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Schächten in Österreich |
Mitteilung vom
23.2.2002 |
Verein gegen Tierfabriken, www.vgt.at
22. bis 24. Februar: Tage
des Schächtens
Von NÖ bis Vorarlberg –
im ganzen Land werden dieser Tage zigtausende „Nutz“-Tiere (Rinder, Schafe,
Ziegen) aufgrund des 3-tägigen muslimischen Opferfestes „Kurban
Bayram“ grausam geschächtet, d.h. ohne jegliche Betäubung geschlachtet und
bei vollem Bewußtsein die Kehlen durchgeschnitten, bis sie dann minutenlang
qualvoll ausgeblutet sind. Tierschützer aus allen Bundesländern führen
seit Jahren einen verzweifelten Kampf dahingehend, daß die Tiere wenigstens
vorher betäubt werden – doch die Situation hat sich wegen verschiedener
höchstgerichtlicher Urteile bzw. der EU-Gesetzgebung aufgrund der
„Religionsfreiheit“ in den letzten Jahren noch mehr verschlimmert.
NÖ: Eine Anzeige eines
entsetzten Nachbarn eines „Bauern“ in Bromberg, Bez. Neunkirchen beim VgT –
Verein gegen Tierfabriken, daß seit gestern hier die LKWs mit Rindern zum
Schächten ein- und ausfahren, führt zur Verständigung des zuständigen
Amtstierarztes Dr. Zundl aus Aspang. Dieser sieht jedoch keinen Anlaß
einzuschreiten, da angeblich alles „ordnungsgemäß angemeldet“ und vom zuständigen
Fleischuntersuchungs-Tierarzt kontrolliert sei. Dieser Hof-Tierarzt aus
Bromberg heißt Dr. Mustafa Hadi-Abdou, ist selbst Syrer und spielt angeblich
mit dem Schächt-Bauern regelmäßig Karten. Vor Jahren bereits soll er (laut
Angaben des anzeigenden Nachbarn), um die damals vorgeschriebene, aber nicht
erfolgte Betäubung zu kaschieren, den bereits abgetrennten Rinderkopf
nachträglich mit einem Bolzenschuß versehen haben...
Inzwischen hat die nö. Landesregierung, ohne
Einbindung des Landtages, die Schlacht-Verordnung im NÖ Tierschutzgesetz (wo
bis 1997 eine „vollkommene allgemeine Betäubung“ vor jeder Schlachtung
ausnahmslos vorgeschrieben war) dahingehend „nachgebessert“, als nun „aufgrund
bestimmter religiöser Riten besondere Schlachtmethoden angewendet werden“
dürfen. So ist nun – mangels genauerer Vorschriften - praktisch alles erlaubt,
was zu den unbeschreiblichen Gemetzeln in diesen Tagen führt und die Amtstierärzte
zum Nichts-Tun veranlaßt.
Salzburg: Ein Zeuge beobachtete,
wie in einer Garage eines Gollinger Bauern zwei Schafe
von türkischen Muslimen zerlegt wurden. Die Schafe
waren zu diesem Zweck auf einem Baumast aufgehängt. In Salzburg ist das Schlachten
ohne Betäubung – laut der Verordnung vom Juni 1999 – nach wie vor ausnahmslos
verboten. Der Bauer, der durch die Zurverfügungstellung seiner Garage und
seines Grundes für verbotene Handlungen mitverantwortlich war, fungierte
inzwischen als Aufpasser in eigener Sache.
Der Zeuge zeigte daher diese Vorgänge telefonisch
beim Gend.-Posten Golling an. Die Beamten kamen nach etwa 15 Minuten,
besichtigten sich den Ort des Gemetzels und gingen dann in das Innere des
Bauernhauses. Der Zeuge fotografierte inzwischen den Ort des Geschehens und die
riesigen Blutlachen, die der Wiesenboden nicht mehr schlucken konnte. Der Bauer
räumte da und dort kleine Fleischstückchen, Teile des Felles sowie restliche
Gedärme weg und warf sie auf den Misthaufen. Einer der Türken brachte mit einem
Schubkarren die Innereien der getöteten Schafe in den Bauernhof. Auf einem
Holzstoß an der hinteren Garagenmauer lagen die Felle von ca. 20 geschächteten
Schafen.
Der Bauer wurde angezeigt, weil er von den
illegalen Vorgängen nicht nur gewußt hat, sondern diesen auch noch durch die
Zurverfügungstellung seiner Räume und Grundstücke Vorschub geleistet hatte.
Daraufhin wurde der Zeuge bedroht und des Platzes verwiesen, obwohl es um einen
öffentlichen Weg handelte. Die Kennzeichen der beteiligten Personen wurden
notiert und ebenfalls angezeigt.
Vorarlberg: Tierschützer besetzten
Schlachthof
„Humanitas”-Aktion
hatte Teil-Erfolg: Schafe wurden zuerst betäubt. Ein Dutzend Tierschützer
protestierten gestern in Hohenems gegen das Schächten von Schafen ohne
vorherige Betäubung. Der Dornbirner Amtstierarzt Norbert Greber konnte
erfolgreich vermitteln.
Kurz nach 5 Uhr früh
schlichen sich gestern zwölf Tierschützer der
Tierschutzorganisation Humanitas zu einem Hohenemser Bauernhof. Als
die ersten Kundschaften zum Schlachthof fuhren, wurde dieser gestürmt – die
Tierschützer wollten das Schächten ohne Betäubung verhindern. Mit Erfolg. Stundenlang
wurde zuvor im Dunkeln und in der Kälte ausgeharrt, bis die ersten muslimischen
Gläubigen beim Hof nahe dem Hohenemser Flugplatz eintrafen.
Aneinandergekettet
Auf Kommando ging die Besetzung gegen 8.30 Uhr los.
Eine Gruppe kettete sich aneinander und blockierte so die Zufahrt. Drei weitere
Aktivisten stürmten den Schlachthof, drangen in die Metzgerei ein und ketteten
sich dort an. Der Metzger zeigte sich verärgert, ebenso mehrere Dutzend
Muslime. „Wir wollen nur unser Opferfest feiern“, waren sie ratlos. „Dazu
gehört, daß ein Tier unbetäubt geschächtet wird“, sagten sie beim
„VN“-Lokalaugenschein.
„Wir wurden bespuckt“
Danach werden die drei Tierschützer vom Bauern und
seinen Metzgern wüst beschimpft. „Zuerst versuchten sie mit einem
Bolzenschneider die Handschellen aufzuschneiden. Als dies nicht gelang, wurden
wir bespuckt und von oben bis unten mit kaltem Wasser beschüttet“, klagt der
Obmann Alf Waibel.
Kurz vor neun Uhr trifft die Gendarmerie am Hof
ein. Bauer Nenning ist aufgebracht, droht mit einer Klage wegen Besitzstörung
und Geschäftsschädigung. Denn in seinem Stall stehen rund 200 bis 300 Schafe
zum Schächten bereit.
Nun wird der Hof von den gläubigen Muslimen
regelrecht gestürmt. Aus allen Landesteilen strömen Hundertschaften „mit Kind
und Kegel“ herbei, um auf dem Hof ein totes Schaf zu kaufen. Im Stall wird dann
das Opferschaf ausgesucht. An einem dünnen Strick angebunden geht es auf die
Waage und dann zum bezahlen. „Manche versuchen dann hier auch noch zu
feilschen“, so ein Helfer zur NEUEN.
Rituelles Schächten
Mit viel Kraftaufwand wird das Schaf dann in den
Schlachtraum gezerrt. Kräftige Helfer drücken das Schaf zu Boden. Die Familie
des neuen Besitzers ist ringsum versammelt. Das Familienoberhaupt schneidet mit
einem Messer die Kehle des Tieres durch, ohne vorherige Betäubung. So wolle es
der Koran, betont der bärtige Mann. Dazu spricht er rund eine Minute lang ein
Gebet, während das Blut des Tieres auf den gefliesten Boden ausrinnt. An der
Wand die drei angeketteten Aktivisten, die den blutigen Schächtvorgang jedesmal
mitverfolgen.
Weiter geht es in einen Nebenraum, wo der Metzger
im Kreise der Angehörigen das Tier zerlegt. In Plastiksackgröße portioniert
wird das frisch geschlachtete Fleisch schlußendlich im Kofferraum verstaut. Als
gegen 10 Uhr Amtstierarzt Norbert Greber auf dem Hof erscheint, breitet sich
Unmut unter den türkischen Anwesenden aus. Heftig und lautstark wird in kleinen
Gruppen diskutiert, wild gestikuliert. Eigentlich ist auch in Vbg. das Betäuben
vor der Schlachtung vorgeschrieben, nach dem umstrittenen VfGH-Urteil jedoch
laut Landesveterinär Dr. Schmid „in zugelassenen Betrieben unter Aufsicht eines
Amtsveterinärs erlaubt“. Die Tierschützer wollten das aber nicht akzeptieren.
„Erst wenn die Tiere vor dem Schächten mit einem Elektroschock betäubt werden,
ziehen wir ab.“
Da aber einzelne islamische Glaubensrichtungen die
Betäubung der Tiere für zulässig halten, kam es nach der Intervention von Dr.
Norbert Greber doch noch zu einer Lösung. Die Muslime akzeptierten die
Betäubung, deshalb beendeten die Tierschützer gegen 10.30 Uhr ihre friedliche
Aktion und zogen unter einem Großaufgebot der Gendarmerie ab. „Wir haben
erreicht, was wir wollten“, zogen sie frierend, aber glücklich Bilanz. „Und
auch wir können mit dieser Lösung leben“, waren die Kundschaften schließlich
wieder beruhigt.
Bilder vom ersten Tag (22.2) des mehrtägigen
Opferfestes aus dem Hohenemser Schlachthof:
http://www.t0.or.at/~tierschutz/bilder/unschuldige/opfer.html
Rückfragehinweis: Dr. Franz-Joseph Plank, Verein
gegen Tierfabriken, www.vgt.at