ETIKA

TIERQUÄLEREI

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27.2.2003

69TO18

Mein Weg durch die Hölle - aus dem Tagebuch eines Schlächters"

Burkhard Marterer

Abdruck nachfolgenden Textes mit freundlicher Erlaubnis des Präsidenten des Österreichischen Tierschutz-Dachverbandes, Dr. Friedrich Landa

Das Buch "Mein Weg durch die Hölle - aus dem Tagebuch eines Schlächters"
kann für 5,- Euro inclusive portofreie Zustellung (wohl nur in Österreich, weil das Auslandsporto teuer ist?) direkt beim Autor bestellt werden:
Burkhard Marterer, Reutiner Str. 5a, D-88131 Lindau

Neue Berichte über unerträgliche Tierquälereien beim Schlachten

Auf der Paracelsus-Messe in Wels war vor einigen Jahren ein ehemaliger Schlachthausarbeiter zu unserem Tierschutz-Stand vom "Verein gegen Tierfabriken" gekommen und hat uns von den entsetzlichen Tierquälereien erzählt, die er in oberösterreichischen Schlachthäusern miterlebt hat. Leider gab es damals keine Möglichkeit, die Schilderungen des alten Schlächters auf Video zu dokumentieren. Seit meinem achten Lebensjahr ist es mir ein Anliegen, die Menschen darüber aufzuklären, welches Leid den Tieren bei der Fleisch-Erzeugung zugefügt wird.

Nun hat der ehemaliger Schlächter Burkhard Marterer seine Erlebnisse in dem Buch "Mein Weg durch die Hölle - aus dem Tagebuch eines Schlächters" veröffentlicht und wer Fleisch isst, sollte wissen, wie es hergestellt wird:

 

Schweineschlachtung

Schlächter Burkhard Marterer berichtet, was er beim Schlachten von Schweinen erlebt hat: "Die Schweine wurden mit Strom betäubt, wobei auch einige wieder aufstanden und dann einfach mit einem Genickstick getötet wurden. Manche kamen auch im Brühkessel wieder zu sich und schwammen in dem 70 Grad heißen Wasser und wurden dann mit langen Stangen untergetaucht bis sie tot waren." (S 9)

Bei der Fleischbeschau haben bis zu 70 % der Schweine Brühwasser in den Lungen - d.h. sie waren bei der Weiterverarbeitung im Brühkessel noch nicht tot!

 

Spiele mit Geschlechtsteilen beim Schlachten

"Es gab auch lustige Momente - wenn wir uns beim Schweineschlachten gegenseitig mit abgeschnittenen Geschlechtsteilen von weiblichen Schweinen bewarfen - oder bevor eine Kuh ins Schlachthaus kam, haben wir uns mit ihren vollen Eutern noch mal mit Milch vollgepritzt." (S 13)

In einem Schlachthof in Oberösterreich wurde uns Tierschützern der Zusammenhang verdächtig, der zwischen Sexualität und Gewalt gegen Tiere besteht, als wir die Bilder im Flur zwischen Mannschaftsräumen und Schlachthalle sahen: Da sind leicht bekleidete Mädchen zu sehen, die Stierkälber zur Schlachtung führen. Ein blondes Mädchen im BH-look stochert mit dem Messer im Genitalbereich einer aufgeschnittenen Schweinehälfte herum. http://www.tierschutz.cc/bilder/perverse/sexanimation.html

 

Probleme beim Betäuben

Marterer schildert, wie Rinder mit dem Bolzenschussapparat betäubt wurden: "Ich erinnere mich an einen Bullen, der zweimal geschossen wurde, aber unerschütterlich stand. Der Viehhändler nahm dann einen großen Hammer und schlug ihn auf die Stirn, was ihm auch nichts ausmachte, worauf der Metzgermeister...dann auch noch mal draufschlug. Der Bulle brach dann zusammen. Er blutete aus Maul und Nase, rappelte sich aber wieder auf und stand dort und zitterte am ganzen Körper..." (S 10-11)

Immer wieder kommt es vor, dass Tiere bei der Schlachtung nicht richtig betäubt werden und Schlachttiere bei lebendigem Leib zu Fleisch verarbeitet werden:

http://www.tierschutz.cc/bilder/rinderschlachtung.html

 

Fröhlich pfeifende Kopfschlächter

Schlächter Marterer sagt weiter aus:"...damals machte mir das nichts aus. Im Gegenteil - Schlachten war mir eigentlich immer das Liebste, was mich auch später zu den Kopfschlächtern  führte." (S 12)

"Kopfschlächter sind spezialisierte Schlächter, die in Lohnarbeit schlachten und per Stück - also Kopf - bezahlt werden." (S 16)

Auf der Video-Dokumentation "Das Brüllen der Rinder beim Geschlachtetwerden" ist zu sehen, wie der Schlächter lustig pfeifend den Stier bei vollem Bewusstsein den Hals aufschlitzt: http://www.tierschutz.cc/tiu/index-video.html 

 

Rücksichtsloses Schlachten unter Zeitdruck

"Die Viehtreiber waren derbe Zeitgenossen, die einem Tier schon mal ein Auge ausschlugen." (S 20)

"Doch für Emotionen ist in diesem Geschäft kein Platz. Pausenlos werden die Tiere getötet, in der Halle dampfte es, Tiere brüllten... Stündlich wurden 50 Rinder getötet und liefen in das Band, da blieb also keine Zeit zum Nachdenken." (S 17) "Schweine schlachteten wir 150 in der Stunde, eine enorme Schinderei. Selbst zum Austreten konnte man nicht weg, sondern urinierte am Schlachtband." (S 18)

 

Gnadenlose Technisierung vermehrt das Leid

Man könnte vielleicht glauben, dass sich durch eine weiterentwickelte Schlachttechnik das Schicksal der Tiere verbessert habe, aber Schlächter Marterer weist darauf hin, dass später "durch die zunehmende Technisierung und den Zeitdruck, wo immer mehr Tiere in kürzester Zeit geschlachtet werden sollten" die Tierquälerei noch zunahm. (S 10) "Das Tier...wird hier rücksichtslos geschunden und zum blanken Fleischlieferanten degradiert. ...Tierquälerei ist im Alltag schon Normalität." (S 19)

 

Schlachthaus: Die Hölle für Tiere

"In 15 Jahren Arbeit im Schlächterberuf konnte ich ausgiebig die Tiere in ihren letzten Minuten studieren, und ich bin überzeugt, dass man auch eine Kuh kein zweites Mal in ein Schlachthaus bringen könnte. ... Fast täglich flüchten ja Tiere aus den Schlachthäusern und werden dann meistens von der Polizei erschossen."  (S 34) Das Tier erlebt in seinen letzten Minuten "die Welt als Hölle und den Menschen als grausamen Sadisten, der mit Freude zerstückelt, foltert, verstümmelt..." (S 35)

Manche Menschen versuchen ihren Fleischkonsum damit zu rechtfertigen, dass sie nur Fleisch aus Freilandhaltung kaufen. Tiere, die ein Leben in Freiheit gewohnt sind, leiden um so mehr, wenn sie eingefangen, transportiert und ins Schlachthaus gezwungen werden.

 

Behörden konnten Tierquälereien nicht abstellen

Marterer bedauert die "Tierquälereien von denen wir alle wissen, die wir aber verdrängen und zum Kämpfen ist kaum einer bereit." (S 37)

Die Tierquälereien in Tierfabriken und Schlachthäusern im Land Oberösterreich wurden dokumentiert und den verantwortlichen Behörden und Poilitikern angezeigt. Alle waren darüber entsetzt, die Missstände konnten jedoch nicht abgestellt werden. Deshalb hat der Tierschutzdachverband im Dezember ein EU-Vertragsverletzungsverfahren beantragt. Die Missstände in den Schlachthäusern dauern an (Siehe Anhang). Das ist unerträglich!

 

Fleischessen verursacht Gewalt gegen Tiere

Wie das Buch des ehemaligen Schlächters Burkhard Marterer zeigt, sind die von uns auf Video dokumentierten Quälereien nicht nur in österreichischen Schlachthäusern Alltag. Das Landwirtschaftsministerium hat im Zusammenhang mit der EU-Vertragsverletzungsbeschwerde die Tierquälereien mit dem Verweis zu rechtfertigen versucht, dass es auch in anderen Ländern zu diesen Problemen kommt: "Diese sind...keineswegs Österreich-spezifisch..." Jeder Konsument sollt darüber informiert sein, welch entsetzliches Leid durch den Kauf tierlicher Produkte verursacht wird.

 

Dr. Friedrich Landa 

Dachverbandspräsident der oö Tierschutzorganisationen  Tel 0043 66 43 43 43 66   

Videomaterial
Video 1: Tierschutz im Unterricht Filmesammlung für Kinder, 1.- 4. Schulstufe 80 Minuten
Cover und Inhalt unter: http://www.tierschutz.cc/tiu/images/huellen/vs-huelle.jpg
Video 2: Filmesammlung für reifere Jugendliche und Erwachsenenbildung 240 Minuten
Cover und Inhalt unter: http://www.tierschutz.cc/tiu/images/huellen/hs-huelle.jpg
Video 3: TiU/Erwachsenenbildung: Betäubungslose Schächten und Schlachten 20 Minuten (+60)
Cover und Inhalt unter: http://www.tierschutz.cc/tiu/images/huellen/schaecht-huelle.jpg
Video-Bestellung: video@tierschutz.cc

Das Buch "Mein Weg durch die Hölle - aus dem Tagebuch eines Schlächters" kann für 5,- Euro inclusive portofreie Zustellung direkt beim Autor bestellt werden:
Burkhard Marterer, Reutiner Str. 5a, D-88131 Lindau

Anhang
18.Feb 03
*Tiere*/EU/Konsumenten/Nahrungsmittel/
*Leere Worte statt konkreter Taten*

Niederschmetternder EU-Bericht zu Schlachttieruntersuchungen

Wien/Brüssel (OTS) - Der heute veröffentlichte SANCO-Bericht der EU über
Schlachttieruntersuchungen in Österreich bestätigt abermals die Kritik
der Tierschutzorganisationen an den herrschenden, ineffizienten Überwachungs- und
Kontrollmechanismen. ...
Diese Fehlleistungen manifestieren sich aus Sicht der VIER PFOTEN unter
anderem in Form von unterschiedlichen Vorgangsweisen der Ämter und
permanentem Personalmangel. Aber auch das Überwachungsniveau lässt zu
wünschen übrig; ebenso die Tatsache, das von Bundesland zu Bundesland
große qualitative und quantitative Unterschiede bei der
Untersuchungshandhabung bestehen. ...

"Umso zynischer wirkt die Stellungnahme der Behörde, die erklären, dass
eine wesentliche Aufstockung des mit der BSE-Überwachung betrauten
Personals derzeit nicht zur Diskussion stünde", macht Nutztierreferent
Michael Buchner seinem Ärger Luft.

Den vollständigen SANCO-Bericht findet sich unter:
http://europa.eu.int/comm/food/fs/inspections/vi/reports/austria/inde

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Das Brüllen der Rinder beim Geschlachtetwerden

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