ETIKA

SÜDTIROL / BERGSTEIGEN

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5ST7UL3

Wanderungen im Unterland

3. und 4.7.2008
6.7.2013

Kurtatsch – San Romedio und zurück (300 m – 1700 m – 750 m = 2300 Höhenmeter)

Nur für Durchtrainierte und Ortskundige. Stöcke empfehlenswert.
Detaillierte Beschreibung einer Wanderung am heißen 3. Juli 2008:
6.00 h Kurtatsch (300 m) – steil empor durch die Weinberge zum Bödele - am Ende des Lochweges geradeaus durch Wald und Wildnis und über Zäune zum Festplatz von Graun (besser wäre die Straße links durchs Dorf gewesen oder rechts herum durch den Wald zunächst in Richtung Schwimmbad) – 7.19 h Kreuzung oberhalb des Gasthauses Caroline (845 m) – 7.48 h oberer Waldparkplatz (1120 m, nur für Jäger und dergleichen) – 8.00 h weiße Wand am Forstweg (1215 m) – 8.32 h Abzweigung 1/1A (1480 m) – die drei Buchten des herrlichen Schönleitensteigs - 9.00 h St. Barbara Bildstöckl (Ciclosport-Alpin3-Höhenmesser der Uhr zeigt 1653 m an, laut Tabacco-Landkarte 1689 m) – Pause – der härteste Teil führt durch das Verdèstal: Hälfte unbegehbar wegen Ästen und Bäumen, Hälfte besteht aus rutschigen großen Steinen, die man wegen der wuchernden Pflanzen kaum sieht (der häßlichste Weg des Trentino), am besten bleibt man am rechten, steilen Waldhang – 9.53 h Einmündung in Wanderweg 501 (1236 m, daneben blaue Zeichen am Baum mit Nr. 52) – 10.03 h Felswand mit kleiner Marienstatue (1162 m) – meist auf Forststraßen mehr oder weniger am Bach entlang - 11.11h Felswand Abzweigung nach San Romedio (764 m) – 11.18 h San Romedio (732 m, höchste Kapelle 757 m), einmalig schöner Wallfahrtsort, zu dem auch Andreas Hofer mit 600 Schützen gepilgert ist. Das Bärengehege ist offensichtlich leer, seit die Problembärin Jurka ausgesiedelt worden ist. Nachtrag: Seit 2013 befindet sich wieder ein Bär im Gehege, ein Zirkusbär, dem man hier eine neue Heimat bietet.

Rückweg: 12.00 h San Romedio – 13.17 h Bachüberquerung bei Gedenktafel an Schleife – 13.48 h Fels mit Marienstatuette (diesmal 1175 m) – um nicht noch einmal den Fegefeuerweg durch das Verdèstal machen zu müssen, bleibe ich ein Stück auf dem Wanderweg 501, bis im Nadelwald rechts eine Art steile, teils grüne Rinne erkennbar ist, die weit, weit und steil nach oben führt (in umgekehrter Richtung nicht zu gehen) – 14.30 h endlich auf der Forststraße (1570 m) – gehe ein Stück rechts bis zu einer Rechtskurve mit Parkgelegenheit auf 1560 m – dann links empor zwischen den großen Bäumen bis St. Barbara (14.38 h oder 14.48 h, 1600 m) – Pause bis 15.03 h – dann rasch abwärts – 16.13 h Abzweigung Graun oberhalb Caroline (diesmal 873 m) – Lochweg, erster Weg rechts bis ins Dorf – 16.58 h am Ausgangspunkt (diesmal 342 statt 300 m).

Gesamtzeit 11 Stunden einschließlich der Pausen. Zeiten nicht zum Nachmachen, da Verfasser in der besten Form seines Lebens. Außer einer Schulklasse und drei Reitern im unteren Verdèstal keinem Wanderer begegnet. Verpflegung: natürlich vegetarisch.

Ausstellung der Reliquien des hl. Romedius

Erstmals seit 1000 Jahren: vom 28.7.-4.8.2013 im Kloster San Romedio, Sanzeno (Trentino)
Mit den Bischöfen von Innsbruck und Trient, den Pfarrchören von Laurein und Proveis, der Ehrenwache des Trentiner Schützenbundes – Konzerte - Lesung aus Dantes Paradies – Das Einsiedlertum am Nonsberg – Vortrag des evangelischen Meraner Pastors Martin Burgenmeister (früher Schmalfelden?) – Derzeit Restaurierung, fast alles verhüllt - Wir empfehlen, den herrlichen, total ebenen Felsenweg (50 min) zu benutzen, der am Ende Sanzenos gegenüber dem Museum beginnt; Parkplatz in der Nähe. – Der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer hatte den Wallfahrtsort am 7.7.1809 mit 600 Schützen besucht. Wie dort erbeten, gewannen die Tiroler dann auch die 3. Bergiselschlacht am 13.8.1809. Das Verhängnis war, dass sich Hofer auch noch zu einer 4. Bergiselschlacht am 1.11.1809 verleiten ließ. Diese ging verloren. Er selbst ging als Märtyrer in die Geschichte ein. www.sanromedio.org/ostensione Wer Gottes herrliche Natur erleben will, dem empfehlen wir die Weiterfahrt über Cles und Tuenno zum Tovelsee in der Brenta. 6 Euro Parkgebühr. Seerundweg 1 ½ h. www.pnab.it . Rückfahrt nach Südtirol über die Mendel oder den Gampenpass.

Kurtatsch – St. Barbara (300 m – 1700 m)

Kurtatsch – LochwegGraun – oberer Waldparkplatz – Abzweigung 1/1A – Schönleitensteig – Bildstöckl St. Barbara

Die Buchten und Abgründe am Schönleitensteig erinnern ans Hochgebirge. Rundum ein herrlicher Blick, etwa zur Brenta. Nicht ungefährlich, Trittsicherheit erforderlich. Ein Stock ist nützlich. Wer nicht denselben Weg zurückgehen will, kann auf dem Mendelkamm bleiben und von St. Barbara (auf 2 von 3 Landkarten Grauner Joch genannt) rechts aufsteigen und dann zum Teil über den Forstweg hinunter nach Graun absteigen. St. Barbara, dieser Übergang zum Nonsberg, ist erwähnt in dem Roman „Jedem nach seinen Taten“ von Vicente F. Delmonte.

Bei der angegebenen Strecke handelt sich um die erste Hälfte der Wallfahrt nach San Romedio. Wer hin und zurück will zu dem romantischen Felsenkloster, muß warten, bis die Tage lang genug sind. Am besten startet man beim unteren Waldparkplatz oberhalb von Graun; man sollte 2 x 6 Stunden einkalkulieren und sich im Val di Verdès nicht verirren. Der Weg ist nur zum Teil markiert. Eine gute Wanderkarte ist unerlässlich.

Bericht eines Wanderers: R. L. am 24.1.2008 bei herrlichem Wetter in 4 h 7 min hinauf nach St. Barbara und in 2 h 7 min hinunter. Ab dem unteren Waldparkplatz oberhalb von Graun meistens Schnee und Eis. Beim Biotop-Schild versehentlich der Spur von Tourenskigehern gefolgt und 50 – 100 Höhenmeter umsonst aufgestiegen. Ohne Proviant; nur 3 Minuten Pause bei St. Barbara. Start: 8.50 h, Rückkehr nach Kurtatsch: 15.07 h.

Niemand soll die Zeiten nachahmen, sondern sich selbst etwas Neues einfallen lassen. Die Welt ist groß. Hier drei Bilder:

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Schönleitensteig, Blick zur Brenta

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Schönleitensteig, Blick ins Etschtal

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Schönleitensteig, Blick ins Etschtal

Bolego-Kreuzweg in Tramin

Wer Tramin besucht, sollte die kleine Runde am oberen Dorfrand nicht scheuen. Am Altersheim St. Anna beginnt ein Kreuzweg. Die Bilder hat ein wirklicher Künstler namens Bolego anno 2000 gemalt. Es sind schöne, bunte Gemälde, bei denen die ausdrucksstarken Gesichter hervorstechen. Allesamt Charakterköpfe im Gegensatz zu den heutigen 08/15-Visagen. Die Atmosphäre von damals wird lebendig. Die Kastelaz-Promenade führt über das uralte Kirchlein St. Jakob Kastelaz mit seinen berühmten Fresken ins Dorf zurück.

Der Wanderer oder Pilger ärgert sich allerdings, wenn er vor dem Kirchlein steht. Dort prangt ein Schild: „Die Kirche bleibt bis 14. März 2008 geschlossen. Am Samstag und Sonntag geöffnet von 10 bis 17 Uhr. Eintritt 2 Euro“. „Frechheit“, sprechen aus dem Jenseits jene, welche die Kirche zur Ehre Gottes und zum Dienst der Menschen an Gott erbaut haben. Sie werden das Geld wohl dereinst zurückverlangen. Sie und wir sehen nicht ein, dass für den Besuch von Kirchen Geld verlangt wird. Wie zürnt Franziskus, der das Geld so verachtet hat!

Wenn man die Runde von Tramin aus macht, ist es ein Spaziergang; wenn man in einer der umliegenden Ortschaften beginnt, wird es eine Wanderung. Nachstehend zwei Bilder des Kreuzweges:

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Kreuzweg Tramin, Bolego 2000

kurtatschhaustraminkreuzweg20080125001

Bolego 2000

Kurtatsch – Fennberg – Kurtatsch (300 m – 1200 m). Reine Gehzeit 5 – 7 Stunden.

Kurtatsch, auf Weg 2, Asphaltstraße, bis zur Ansiedlung Hofstatt, dann links und aufwärts zum Weiher Hirschbett.

Variante: Wer den Asphalt meiden will und damit auch die Gefahr, an den Fußsohlen Dornwarzen zu bekommen , der gehe beim oberen Dorfbrunnen rechts bis zum nächsten Brunnen (Marienbild), dann rechts aufwärts, hinter dem ersten Haus links durch eine betonierte steile, breite Rinne und auf dem Waldpfad weiter empor, quere die Forststraße und steige auf dem schmalen, sogenannten Bergweg bis auf ca. 610 m, dann der Straße folgend bis zu einer Kreuzwegstation, links durch den AVS-Klettergarten unter der Marderwand vorbei, eben und aufwärts, über einen Bach, dann entweder weiter oben oder weiter unten auf die Straße, noch ein Stück aufwärts, bis man zu einem Pfad kommt, der aufwärts führt und in den ziemlich ebenen Forstweg Hirschbett mündet, oder aber auf der Straße soweit, bis man zum Beginn des Forstweges Hirschbett kommt. Auf diesem dann bis zum Weiher.

Vom Weiher Hirschbett aufwärts weiter durch Wald den Weg 2, Römerweg, bis zu einem Ansitz, St. Anna, Fennhals (1030 – 1040 m). Bis hierher mindestens 2 Stunden, dann noch einmal mindestens 1 Stunde. Immer der Straße entlang, vorbei an dem im Winter geschlossenen Gasthauf Boarnwald zum höchsten Punkt der Wanderung, 1195 m, kleiner Parkplatz, wo rechts der Wanderweg zum Fennerjoch abzweigt (1 Stunde). Wir aber gehen auf der Straße weiter am Jagdschloß Ulmburg, Oberfennberg, ca. 1170 m) vorbei, bis rechts ein Schild den Abkürzungsweg nach Unterfennberg anzeigt. Auf dem teilweise steilen Waldweg hinunter zur einmalig schön gelegenen Kirche St. Leonhard (ca. 1050 m). Wer will, kann einen Abstecher zum See machen; der schöne Holzsteg dorthin ist leider abgerissen. Gleich hinter dem Gotteshaus ist das Gasthaus zur Kirche. Tip: Gemüselasagne.

Rückweg: Vom Plattenhof aus (ebenfalls bewirtschaftet) auf dem öfters steilen Weg 3 Richtung Margreid. Vorbei an einem Gedenkstein für einen im Januar 1917 als Leiche aufgefundenen Geistlichen; der Text stimmt einen nicht gerade freudig. Wenn man den Fenner Bach überquert hat, kommt man auf eine geteerte Straße. Diese geht man solange abwärts, bis auf etwa 350 m Höhe (laut Landkarte nur 330 m) links der Wanderweg 3b Richtung Penon abzweigt. Auf diesem gleich wieder links empor bis vor einen Holzlagerplatz. Dort geht man etwas abwärts den Weg am Waldrand entlang, bis man nach 2/3 einen schmalen, steilen Pfad entdeckt, der links emporführt. Oben stößt man auf das Eck eines Weinberges, geht zwischen Wald und Weinberg weiter und ist dann bald oberhalb des Weilers Entiklar. Man gelangt auf die Straße (ca. 325 m, Achtung, unsere Höhenmesser sind oft ungenau), geht auf dieser empor bis etwa 375 m. Gegenüber einem Haus zweigt rechts ein Pfad ab. Man überquert einen Bach und ist auf dem Weinlehrpfad. Auf diesem erreicht man mühelos Kurtatsch.

Bericht eines Wanderers: Sonntag, 9.3.2008, 9.20 h Kurtatsch, oben beschriebene Variante, 11.20 h Fennhals, 12.25 h Kirche Fennberg. Teilweise noch Schnee. 13.45 h zurück ab Plattenhof 1069 m, 15.40 h Kurtatsch. Ohne Mittagspause insgesamt 5 Stunden. Es wäre schön, wenn die Radios in Gasthäusern nicht auf volle Lautstärke gestellt würden, zumal wenn keine echte Volksmusik gespielt wird. (le)

Fennberger Klettersteig (210 m – 1150 m)

An der Straße zwischen Margreid und Aichholz (italienisch Roverè della Luna) zweigt der Fennberger Klettersteig ab (ca. 210 m). Dauer laut Hinweisschild: 2 ½ h. Wer den unteren Teil schafft, braucht den oberen nicht mehr zu fürchten, zumal weite Strecken mit Drahtseilen und Leitern versichert sind. Allerdings sind gleich unten zwei Hürden eingebaut, die Kleine und Ungeübte abschrecken. Wenn man den Klettersteig bewältigt hat, geht es noch ein Stück weiter durch den Wald aufwärts bis auf ca. 1150 m und dann abwärts nach Unterfennberg (ca. 1050 m), wo es einen wunderschönen See, eine malerisch gelegene Kirche und zwei Gasthäuser gibt.

Rückweg entweder vom Plattenhof aus auf dem Weg 3 durch den Wald hinunter nach Margreid. Dies ist der schnellste Weg, besonders wenn man das Auto oder das Fahrrad in der Nähe des Klettersteigs abstellt und zurück muß. Oder rechts an der Kirche über die Wiese und den Wald hinauf nach Oberfennberg, vor dem Jagdschloß Ulmburg vorbei und meistens auf der Straße vorbei an dem im Winter geschlossenen Gasthauf Boarnwald nach Fennhals. Dort rechts hinunter auf Weg 7, längere Zeit an einem Steilhang entlang, bis Penon und irgendwie nach Kurtatsch, zum Beispiel auf der (in einer soeben gekauften Tabacco-Landkarte noch nicht eingezeichneten) Asphaltstraße Richtung Entiklar und ziemlich weit unten bei der Straßenkreuzung links ein paar Schritte aufwärts und gegenüber dem Haus auf den Weinlehrpfad, der nach Kurtatsch führt. Oder in Fennhals beim Ansitz des Barons (St. Anna) rechts ab auf Weg 2 zum Weiher Hirschbett und über Hofstatt nach Kurtatsch.

Detaillierter Tourenbericht des Verfassers: 29.3.2008. 9.14 h Kurtatsch (300 Höhenmeter). Mila-Stiege. Durchs Moos der Straße entlang bis Margreid. Latte macchiato im Hirschen. 10.40 Beginn Klettersteig 210 m. Verlauf teilweise anders als vor ein paar Jahrzehnten bei der Tour mit dem gefürchtetsten Mann Südtirols, dem Gerichtsreporter F. B. und dem Grieser Elektrohändler P. Damals war der Höhepunkt die Querung eines Felsbandes in luftiger Höhe. 12.00 Eintrag ins „Gipfelbuch“. 12.18 h höchster Punkt 1150 m. 12.31 h Plattenhof 1055 m. Empfehlenswert: Kasnocken. Rückweg: 13.28 h ab Kirche hinauf nach Oberfennberg zum höchsten Punkt 1188 m und auf der Straße an den fünf (nordamerikanischen?) Mammutbäumen (Douglasien?) vorbei nach Fennhals. 14.30 h rechts Abzweigung Weg 7 nach Penon und die nervenaufreibende Asphaltstraße hinunter bis zum Weinlehrpfad und auf diesem links zurück zum Ausgangspunkt 15.47 h. Ideales Wetter. (le)

Kulinarischer Tip: Die beste Pizza zwischen Salurner Klause, Brenner und Timmelsjoch macht unserer unmaßgeblichen Meinung nach seit etlichen Jahren ein Kroate im Restaurant Terzer in Kurtatsch oberhalb der Schule Angela Nikoletti. Er beherrscht die Kunst, diesem Gericht den unnachahmlichen Geschmack der echten Pizza Margherita zu verleihen. Natürlich muß man eine Pizza auswählen, bei der dieser Geschmack nicht von einem anderen verdeckt wird. (2008)

Tip: Wanderkarten richtig lesen
Manchen Leuten geht es so: kaum eine Wanderung ohne Abenteuer. Oft ist das falsche Leser der Karten schuld, oft liegt es auch an Fehlern und Ungenauigkeiten in diesen. Ein Wanderer ging und kletterte gemäß der Tabacco-Karte 049 Südtiroler Weinstrasse oberhalb von Margreid in die Fenner Schlucht, einer schwarzen gepünktelten Linie nach. Der angebliche Saumpfad sollte links empor steigen. Aber dort war nur senkrechter, zudem feuchter Fels. Er probierte es weiter hinten und umging die Anlagen der Wildbachverbauung, bis ihn das glitschige Bachbett zur Umkehr zwang; dann schaute er vorne vergebens in die Höhe. In einem Gasthaus in Fennberg entschlüsselten ihm zwei junge Einheimische das Rätsel. Es handelte sich nicht um einen Saumpfad, sondern um die Gemeindegrenze. Die gepünktelten Linien sehen fast gleich aus. (15.3.2008)

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