|
ETIKA |
TIERE |
www.etika.com |
|
69TO4 |
Lebt auch das Tier nach dem Tode fort? |
Wilhelm Otto Roesermueller |
Alle
unsere großen Dichter und Heiligen waren Anwälte der Tiere, ja selbst der
Pflanzen. Man denke nur an den heiligen Franziskus. Viele frommen
Menschen nehmen kein Fleisch zu sich, weil sie den Tieren jedwedes Leid
ersparen wollen. Pater Scharbel Machluf tötete nie ein Tier und aß kein
Fleisch. Er vertrat den Standpunkt: Weil der Mensch das Tier nicht erschaffen
hat, so hat er auch nicht das Recht, es zu töten.
Welche
große Freundin der Tiere und Blumen war die Resl von Konnersreuth, sie,
die Jahrzehnte bis zu ihrem Heimgang keinerlei Nahrung zu sich nahm und die den
Grundsatz des Heilands: "Was du dem geringsten meiner Brüder tust, das
hast du mir getan", auch auf unsere jüngsten Brüder, die Tiere, erstreckt
wissen wollte.
Alle
diese Großen der Menschheit waren davon überzeugt, daß das Tier eine Seele hat
und daß es nach dem Tode fortlebt. Kein Geringerer als Dr. Martin Luther
gibt dazu eine deutliche Antwort:
"Ich glaube, daß auch die Belferlein und
Hündelein in den Himmel kommen und daß jede Kreatur eine unsterbliche Seele
hat!"
Die
Heilige Schrift selbst verheißt uns die Erlösung aller Kreatur von allem
Leid. Jetzt noch muß die Schöpfung seufzen und sich ängstigen, bis die neue
Schöpfung in Erscheinung tritt.
Liebet
alle Kreatur, also auch die Tiere, so wird sich das Geheimnis Gottes
offenbaren, mahnt Dostojewskij.
In
der Welt gibt es keine Sprache und kein Gleichnis, um den Sinn der tiefsten
geistigen Wahrheiten auszudrücken, belehrt uns Sadhu Sundar Singh. So
nehmen wir diese Offenbarungen in Demut aus dem Munde der heiligen Werkzeuge
Gottes in der uns Erdenkindern verständlichen Weise.
(Wilhelm
Otto Roesermueller: Überlebt ein fortgeschritten individualisiertes Tier seinen
Tod?, Turm Verlag Bietigheim, 1975, S. 46f.)