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5ST7P2 |
Ausdauertest Hinterpasseier |
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Nur geübten Wanderern, die
Bergerfahrung, eine "Bombenkondition" und eine gute Ausrüstung haben
sowie trittsicher sind, empfiehlt etika.com nachstehenden Ausdauertest. Damit
lernen sie gleichzeitig die schönsten Teile von Hinterpasseier kennen. Nur bei
optimalen Wetterbedingungen, sonst örtlich Lebensgefahr! Für den Gletscher bei
der Zwickauer Hütte und den teils ausgesetzten Höhenweg zumindest Eispickel
erforderlich, ebenso für den Weg zur Siegerlandhütte. Es sind anstrengende
Ganztagestouren, nicht die üblichen 5- bis 6-Stunden-Wanderungen. Empfehlung:
Alles langsam angehen, viele Pausen machen mit kleinen Mahlzeiten, viel
trinken. Zeit: 1. Juli bis Ende September.
1. Tour Timmelsalm - Großer
Schwarzsee - Siegerlandhütte
Auto an der Timmelsbrücke (ca.
1750 m) stehen lassen, zwischen Moos und Timmelsjoch. 40 Minuten zur Timmelsalm
(1979 m). Empfehlung: dort Frühstück einnehmen. Weiter auf Weg 30 und 29 zum
Großen Schwarzsee, links halten. Links hinter dem Schwarzsee (2514 m) Aufstieg
zur Windach-Scharte (2844 m). Schneefelder, evtl. Eis. Oben 100 Meter rechts
bergauf und dann der Markierung folgend abwärts durch Geröll und über
Schneefelder - von dem auf den Karten eingezeichneten Östlichen
Scheiblehn-Ferner (Ferner = Gletscher) sind
infolge Treibhauseffekt nur Reste übrig) zur Siegerlandhütte (2710 m).
Tip für
ein andermal: Dort Abstieg nach Sölden im Ötztal möglich oder Weiterweg zur
Hildesheimer Hütte. Von dort nach Auskunft eines Wanderers Richtung Pfaffenjoch
und Sulzenauferner.
Hinweise:
Auf der Kompass-Wanderkarte 044 von Fleischmann, Auflage 03a-92, ist der Weg
vom Schwarzsee zur Siegerlandhütte falsch eingezeichnet. - Die Markierung
zwischen Schwarzsee und Schneeberghütte läßt zu wünschen übrig: Rot-weiß ist
oft nicht in Wegrichtung aufgemalt, sondern quer.
Historische
Erinnerung: 8.9.1964: Georg Klotz schleppte sich nach dem am 7.9. um 2.30 Uhr
oberhalb Saltaus (dort beginnt Passeier) begangenen Attentat, bei dem Luis
Amplatz getötet wurde, schwer verwundet bis zur Staatsgrenze und von dort in
einer halben Stunde zur Siegerlandhütte. 42 Stunden hatte seine Flucht
gedauert. Am 9. 9. gegen 11 Uhr marschierte er in vier Stunden nach Sölden.
Eine Stunde später wurde er festgenommen und am 10. 9. im Krankenhaus Wörgl von
dem Beretta-Geschoß unter seiner rechten Achselhöhle befreit. Nach seiner
Genesung mußte Klotz nach Wien. (Quelle: Robert H. Drechsler: Georg Klotz, Wien
1976, Seite 131f.)
Wir wandern zum Schwarzsee zurück
und über die Timmelsalm zum Auto.
In der
Schutzhütte Schneeberg Übernachtungsmöglichkeit. Museum. Zweistündige Führung
mit dem St. Leonharder Mittelschullehrer, Buchautor und Hobby-Geologen Heinz
Widmann um 12.30 Uhr durch das stillgelegte Bergwerk - mit seiner reinen Luft
und hohen Luftfeuchtigkeit wohltuend auch für Asthmatiker. Donnerstag und
Samstag anstrengende Abenteuertour durch den Carlstollen, seit 1660, 1000
Höhenmeter, mit Stollenfahrt. Voranmeldung zwei Tage vorher notwendig Tel. 0473
/ 64 70 45.
2. Tour Faltschnal - Spronser
Seen - Andelsböden
Auto in Pfelders (1622 m)
abstellen. Vom Parkplatz aus links am Dorf vorbei. Bald kommt die Abzweigung
zur Faltschnal-Alm (1872 m). Empfehlung: dort Frühstück. In angenehmer
Wanderung das Faltschnaltal empor bis zum Faltschnaljöchl (2419 m). Weiter bis
zum Spronser Joch (2581 m). Herrlicher Blick auf die darunterliegenden Spronser
Seen. Hinunter zum Schiefersee, Grünsee (2338 m) und Langsee (2377 m). Hinauf
zu den Milchseen. Rechts fast senkrecht hinauf - Sicherungsseile vorhanden -
zur Milchseescharte (2707 m), neben dem das Biwak Guido Lammer aufgestellt ist.
Von dort abwärts auf neuem, markiertem Steig zu den Andelsböden und weiter
geradeaus auf Weg 40 bis zur Lazinser Alm (1860 m), evtl. bei der Andelsalm
rechts hinunter auf teils schmutzigem Steig, noch dazu in rückwärtiger
Richtung, hinunter zum Tschingelsbach und über die Lazinser Alm bis Pfelders.
Hinweis:
Auf der Kompass-Wanderkarte 043 (Auflage 04-95) ist der so markante Dreitausender
Tschigat (3000 m) schlichtweg vergessen worden.
3. Tour Zwickauer Hütte -
Planferner - Pfelderer Höhenweg
Fast 1400 Meter schweißtreibender
Aufstieg von Pfelders (1622 m) auf Weg 6A in 3 1/2 bis 4 Stunden bis zur
Zwickauer Hütte (2980 m). Wer eine Erfrischung oder Stärkung braucht, besonders
wenn die Sonne vom Himmel brennt, mache Pause in der Schneid-Alm (2159 m). Ein
Muß - falls keine Spalten drohen - ist oben der Gang über den Planferner, denn
linker Hand bietet sich der schönste Anblick der Tour: die zwei gewaltigen
Eiswände des Gletschers. Vom Rotmoos-Joch (3055 m?) aus blickt man hinunter auf
den ausgedehnten Rotmoosferner auf österreichischer Seite. Im Hintergrund die
Hütte Hohe Mut.
Nach verdienter Rast von der
Zwickauer Hütte wieder abwärts bis zur Abzweigung auf 2700 Meter Höhe. Dort
beginnt der Pfelderer Höhenweg zur Stettiner Hütte (2875 m). Einer der
schönsten Abschnitte dieser Tourenserie. Auf dem teils ausgesetzten Steig quert
man mehrere Schluchten, die mit Schnee oder Eis gefüllt sind, zwischen denen
Schafe weiden. Eispickel unerläßlich. Bevor man zur tiefsten Stelle des
Höhenweges, etwa auf 2300 Meter, kommt, führt links ein neuer Weg hinunter nach
Lazins. Diesmal halten wir uns links und erreichen über Zepbichl Pfelders. Am
Wege zwei Kapellen mit Darstellungen des Fegefeuers.
Tip: Zum
Hinteren Seelenkogel (3470 m) ist es von der Zwickauer Hütte nicht weit. Man
kann auch über das Rauhe Joch sehr weit Richtung Timmelsjoch wandern, durch das
Seewertal mit dem wunderschönen Seewersee. Endstation ist das Gasthaus
Hochfirst an der Timmelsjochstraße. Darüber gibt der in den Hütten erhältliche
Führer "Von Hütte zu Hütte" Auskunft.
Historische
Erinnerungen:
Die vor 100 Jahren 1899 von der DOeAV-Sektion Zwickau (Sachsen) erbaute
Zwickauer Hütte wurde nach dem Ersten Weltkrieg an den italienischen
Alpenverein CAI übergeben. 1933 brannte sie ab. Wiederaufbau 1960. 1965 vom
italienischen Militär beschlagnahmt. 1967 in die Luft gesprengt. Vom CAI wieder
aufgebaut. Materialseilbahn. 28 Betten und 44 Matratzenlager. Bewirtschaftet
vom 1. Juli bis 30. September.
Die in
Wien festgehaltenen Südtiroler Georg Klotz und Luis Amplatz fuhren am 27.8.1964
unter Mißachtung der Auflage, sich zweimal bei der Polizei zu melden, nach
Nordtirol. Am 28. 9. fuhren sie nachts ins Ötztal. Von Obergurgl aus stiegen
sie auf und biwakierten am Gletscherrand. Am Abend des 29. 8. überschritten sie
die Staatsgrenze, vorbei an der Zwickauer Hütte. Die Nacht verbrachten sie
oberhalb von Pfelders. Ein gewaltiges Unwetter ging nieder. Um 12 Uhr mittags
trafen sie bei der Überquerung des Tales auf Finanzer. Klotz schoß einen
Uniformierten an. Es gelang den beiden, Hunderten von Finanzern und Soldaten zu
entkommen. Sie fanden in einer Almhütte bei St. Martin Unterschlupf und
marschierten am 31. August in Richtung Inner-Riederberg, wo sich die Situation
zuspitzte. (Quelle: Robert H. Drechsler: Georg Klotz, Wien 1976, Seite 124f.)
Achtung: die
Strahlung in der Höhe wird immer gefährlicher!
Alles
mitnehmen, was notwendig ist, aber nichts Überflüssiges.
Empfohlene
Ausrüstung
Gute
Wanderschuhe, am besten mit Einlegesohlen. Hut mit breiter Krempe,
Kniebundhose, Kniestrümpfe (Fußsohlen vorher einpudern), Hemd mit langen Armen,
Pullover. Gletscherbrille. Gamaschen. Anorak. Regenumhang. Handschuhe.
Taschentücher. Biwaksack. Als Ersatz im Rucksack: Unterwäsche, Hemd, Strümpfe.
Kleines Handtuch.
Verstellbare Wanderstöcke, z. B. Makalu Leki. Eispickel. Karabiner (zum
Befestigen der Wanderstöcke). Steigeisen können bei der Zwickauer-Hütten-Route
und vielleicht auch auf dem Weg zur Siegerlandhütte notwendig sein.
Trillerpfeife. Taschenmesser. Evtl. Seil. Höhenmesser und Kompaß. Taschenlampe,
z. B. Stirntaschenlampe.
Gute Landkarte 1: 25.000, von Tabacco,Freytag-Berndt, Alpenvereinskarte.
Handlicher Führer von Heinz Widmann: Passeiertal für Bergfreunde, 58
Bergtouren und 11 Klettertouren, Tappeiner Verlag Lana 1997, 144 Seiten, 15.000
Lire, z. B. auf der Schneeberghütte erhältlich.
Papier für Notizen. Kugelschreiber. Pflaster. Sicherheitsnadel.
Sonnenschutzmittel z. B. Faktor 26.
Getränk,
z. B. in leichter 0,5-Liter-Mineralwasser- (oder Fanta-) Plastikflasche. Etwas
zum Essen, Brot (ein frisches, wohl mundendes "Paarl" von der
Bäckerei Albert in Platt), Apfel, Studentenfutter, Schokolade (oder
Früchteriegel aus dem Reformhaus).
Als
überflüssig erwiesen sich die von uns Ende Juli wegen des unbekannten Geländes
vorsichtshalber mitgeschleppten Eishammer und Rohreisschrauben; die
Gletscherspalten hatten sich noch nicht geöffnet, im Schnee sank man nur wenig
ein.
An den
beiden ersten Abenden empfiehlt sich ein Kneipp Wacholder-Ölbad zur
Muskellockerung.
Literatur:
Christoph
Gufler: Passeier, Südtiroler Gebietsführer 36, Verlag Athesia Bozen
Giovanna
Koch: Südtirol für Bergwanderer, Band 2, Texelgruppe, Pfelderer und Ridnauner
Berge, Tappeiner Verlag
Heinz
Widmann: Passeier, Tappeiner Verlag
Von Hütte zu Hütte zwischen Brenner und Meran. Faltblatt mit Weg- und
Hüttenbeschreibungen.
Pit
Schubert: Alpine Eistechnik, Bergverlag Rudolf Rother, München,
Alpenvereinslehrschrift des OEAV
Zusatz 2007: Da sich in den vergangenen
vier Jahren niemand gemeldet hat, erklären wir die Aktion (Punktevergabe,
Urkunde) für beendet und überholt.
Teilnehmer
erhalten eine Urkunde, wenn sie sich in die Hüttenbücher der Siegerland- und
der Zwickauer Hütte eingetragen haben und zwei Fragen zur Runde über die
Spronser Seen (auf diesem Weg ist keine Hütte) richtig beantworten.
Punktevergabe:
Innerhalb von sieben Tagen alle drei Touren: 100 Punkte
Innerhalb von sechs Tagen: 1 Zusatzpunkt
Innerhalb von fünf Tagen: 2 Zusatzpunkte
Innerhalb von vier Tagen: 3 Zusatzpunkte
Innerhalb von drei Tagen: 4 Zusatzpunkte
Auf dem Rückweg von der Siegerlandhütte über die Schneeberghütte: 1 Zusatzpunkt
Von den Spronser Seen über den Tschigat (3000 m) zum Halsl-Joch und zu den
Andelsböden: 1 Zusatzpunkt
Von der Zwickauer Hütte zum Rotmoosferner, 100 Höhenmeter absteigen bis 2900 m,
und zurück: 1 Zusatzpunkt
Von der Zwickauer Hütte den ganzen Höhenweg 44, vom tiefsten Punkt 2300 m
wieder aufsteigen bis 2600 m, unterhalb der Stettiner Hütte, und dann bis
dorthin oder absteigen zur Lazinser Alm und Pfelders: 1 Zusatzpunkt
Familien: Jedes Familienmitglied 1 Zusatzpunkt
Alleingänger: 1 Zusatzpunkt
Einen vollständigen Rosenkranz beten: 1 Zusatzpunkt (wird nur einmal gewährt).
Höchstpunktezahl: 110 Punkte.
Bisherige Teilnehmer:
1., aus Südtirol, 100 + 4 (drei Tage 24.-26.7.1999) + 1 (Rotmoosferner) + 1
(ganzer Pfelderer Höhenweg) + 1 (allein) = 107 Punkte
2. du?
Prospekte
und Zimmervermittlung: Tourismusbüro Hinterpasseier, I-39013 Moos i. P. (BZ),
Tel. von D aus: 0049 / 0473 / 64 35 58. Fax 0049 / 0473 / 643880
Wir hatten an dieser Stelle einen Hinweis auf die Leistungen der Teilnehmer im
Wettbewerb um die Drei-Hütten-Trophäe geplant. Der Sieger ist seit Mai jeden
Tag auf die Schneeberghütte gelaufen, 139 mal.
Außerdem rannte er 14 mal zur Zwickauer und 50 Mal zur
Stettiner Hütte. Viele andere eiferten ihm nach...
Tip: http://www.pfelders.it www.passeiertal.org
Verkehrsinformation:
Südtiroler Verkehrsmeldezentrale Tel. 0471 / 20 01 98
Tageszeitung Dolomiten auf der Seite Heute