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PRESSEMITTEILUNG

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4.6.2001

61A9D

EU: Apokalypse der Rinder – Grausames Schlachten - Fleisch-Boykott

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Boykott-Aktion
Grausames Schlachten
Horrorszenen in europäischen Schlachthäusern – Brutaler Todeskampf der Rinder beim Geschlachtetwerden – Neue EU-Richtlinie gegen nationale Tierschutzgesetze – Österreichische Tierschützer erstatten Anzeige – Christen und Hindus fordern zu Fleisch-Boykott auf

Wien (etika.com) – Grausame Szenen in europäischen Schlachthäusern haben eine weltweite Kampagne von Tierschützern ausgelöst. Viele Rinder werden nur unzureichend betäubt, erwachen beim Geschlachtetwerden und brüllen furchtbar im Todesschmerz, während sie zerlegt werden. Qualvoll zappeln sie minutenlang, bis ihre zerrissene Existenz endet.

Dies haben Tierschützer in einem Schlachthaus in Oberösterreich mit einem Video „Das Brüllen der Rinder beim Geschlachtetwerden“ dokumentiert. Film, Bilder und Berichte von Markus Müller, Kameramann von Tierbildarchiv.de und des Tierschutzverbandspräsidenten Dr. Friedrich Landa sind im Internet aufzurufen.

 

Video: http://www.t0.or.at/~tierschutz/tiu/index-video.html

Fotos (Bildautorenvermerk: TiU/Landa): http://www.t0.or.at/~tierschutz/bilder/rinderschlachtung.html
Weiteres Bildmaterial, Recherche & Dokumentation: Markus Müller, Kameramann von Tierbildarchiv.de, Homepage: http://www.tierschutz.cc , Dr. Friedrich Landa, Tierschutz-Dachverbandspräsident

Text auch in etika.com:  Das Brüllen der Rinder beim Geschlachtetwerden:
Die Schuld der EU

Die Bilder zeigen nach einem Bericht der Austria Presse-Agentur (APA), dass viele der Tiere noch leben, die Augen bewegen und zu brüllen beginnen, während sie kopfüber hängend aufgeschnitten werden.

Der Dachverband der oberösterreichischen Tierschutzvereine in Linz hat gegen alle österreichischen Schlachthöfe“ wegen Tierquälerei Anzeige erstattet. Aufgrund der EU-Richtlinie Nr. 2000/418/EG müsse davon ausgegangen werden, dass Rinder EU-weit in Schlachthäusern unzureichend betäubt getötet würden.

Demnach darf “das zentrale Nervengewebe bei Rindern... nach dem Betäuben nicht durch Einführung eines Rückenmarkszerstörers durch den Schusskanal in die Schädelhöhle zerstört“ werden, weil laut Begründung des ,Wissenschaftlichen Ausschusses für veterinärmedizinische Maßnahmen´ die Zerstörung von zentralem Nervengewebe nach dem Töten mit dem Bolzenschussapparat durch Einführung eines Rückenmarkszerstörers durch den Schusskanal in die Schädelhöhle bewirken könnte, dass sich potentiell infiziertes zentrales Nervengewebe während des Schlachtprozesses über den ganzen Tierkörper verteilt“.

Die EU verbietet seit Januar 2001 die Durchtrennung der Wirbelsäule beim Schlachten, um eine mögliche Verteilung von BSE-Erregern auszuschließen. Doch diese Durchtrennung diente – nach der Betäubung mit dem Bolzenschussapparat - als zweite, totale Betäubung vor dem Zerlegen des Rindes.

Tierfreunde befürchten deshalb, dass jetzt viele Tiere in allen Staaten der EU auf diese furchtbare Weise verenden.

Die Parlamentsabgeordnete Madeleine Petrovic, Klubobfrau der Grünen, hat bei einer Pressekonferenz in Wien die „unmenschliche Brutalität“ angeprangert. Es dürfe nicht angehen, dass eine EU-Richtlinie die nationalen Tierschutzgesetze außer Kraft setze. Sie forderte neue Betäubungsmethoden.

Christliche Tierschützer sprechen von einer „Apokalypse der Tiere“ und fordern dazu auf, mindestens fünf Tage in der Woche kein Fleisch zu essen. ( www.etika.com )

Eine „geschockte und zornige“ Hindu-Organisation in Indien verlangt den völligen Verzicht auf den Genuss von Rindfleisch. ( www.hinduunity.org ).

Christliche und hinduistische Tierschützer fordern gemeinsam alle Tierfreunde und Tierschutzorganisationen zur Solidarität und zu Aktionen gegen grausames Schlachten auf. Sie verweisen darauf, dass Gott jede Grausamkeit an Tieren streng bestrafen wird.

So heißt es in der Bibel: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Lukas 6,36)
„Es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit geübt hat.“ (Jakobus 2,13)
Gott wird „jedem vergelten nach seinen Werken“. (Römer 2,6).

“Darin, dass jeder entsprechend der Art seines Vergehens leidet, wird in einzigartiger Weise die göttliche Weisheit und Gerechtigkeit offenbar. Wie mit einer Waage wird die Strafe für die Verfehlungen zugemessen, sagt der Weise.“ (Bruder Luis von Granada, Meditation Freitagabend)

Die christlichen Tierschützer erinnern auch an das geheimnisvolle Wort des Apostels Paulus: „Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.“ (Römer 8, 19-22).

In einem Gebet für die Tiere heißt es:

Herr, erbarme Dich der Menschen,
die aus Unwissenheit Tiere schlecht behandeln,
lehre sie die Tiere als Deine Geschöpfe lieben.

Herr, erbarme Dich der Schlachttiere,
besonders jener, die ohne Betäubung getötet werden,
steh ihnen bei in ihrem großen Schmerz.

Und düster, apokalyptisch verkündet ein ebenfalls in vielen Sprachen in etika.com veröffentlichtes Vaterunser von Peter Coryllis:

VATER UNSER, der Du verbannt bist in den Himmel –
beschmutzt ist Dein Name.

Deinen Willen
hat man zertrampelt.

Unser Brot wird verschimmeln,
weil unsere Schuld uns erwürgt
und nur noch Schuldige auf Erden sind.

Denn schuldig
wurden wir alle.

Und das Übel ward
ohne Grenzen.

Ob Dir Erlösung noch gelingt - Vater,
ich will darum beten!

So vollziehe sich
das Geschehen! Amen.

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