ETIKA

TIERE

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15.5.2001

69TO4

Lebt auch das Tier nach dem Tode fort?

Wilhelm Otto Roesermueller

Alle unsere großen Dichter und Heiligen waren Anwälte der Tiere, ja selbst der Pflanzen. Man denke nur an den heiligen Franziskus. Viele frommen Menschen nehmen kein Fleisch zu sich, weil sie den Tieren jedwedes Leid ersparen wollen. Pater Scharbel Machluf tötete nie ein Tier und aß kein Fleisch. Er vertrat den Standpunkt: Weil der Mensch das Tier nicht erschaffen hat, so hat er auch nicht das Recht, es zu töten.

Welche große Freundin der Tiere und Blumen war die Resl von Konnersreuth, sie, die Jahrzehnte bis zu ihrem Heimgang keinerlei Nahrung zu sich nahm und die den Grundsatz des Heilands: "Was du dem geringsten meiner Brüder tust, das hast du mir getan", auch auf unsere jüngsten Brüder, die Tiere, erstreckt wissen wollte.

Alle diese Großen der Menschheit waren davon überzeugt, daß das Tier eine Seele hat und daß es nach dem Tode fortlebt. Kein Geringerer als Dr. Martin Luther gibt dazu eine deutliche Antwort:

"Ich glaube, daß auch die Belferlein und Hündelein in den Himmel kommen und daß jede Kreatur eine unsterbliche Seele hat!"

Die Heilige Schrift selbst verheißt uns die Erlösung aller Kreatur von allem Leid. Jetzt noch muß die Schöpfung seufzen und sich ängstigen, bis die neue Schöpfung in Erscheinung tritt.

Liebet alle Kreatur, also auch die Tiere, so wird sich das Geheimnis Gottes offenbaren, mahnt Dostojewskij.

In der Welt gibt es keine Sprache und kein Gleichnis, um den Sinn der tiefsten geistigen Wahrheiten auszudrücken, belehrt uns Sadhu Sundar Singh. So nehmen wir diese Offenbarungen in Demut aus dem Munde der heiligen Werkzeuge Gottes in der uns Erdenkindern verständlichen Weise.

(Wilhelm Otto Roesermueller: Überlebt ein fortgeschritten individualisiertes Tier seinen Tod?, Turm Verlag Bietigheim, 1975, S. 46f.)

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