, voller Greuelmärchen, die noch dazu von einer auflagenstarken Wochenzeitung verbreitet wurden, wie Bernhard Wurzer in den „Dolomiten“ vom 23.3.1989 schrieb. Wurzer machte auch darauf aufmerksam, daß diese Greuelgeschichte schon Italiens Außenminister Alcide Degasperi unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg bei den Friedensverhandlungen in Paris aufgetischt hatte. Dabei hatte der Trentiner Degasperi gegenüber der amerikanischen Agentur United Presse erklärt, „Südtirol sei die Wiege des Nazismus und der nazistischen Theorien gewesen“. Der „Dolomiten“-Redakteur und Reimmichl-Kalendermann zitierte auch den Jesuiten Robert Graham, der am 24.3.1984 im „Osservatore Romano“ meinte, der Hinterhalt der Partisanen in der Via Rasella sei „eine klar überlegte Aktion, um eine revolutionäre Atmosphäre zu schaffen“, aber auch „eine direkte Herausforderung“ an Pius XII. gewesen und ein großes Hindernis für seine Bemühungen, Rom als „Offene Stadt“ zu retten.

Weitere Einzelheiten veröffentlichte „Dolomiten“-Redakteur Franz Berger am 19.3.1994:

„Eines steht fest: Die Attentäter und deren Auftraggeber wußten genau, daß sie mit dem Mordanschlag in der Via Rasella schreckliche Vergeltungsmaßnahmen auslösen würden. Die Folgen waren mit mathematischer Sicherheit vorauszusehen, denn jeder Mensch in Rom konnte an den vielen Maueranschlägen lesen, daß Attentate auf Besatzungssoldaten in einer Offenen Stadt streng geahndet wurden, und zwar durch Geiselerschießungen laut Haager Landskriegordnung: Für jedes Opfer zehn Geiseln, wenn die Verantwortlichen nicht gefaßt werden.“

Laut Berger stieß das Blutbad „selbst in vielen Kreisen Italiens auf scharfe Ablehnung“, und „eine Reihe hochdekorierter Offiziere“, darunter der Fallschirmjägergeneral Giuseppe Palumbo, schickte „die im fairen Kampf verdienten Auszeichnungen an den Staat zurück“. Berger weiter: „Kaum zu fassen ist die Tatsache, daß die Verantwortlichen für den katastrophalen Bombenanschlag 38 Jahre später, nämlich am 16. Jänner 1982, für ihr Verbrechen von Verteidigungsminister Lelio Lagorio mit der Silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde.“ Der „Osservatore Romano“ hatte die Attentäter als eine „Bande von Provokateuren“ bezeichnet. Laut Bernhard Wurzer handelte es sich um das „Comitato di Liberazione Nazionale“ (CLN).

Was die angebahnte Seligsprechung Degasperis angeht, so ist diese für Südtiroler und jeden gerechten Menschen wegen dessen Lügen unannehmbar. Franz Berger schreibt:

„Initiator der Verleumdungskampagne gegen die ums Leben gekommenen 33 Südtiroler war kein anderer als Alcide Degasperi, der bald nach dem Ende des Krieges Ministerpräsident und Außenminister geworden war. Er spielte bei den Friedensverhandlungen in Paris, als um das Schicksal Südtirols gerungen wurde, eine der Hauptrollen. Dabei verstieg er sich den Alliierten gegenüber zu der Behauptung, Südtirol sei die Wiege des Nazismus, und die Südtiroler seien samt und sonders Nazis, denen auch der Mord in den Ardeatinischen Höhlen ohne weiteres zuzutrauen wäre. Daß Degasperi mit seiner hemmungslosen Nazihetze gegen Südtirol Erfolg hatte, ersieht man daraus, daß ihr sogar ein Mann wie Sir Harold Macmillan, damals englischer Premierminister, Glauben schenkte. Anläßlich der großen Südtiroldebatte im englischen Unterhaus im Juni 1946 stellte Macmillan fest, die Angehörigen eines Südtiroler Polizeibataillons hätten am 24. März in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom 335 Geiseln als Vergeltung … erschossen.“

Lüge, Lüge, Lüge, so verhängnisvoll für Südtirol! Am 21.6.2009 nannte Benedikt XVI. Degasperi ein Vorbild für alle katholischen bzw. christlichen Politiker (RAI Sender Bozen). Wenn er nun versucht, den Chauvinisten Degasperi ebenso wie den Höllenleugner und multireligiösen Propheten Wojtyla in den Heiligenhimmel zu erheben, so werden diese Lügner und Betrüger nicht sehr hoch kommen, sondern als zentnerschwere Last wieder herunterfallen und Ratzinger unter sich begraben. Südtirol wird den Schwindel mit Degasperi ohnehin nicht mitmachen.

Dank an Franz Berger für diesen Mosaikstein zur Wahrheitsfindung. Was viele nicht wissen, berichtete Edmund Theil in den „Dolomiten“:

„Das italienische Militärgericht sprach Kappler frei, weil die Geiselerschießungen nach dem Völkerrecht zulässig gewesen waren. Auch die Italiener haben in Äthiopien und Libyen, die Amerikaner und Franzosen 1945 in Westdeutschland Geiselerschießungen vorgenommen. (Anmerkung: Der Verfasser weiß von seinem Vater, daß die Franzosen 1945 bei Kriegsende den Vater eines Schulkameraden, Chefredakteur des „Reutlinger Generalanzeigers“, ebenfalls als Geisel erschossen haben.) Feldmarschall Montgomery erließ 1943 in Benghasi den Befehl, für jeden getöteten englischen Soldaten seien zehn Italiener zu erschießen. In Saulgau im Baden-Württembergischen wurden für die Ermordung eines Franzosen 200 deutsche Geiseln erschossen und ein Stadtviertel niedergebrannt. Im Harz ordneten die Amerikaner eine Vergeltungsquote von 1:100 an. In Berlin gab der erste Bürgermeister der Stadt am 1. Juli 1945, Werner, bekannt, daß für jeden getöteten Besatzungssoldaten 50 Nazis als Geiseln erschossen würden. In Griechenland führten die Italiener  Erschießungen mit der Quote 1:100 durch. In Albanien ließen sie für einen getöteten Landsmann 200 Albaner erschießen. Als in Addis Abeba ein erfolgloses Attentat auf Marschall Graziani verübt wurde, erschossen und erhängten sie 3000 Abessinier und steckten ihre Hütten und Häuser in Brand. Dieser Aufzählung ließen sich noch zahllose Verstöße gegen das Völkerrecht anfügen.“ („Dolomiten“, 23.3.1995)

Anmerkung ETIKA: Auch wenn Geiselerschießungen nach dem Völkerrecht zulässig waren, so ist doch die Tötung jedes Unschuldigen vor Gott ein Verbrechen, und die Mörder werden bei ihrem Tod sowie beim Jüngsten Gericht deswegen verurteilt werden. Immerhin zeigt Theil auf, was geschehen ist. Wehe dem, der verhindert, daß die Wahrheit ans Licht kommt. Wehe dem, der die Geschichte verfälscht!

Opfer (II), Christen: Der Jesuitenpater Johann Steinmair aus Gsies wurde am 18.9.1944 in Berlin wegen „Wehrkraftzersetzung“ enthauptet. („Dolomiten“ vom 11.10.1984, 18.9.2004, 20.9.2004, „Do Puschtra“ 31.1.2004) Jesuitenpater Josef Schwingshackl aus Ried bei Welsberg starb ebenfalls in NS-Haft. („Dolomiten“, Nr. 167, Juli 2003; leider kein genaues Datum) P. Franz Reinisch aus Vorarlberg, der in Brixen studiert hatte, lehnte die NS-Ideologie öffentlich als Ersatzreligion ab, verweigerte den Fahneneid und wurde am 21.8.1942 in Berlin hingerichtet. Otto Neururer, Pfarrer in Götzens, der nach einer Predigt im Brixner Priesterseminar gegen das Unrecht vom NS-Ortsgruppenleiter angezeigt wurde, wurde im KZ Buchenwald zu Tode gequält. (Nr. 167, Juli 2003; leider kein genaues Datum) Wie der Heimatforscher Parschalk im RAI Sender Bozen berichtete, wurde Neururer drei Tage und Nächte mit dem Kopf nach unten aufgehängt und betete für seine Verfolger (3.10.2005, 18.40 h; Folter bestätigt durch Paul Rainer im St. Antoniusblatt 11/1984). - Helene Delacher aus Osttirol, die mit einem Trenser verlobt war, wurde als einzige österreichische Zeugin Jehovas am 12.11.1943 in Berlin-Plötzensee enthauptet.

Das in Südtirol bekannteste Opfer ist Josef Mayr-Nusser, der 1944 zwangsweise zur SS eingezogen wurde. Am 27. September schrieb er an seine Frau in Bozen: „Dieses Bekennenmüssen wird sicher kommen, es ist unausbleiblich, denn zwei Welten stoßen aufeinander. Zu deutlich haben sich Vorgesetzte als entschiedene Verneiner und Hasser dessen gezeigt, was uns Katholiken heilig und unantastbar ist. Bete für mich, Hildegard, damit ich in der Stunde der Bewährung ohne Furcht und Zögern so handle, wie ich es vor Gott und meinem Gewissen schuldig bin.“ („Dolomiten“ 19.2.2005) In Konitz in Westpreußen verweigerte der Bozner aus religiösen Gründen den SS-Angelobungseid auf Adolf Hitler, worauf er vor ein SS-Gericht in Danzig kam und dann auf dem Weg ins KZ Dachau in einem Viehwaggon, ohne Essen, ohne Wasser, starb. Laut Lun wäre Mayr-Nusser „bereit gewesen, den Wehrmachtseid zu leisten, einen Eid auf die SS lehnte er jedoch ab, da er auf Adolf Hitler als Person abgelegt werden mußte.“ (356) (Ähnlich Manfred Adler in einem Leserbrief in den „Dolomiten“ am 4.3.2004.) Lun bringt den Text beider Eide. Mayr-Nusser traf die richtige Entscheidung, wie wir auch in Bozen bei besonderer Gelegenheit betont haben. Josef Mayr-Nusser ist in Lichtenstern am Ritten beigesetzt. Übrigens verweigerte auch das Polizeiregiment Brixen den Eid (Forcher 238), und als mehrere Angehörige flüchteten, wurde es zur Strafe an die Front in den Kessel von Breslau verlegt. (Leserbrief Horst Praxmarer in den „Dolomiten“ vom 10.1.2008).

Im ETIKA-Kalender vom 24. Februar haben wir Originaltexte des Südtiroler Märtyrers aus dem Jahre 1936 veröffentlicht. Sie machen deutlich, dass die Auseinandersetzung Mayr-Nussers mit dem Nationalsozialismus aus einer ganz anderen Tiefe kommt als die der „antinazistischen“ Bewegungen und Parteien. (Peter Egger, Brixen, in „Dolomiten“, 22.2.2001):

„Wie nahende Erlösung erschien es vielen, als die Kunde kam von einem Führer, mächtig und groß in Wort und Tat, der droben im Norden aufgestanden sei und seinem Volk Einigkeit und nationale Ehre wiedergeschenkt habe. ...

Bitter enttäuscht in ihren Erwartungen und auf sich selbst angewiesen, sind sie nun allein mit ihrer Not. Wann aber, wann endlich wird dieses Geschlecht erkennen, was ihm zum Heile ist? Wann wird es sein verkehrtes Streben aufgeben und sein Herz jenem zuwenden, der allein ihm Retter sein kann aus abgrundtiefer Not?

Ist es denn wirklich schon so, dass der rote Terror über unser Volk komme und es mit Skorpionen schlagen muß, damit es wieder den Weg finde, der allein herausführt aus dem heutigen Elend, den Weg zum Herzen des göttlichen Bundesgenossen?

Fast scheint es so, dass wirklich jenes Furchtbare über uns hereinbrechen muss, weil viele, allzu viele unseres Volkes anders nicht mehr wachzurütteln sind. Und mit diesen vielen meine ich jene vor allem, die in diesseitigen Genüssen und in den Sorgen des Alltags die höheren, seelischen Bedürfnisse ersticken, aber auch jene meist guten und eifrigen Katholiken, die den Ruf der Stunde nicht verstehen und die auch dann noch all ihren Eifer und ihre Sorgfalt auf die Pflege der Rosenhecken im Garten verwenden, während bereits die Flammen das eigene Haus von allen Seiten umzüngeln. ...

Wie wenige sind es leider, die sehen, welch unheilvolles Wettergewölk am Horizont steht, und erkennen, dass höchste Gefahr in Verzug ist. Noch wäre es nicht zu spät! Noch wäre unser Volk zu retten! Wenn es nur sich retten ließe, wenn es nur auch sich besinnen sollte auf die heiligen Quellen seiner Stärke. Aber wie lange noch haben wir Zeit?

Vielleicht ist es das letzte – das allerletzte Mal, dass der Herr zur Umkehr auffordert, indem er uns alle Hoffnungen auf irdische Hilfe zerschlagen hat. Wird unser Volk auch diesmal die Gnadenhand des Allmächtigen zurückweisen? Wird es auch weiterhin verstockt bleiben und der Gnade sich verschließen?“

Josef Mayr-Nusser am Herz-Jesu-Fest 1936

Aus einer unveröffentlichten Rede, die Mayr-Nusser 1936 als Führer der Katholischen Jungmänner im Bozner Lehrlingsheim gehalten hat (erstmals abgedruckt in den „Dolomiten“ vom 27.2.2002):

“Aber wir sind Christen, und der Christ muß letzten Endes immer Optimist sein. Es ist eine Jugend aufgestanden unter uns, die mit hellen Augen durch das Leben geht, eine Jugend, die sich zutiefst angeekelt fühlt von dem seicht-materialistischen Geist unserer verdorbenen, in Genußsucht schwelgenden modernen Kultur.“

Und einen solchen Idealisten drangsalierten seine Vorgesetzten bis aufs Blut und schickten ihn in den Tod.

Hanns Humer berichtete in den „Dolomiten“ über die Vorgänge in Nordtirol unter der Überschrift „Katholische Kirche als Staatsfeind. Der Gau Tirol-Vorarlberg stand an der Spitze des Kampfes gegen die Religion“ unter anderem: „Gauleiter Franz Hofer … wollte Hitler zum 50. Geburtstag im Jahre 1939 ein ,klosterfreies Tirol´ zum Geschenk machen. So wurden die Jesuiten, die Kapuziner (ausgenommen die von Imst), die Zisterzienser von Stams und die Prämonstratenser von Wilten aus ihren Niederlassungen vertrieben. … Von den rund 450 Priestern des Tiroler Anteils der Apostolischen Administratur war jeder fünfte mindestens einmal in Haft. Provikar Carl Lampert wurde 1944 in Halle enthauptet. („Dolomiten“ 16.7.2003)

Opfer (III), Juden: „Die rassisch motivierte Verfolgung der wenigen in Südtirol ansässigen Juden zeigte sich … sofort nach dem Einmarsch der deutschen Truppen. Die Vernichtungslager überlebte nur eine deportierte liechtensteinische Staatsbürgerin, während einigen anderen die Flucht vor der Deportation gelang.“ (Lun 16) In Meran lebten am 8. September 1943 etwa 60 Juden; einigen gelang die Flucht, aber 25 wurden von der Gestapo festgenommen. Dies berichteten die „Dolomiten“ am 25.1.2003. Im Lager Bozen sollen Juden - die meisten kamen aus Italien - am schlechtesten behandelt worden sein. (Lun 338) Die Namen von 89 jüdischen, in Südtirol lebenden Opfern der Deportation 1943 sind in einem Denkmal am Jüdischen Friedhof in Oberau eingeritzt; „fast alle fielen dem Rassenwahn des Nazi-Regimes zum Opfer“ (Dolomiten“ 11.2.2004). Am 14.1.2003 veröffentlichten die „Dolomiten“ die Namen der 81 Meraner jüdischen Opfer. Darunter die dreijährige Olimpia Carpi, die sofort nach der Ankunft im KZ Auschwitz am 7. März 1944 ermordet wurde. („Dolomiten“ 10.1.2003) Der Besitz der Juden „musste billig verkauft werden oder wurde enteignet“. („Dolomiten“ 16.9.2003)

Über Nordtirol berichtete Hanns Humer: „NS-Ziel: Ein judenfreier Gau Tirol.“ 1938 „begann der Druck gegen die verhältnismäßig kleine Gemeinde der jüdischen Bürger, um sie zur Ausreise zu zwingen … 13 Selbstmorde … Dann wurde das jüdische Vermögen enteignet … Jüdischen Kindern wurde der Schulbesuch untersagt … Im Frühjahr 1939 war die ,Entjudung´ der Wirtschaft so viel wie abgeschlossen. 74 Unternehmen waren davon betroffen. … Der Druck auf die Juden auszuwandern verstärkte sich. Verhaftungen und Folterungen sowie Überstellungen in ein Konzentrationslager häuften sich. …“ („Dolomiten“ 9.7.2003) 

Bombardierung Südtirols durch die Alliierten ab 2. September 1943. Die ersten Bomben fielen auf Kaltern. („Dolomiten“ 26.9.2003) In Kastelruth starben am 11. April 1945 13 Menschen im alliierten Bombenhagel. Sechs davon waren Kinder. („Dolomiten“, 11.5.1995, Robert Asam)

Das Ende

8. Mai 1945 Ende der Operationszone Alpenvorland zugleich mit dem Ende des Dritten Reiches. Der Oberste Kommissar Franz Hofer sagte kurz vor dem Ende zu Botschafter Rahn: „Der Krieg ist verloren. Weiterkämpfen bedeutet ein zweckloses Gemetzel, und wenn der Führer hierher kommt, um in der ,Alpenfestung´ den Widerstand bis zum letzten Mann zu organisieren, bin ich bereit, ihn in eine Irrenanstalt einzuliefern.“ (Rahn 288, zit. Latour 124) Latour gibt in einer Fußnote an, daß Franz Hofer in die Berge floh, vom amerikanischen Geheimdienst CIC aufgespürt, inhaftiert und entnazifiziert wurde und 1948 ausbrach und verschwand. (124)

„Hinter den das Etschtal hinaufrückenden Amerikanern folgten italienische Einheiten. … Am 3. Mai 1945 um neun Uhr morgens hißten Carabinieri die italienische Fahne auf dem Brenner.“ (Latour 124)

Somit hatte die Operationszone Alpenvorland eine Dauer von 20 Monaten. OP schreibt: „Diese Zeit … war für die Südtiroler anfangs eine Zeit der Hoffnung – Hoffnung auf ein Ende der fremdnationalen Herrschaft im Lande -, sie wurde aber recht bald zu einer Zeit des Abgesangs, an dessen Ende ein großer Scherbenhaufen stand.“

Edmund Theil, selbst beteiligt, berichtete am 30.4.1994 in den „Dolomiten“ über die Wirrnisse auf deutscher Seite in den letzten Kriegsjahren und die Lage in Südtirol: SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Karl Wolff entschloß sich (wie er Theil mitteilte), einen von Martin Bormann ausgedachten Plan zur Besetzung des Vatikans und Entführung des Papstes nicht auszuführen. Auch die Geheimverhandlungen unter dem Codewort „Sunrise“, von Churchill „Crossword“ genannt, werden erwähnt. Vom 23. bis 25. April wurde das Hauptquartier der Heeresgruppe C nach Bozen verlegt, in den Gauleiterbunker in Bozen-Gries im Guntschnaberg, worauf die Heeresgruppe auf Befehl des OKW dem Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Kesselring, unterstellt wurde. Nach einem Spitzentreffen mit Generaloberst von Vietinghoff und Wolff am 28. April um 2 Uhr früh fühlte sich Gauleiter Hofer übergangen und kehrte beleidigt nach Innsbruck zurück. Es ging dramatisch zu. Nach einem letzten Funken Widerstand kam am 1. Mai die Nachricht vom Tod Hitlers: „Der Treueeid – sie waren jetzt davon entbunden!“ Theils Standschützen verhinderten, daß SS-Männer das Bozner EIAR-Funkhaus in die Luft sprengten. Kesselring erklärte sich mit der bedingungslosen Kapitulation einverstanden, und Verhaftungsbefehle Kesselrings gegen die Führungsspitze der Heeresgruppe C wurden zurückgenommen. Theil ließ dann in der Handsetzerei beim „Bozner Tagblatt“ in der früheren Athesia-Druckerei in Brixen-Zingen den Text für den Waffenstillstand setzen, der im Schafstall des Augustiner-Chorherrenstiftes Neustift gedruckt und in der letzten Ausgabe des „Bozner Tagblatts“ veröffentlicht wurde. Soweit Theil.

Für Historiker zum Nachbohren: Alois Euler war Journalist und Presseberater zweier österreichischer Bundesminister, hat Hintergründe erforscht und weitergemeldet, die andere nicht kennen dürfen (weshalb er auch im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus Wien IVE / 271 saß, in der gleichen Zelle mit dem Südtirol-Aktivisten Peter Kienesberger), und berichtet von einer verpaßten Chance für Südtirol: „So ganz genau weiß auch heute noch niemand, wie es am 1. und 2. Mai in Bozen zugegangen ist. Der Versionen sind viele – an jeder mag etwas richtig sein. Fest steht, daß die Nordtiroler – also die Österreicher – und allen voran der spätere Außenminister Dr. Karl Gruber – die einmalige Chance, offiziell die Macht aus den Händen des SS-Generals Wolff zu übernehmen, versäumt haben … Dabei hatte Wolff darauf bestanden, mit dem Südtiroler Abgeordneten Dr. Tinzl und der Widerstandsbewegung ,Andreas-Hofer-Bund´ zu verhandeln. Der deutsche General wollte mit deutschen Südtirolern dieses traurige Kapitel der Kriegsgeschichte ins reine bringen.“ (Euler 218)

Wer Genaueres wissen will, studiere neben Shraga Elams Buch „Hitlers Fälscher“ (vom Verfasser dieses Artikels ganzseitig vorgestellt am 11.11.2003 in den „Dolomiten“) das von dem Südtiroler Historiker Gerald Steinacher herausgegebene Buch „Im Schatten der Geheimdienste. Südtirol 1918 bis zur Gegenwart“. Die oben gestellte Frage, wie es damals am 1. und 2. Mai zugegangen ist, wird in dem Buch und auch in dem „Dolomiten“-Artikel beantwortet: Gauleiter Hofer wollte nur im Tausch für ein vereinigtes Tirol bei der „Operation Sunrise“ mitmachen, dem Beginn des Kalten Krieges. Doch die Gegenseite gewann: Friedrich Schwend von der SS-Geldfälschergruppe „Schloss Labers“ und Christoph de Hartungen, Südtiroler Agent des US-Geheimdienstes OSS, stellten sich auf die Seite von CLN-Chef Bruno De Angelis, Chef des italienischen Widerstandes in Bozen, der die Brennergrenze für Italien sichern wollte. Auch die mysteriöse Schlüsselfigur Jaac van Harten spielte mit; der jüdische Agent Hitlers lebte unbehelligt als reicher Mann bis zu seinem Tod 1973 in Israel, wie der israelische Journalist und Autor Shraga Elam berichtete. („Dolomiten“ 11.11.2004, S. 3, le)

Doch das Leben geht weiter. „Das Ende zweier menschenverachtender Diktaturen, die grauenvolles Leid über Europa gebracht und unermessliche Schäden angerichtet haben, lässt in Südtirol neue Hoffnung auf Gerechtigkeit mit Hilfe der USA in einem demokratischen Europa aufkeimen.“ (Ebner/Flies 82f, Bildtext zu Fotos von der zerstörten Bozner Pfarrkirche und der Athesia-Zentrale Museumstraße 42) Mit Hilfe der USA? Waren es nicht sie, die Tirol zweimal geteilt haben? Veröffentlichten nicht die „Dolomiten“ am 14.4.2009 einen Artikel mit der Überschrift: „Teilung Tirols vor genau 90 Jahren – US-Präsident (Woodrow) Wilson liefert Südtirol an Italien aus“?

Übrigens genehmigte US-Oberstleutnant William McBratney am 19. Mai 1945 das Wiedererscheinen der Tageszeitung „Dolomiten“. Sie hat sich in diesem halben Jahrhundert stets um die Wahrheit bemüht und ist heute noch das geistige Bollwerk des Tirolertums in Südtirol. Möge es weiterhin so bleiben und möge sie ihre jahrhundertalte christlich-soziale Linie nicht vergessen, denn sie ist nicht vereinbar mit den Plänen der Antichristen, die vor der Weltherrschaft stehen.

Fortsetzung: Südtirols Kirche in der NS-Zeit – Quellen

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