ETIKA

MASSENTIERHALTUNG

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9.9.2002

69MS8

Grausamste Tierquälereien in konventioneller Landwirtschaft

 

 

An den skandalösen Zuständen in der Nutztierhaltung und den unerträglichen hygienischen Zuständen bei der Fleischproduktion hat sich kaum etwas geändert. Das haben neueste Recherchen des Tierschutzes ergeben: Aufgrund der nicht artgerechten Haltung leiden die Tiere an blutigen Wunden und schmerzhaften Eiterbeulen; bei lebendigem Leib faulen den Schweinen die Glieder ab!

 

Die Behandlung der Tiere käme zu teuer

Diese kranken Tiere zu behandeln und ihre unbeschreiblichen Leiden zu lindern zahlt sich nach Aussage von Tierärzten für die Nutztierhalter nicht aus. Für sie zählt einzig der maximale Profit. Die Tiere werden ohnehin geschlachtet. Bis dahin liegen sie mit eitrigen Verletzungen und teilw. mit gebrochenen Gliedern auf Beton-Spaltenböden im Kot. Der Ammoniak-Gestank in den Stallungen verätzt ihnen die Augen. Dreck überall - auch in den Futtertrögen! Ratten bevölkern die Stallanlagen.

 

Politiker und Behörden sind informiert, aber die Quälerei geht weiter

Diese Missstände übelster Art wurden den zuständigen Politikern und Behörden vom Tierschutz seit Jahren immer wieder angezeigt. Die Medien haben darüber berichtet, und es kam zu mehreren Gerichtsverhandlungen. Aber an der Situation der Tiere hat sich kaum etwas geändert. Offenbar sind die Verantwortlichen nicht in der Lage, dafür zu sorgen, dass diese Tiere in der konventionellen Landwirtschaft ohne Qualzufügung gehalten werden.

 

"Bauernhofgarantie" für Schweinemäst-Konzentrationsbetrieb

Im Februar 2001 konnte aufgedeckt werden, wie unter "Bauernhofgarantie" in einem Tier-Konzentrationsbetrieb in Oberösterreich, Bezirk Braunau, Tiere zu Tode gequält werden. Der Tierschutz-Dachverband informierte Veterinär-LR Dr. Achatz und Tierschutz-LR Dr. Stöger. Der Schweinemäster musste sich wegen Tierquälerei vor Gericht verantworten.

 

Bei jedem Skandal werden verstärkte Kontrollen versprochen

Amtstierarzt Dr. Josef Stöger sagte vor Gericht aus, dass den Tieren bei lebendigem Leib die Beine abfaulten: "Man kann doch die Tiere nicht einfach liegen lassen, bis sie sterben." ("Braunauer Rundschau" in der Ausgabe vom 25.10.2001.) Der Bezirkshauptmann Dr. Wolfram und Amtstierarzt Dr. Stöger haben dem Tierschutz in einer Besprechung am Do. 14. 2. 2002 versprochen, diesen Betrieb immer wieder zu kontrollieren und die Tierquälereien zu unterbinden. Tatsache ist:

 

Die Tierquälereien gehen weiter

Ein halbes Jahr später muss der Tierschutz feststellen: In dem Schweinekonzentrationsbetrieb werden weiter Schweine unter unbeschreiblichen hygienischen und tierquälerischen Bedingungen für die Billigstfleischproduktion gefangen gehalten. Es ist völlig unerträglich, dass in der konventionellen Landwirtschaft Tiere so behandelt werden und von Reformen immer nur geredet aber nichts umgesetzt wird:

 

Hier die aktuellen Bilder vom August 2002

http://www.t0.or.at/~tierschutz/bilder/schweine/august/2002.html

Bildmaterial (Video- und Bilddokumentationen aus dem Tier-KZ für die Medien) anzufordern unter: tierrechte@hotmail.com 

 

Dokumentation der Vorgeschichte:

Im Februar 2001 konnte aufgedeckt werden, wie unter "Bauernhofgarantie" im Schweinemäst-KZ Tiere zu Tode gequält wurden: http://www.t0.or.at/~tierschutz/bilder/fleischskandal/bauernhofgarantie.html 

Einige Monate später werden bei einer weiteren Recherche erneut schwere Tierquälereien dokumentiert: http://www.t0.or.at/~tierschutz/bilder/tierhaltung/oberoesterreich.html Bildmaterial tierrechte@hotmail.com 

Hier ist zu sehen wie den Tieren bei lebendigem Leib die Glieder abfaulen

 

Gericht sprach Tierquäler frei

Doch der Richter konnte sich dem Vorwurf der Tierquälerei nicht anschließen. Der Staatsanwalt, vom Tierschutz zur Rede gestellt, warum er nicht Berufung gegen dieses skandalöse Urteil eingelegt habe, erklärte, er könne nicht auf einer Verurteilung bestehen, wenn die Behörde eine Frist von etwa 15 Jahren vorschreibe, bis die Stallungen entsprechend umgebaut seien.

 

Bei Nutztieren kein Schutz vor Quälerei?

Wenn ein Amtstierarzt bei der Gerichtsverhandlung aussagt, dass den Tieren bei lebendigem Leib die Glieder abfaulen und man sie doch nicht einfach verrecken lassen kann und der Richter spricht den Schweinemäster frei und der Staatsanwalt erhebt dagegen kein Berufung - dann wird sich kaum noch einmal ein Tierarzt finden, der sich gegen Tierquälereien und für die Einhaltung der Tierschutzbestimmungen in der Nutztierhaltung einsetzt!

 

Bilddokumente aus dem Schweinemast-KZ nach dem Gerichtsurteil: Jän/Feb 2002 http://www.t0.or.at/~tierschutz/bilder/schweine/qual.html 

Bildmaterial (Video- und Bilddokumentationen aus dem Tier-KZ für die Medien) anzufordern unter: tierrechte@hotmail.com 

Ausführliche Berichte über diesen Schweinemastkonzentrationsbetrieb aus den letzten 2 Jahren finden sich auf: http://www.tierschutz.cc Dachverband, Aussendungen und Zeitungsberichte

Video Schlachthausdokumentation http://www.t0.or.at/~tierschutz/tiu/index-video.html 

 

Profitgier der Tierhalter verhindert Tierschutz

Wenn Tiere so gehalten und wenn sie so geschlachtet werden, wie auf unseren Bilddokumentationen und unserem Schlachthofvideo zu sehen, ist das nicht nur gegenüber den Tieren, die dem Menschen anvertraut sind, ein unfassbares Verbrechen: wer auf diese Art hergestellte Fleischwaren konsumiert, muss die Kadaver von lebenslang gemarterten und zu Tode gequälten Mitgeschöpfen fressen! 

 

Tierquälereien im Verborgenen

Wenn in diesem Betrieb solche Zustände herrschen, obwohl er von der Behörde mit besonderem Augenmerk kontrolliert wird, mag man sich ausmalen, wie es - der Öffentlichkeit verborgen - in anderen EU-Tierfabriken zugeht.

 

Tierschutz wäre Menschenschutz

Eine solche Fleischproduktion macht krank! Bei dieser Tierhaltung braucht sich der Konsument nicht zu wundern, dass Bauern in Medikamentenskandale verwickelt sind. Antibiotika im Tierfutter, Rückstände im Fleisch, können im Krankheitsfall für den Menschen tödlich sein.

 

Tierquälerei im Billig-Angebot

Konsumenten, die auf diese Art hergestelltes Billig-Fleisch kaufen, geben dadurch die Tierquälereien in der konventionellen Landwirtschaft in Auftrag. Wüssten die Menschen, auf welch brutale Art von Ausbeutung Fleisch hergestellt wird, würde ihnen der Appetit vergehen. Es sollte bewusst sein: Fleischessen verursacht Gewalt gegen Tiere.

 

Tierrettungsaktion

Nur wenn Tierschutzorganisationen in die Kontrolle von Tierhaltung und Schlachthäusern eingebunden werden, können die Tierquälereien aufgedeckt werden. Weil die Verantwortlichen von den Missständen im Verborgenen wissen, sie aber nicht abstellen, haben sich Tierschützer dazu entschlossen, in der Nacht auf So. 25. Aug. 2002 eine Schweinchen-Rettungsaktion zu wiederholen:

 

Die OÖ. Nachrichten vom 13.02.2002 berichteten:
Die Tierrechtler drangen im Beisein einer Tierärztin mitten in der Nacht in den mit fast 4000 Mastschweinen belegten Betrieb ein. Nachdem sie ein Tier medikamentös beruhigt hatten, bargen sie es und brachten es mit der Tierrettung in eine Tierklinik, wo es...notärztlich erstversorgt wurde. Laut Aussagen der Tierärztin hätte ein Verbleib des Schweines seinen unweigerlichen Tod bedeutet. Es soll nun "zur lebenslangen Rehabilitation" auf dem "Gnadenhof für alle Tiere" in Lochen bleiben. Der Verein gegen Tierfabriken berief sich bei der Aktion auf das so genannte Nothilferecht. Man vertritt die Auffassung, dass auch Tieren Nothilfe zustehe, da sie rechtlich keine Sache mehr seien.
...Wie berichtet, war die betroffene Mästerfamilie Ende Oktober vergangenen Jahres im Landesgericht Ried vom Vorwurf der Tierquälerei freigesprochen worden. Das Gericht konnte damals keinen "objektiven Tatbestand" feststellen.
Wesentlich zu diesem Freispruch beigetragen hatte seinerzeit die Aussage eines deutschen Tierarztes, der den Betrieb jahrelang betreut hatte. In der ersten Verhandlung hatte es noch wesentlich ungünstiger ausgesehen. Damals sagte der Amtstierarzt von Braunau, Josef Stöger, aus, dass in der Krankenbox Tiere gelegen seien, denen fast die Füße weggefault waren.

 

Bilder von der Rettungsaktion Sa. 9. Jän. 2002 http://www.t0.or.at/~tierschutz/bilder/schwein/gerettet.html 

Tierschutzunterricht am "Gnadenhof für alle Tiere" http://www.t0.or.at/~tierschutz/tierschutzzentrum/docs/gfat/gfat.html

 

Dr. Friedrich Landa   

Tierschutz-Dachverbandspräsident, Obmann RespekTiere, GF Tierschutz im Unterricht
+43 66 43 43 43 66 Homepage: http://www.tierschutz.cc 

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