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TIERE

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17.5.2001

69TO5A

Das Brüllen der Rinder beim Geschlachtetwerden

 

Das Grauen der Endzeit – Apokalypse der Tiere

Abdruck mit freundlicher Erlaubnis des Präsidenten des Österreichischen Tierschutz-Dachverbandes, Dr. Friedrich Landa

 

Das Brüllen der Rinder beim Geschlachtetwerden

Entsetzliche Dokumentationen aus heimischen Schlachthäusern:

Die Stiere brüllen noch, während sie am Förderband aufgeschnitten werden

 

Bei der 7. Freiland-Tagung am 28. September an der Wiener Universität

für Bodenkultur erregte das Referat von "Ja! Natürlich"-Geschäftsführer

Werner Lampert besondere Aufmerksamkeit. Er erzählte von seinen

Erfahrungen, welch grausame Zustände in den Schlachthäusern vorkommen.

Er habe beobachten müssen, dass Tiere unbetäubt "die Beine abgeschnitten

bekämen oder ins Brühwasser getaucht" würden.

 

Ein oberösterreichischer Landwirt berichtete in einem Interview für "Tierschutz im

Unterricht", dass er einmal und nie wieder seine Tiere ins Schlachthaus

begleitet habe. Ein Stier, nachdem er mit dem Bolzenschussapparat

geschossen und an einem Hinterbein hochgezogen war, hätte noch

herzzerreißend gebrüllt, während er bereits aufgeschnitten wurde.

Deshalb werde der Bauer nie wieder ins Schlachthaus gehen. Auch bei der

Schlachtung von Schweinen, vor allem bei Akkordarbeit, käme es zu

fürchterlichen individuellen Todeskämpfen, weil die Tiere nicht

ausreichend betäubt werden.

 

Aufgrund dieser Aussagen hat ein "Recherche- und Dokumentations"-Team vom

Tierschutz nun aufgedeckt, wie Tiere aus den Ställen geholt und ins

Schlachthaus transportiert werden. Unser Kameramann Friedrich Mülln

hatte sich hinten am Lkw einsperren lassen, um Aufnahmen während der

Fahrt von den Tieren zu machen. Der Film zeigt, wie den Tieren beim Auf-

und Entladen mit Stöcken direkt ins Gesicht geschlagen wird. Das ist

alles "ganz normal": Sie werden mit Mistgabeln traktiert, mit

elektrischen Viehtreibern geschockt oder durch Umdrehen des Schwanzes

zum Gehen gezwungen. Denn welches Nutztier begibt sich schon freiwillig

ins Schlachthaus? Der Gestank, zuerst nach Kadaver, weiter drinnen nach

Blut, lässt die Tiere ihr Schicksal erahnen und versetzt sie in

Todesangst. Der Lärm, vor allem der Säge, mit der die Körper

durchschnitten werden, ist ohrenbetäubend. Jenes Tier, das jeweils im

engen Gang unmittelbar vor der Tötungsbox steht, kann das blutige

Gemetzel schon sehen, das ihm bevorsteht. Ein mächtiger junger Stier

voller Lebenskraft schreckt vor diesem Anblick zurück, will rückwärts

flüchten, aber der Gang ist von den anderen Stieren blockiert: Es gibt

kein Zurück!

 

Die Tötungsbox ist so gebaut, dass, nachdem ein Tier durch die hinter

ihm sich hydraulisch schließende Tür fixiert wurde, der Kopf vorne dem

Schlächter zum Ansetzen des Bolzenschussapparates dargeboten werden

muss. Das Gerät wird an der Stirn angesetzt, ein Knall und das Tier

sackt augenblicklich weg. Aber der riesige Stier ist noch nicht tot! Er

sollte für den eigentlichen Schlachtvorgang betäubt sein.

Die Tiere werden von unten aus der Tötungsbox gekippt und mit einer

Eisenkette am Hinterbein hochgezogen. So hängen sie kopfüber am

Fließband. Jetzt sollen sie durch ein Aufschneiden am Hals zum Verbluten

gebracht werden. Erst durch das Ausbluten sterben die Tiere. Ein sehr

freundlicher Schlachthaustierarzt hat uns erklärt, dass niemand sagen

kann, wann genau der Tod eintritt. Dazu müsste ein EEG gemacht werden.

 

Der AMA-Stier hängt an einem Bein am Fließband, der Schlächter schneidet

ihm den Hals auf, Blut bricht hervor, der angeblich betäubte riesige

Körper zuckt zusammen - das kann eine Reaktion der Nerven sein und muss

nicht dahin gedeutet werden, dass das Tier noch etwas spürt.

Da geschieht etwas, das auch die Tierschützer, die in ihrer Arbeit,

Tierleid zu dokumentieren, einiges zu ertragen gewohnt sind, erschaudern

lässt: Während der Schlächter, geschäftig vor sich hin pfeifend, die

Brust aufschlitzt, schließen und öffnen sich die Augen des Tieres

langsam, einmal und nocheinmal. Dann beginnt der Stier, während er

kopfüber hängend aufgeschnitten wird, um zu Fleisch verarbeitet zu

werden, zu brüllen! Es ist auf der Videodokumentation klar und deutlich

zu sehen und zu hören. Das Tier am Fließband lebt noch und schreit! Ein

schauderhaftes, heiser-gurgelndes Muhen übertönt den Lärm des

Schlachtvorganges. Solche Szenen spielen sich immer wieder in den

Schlachthäusern ab, bevor die Tiere wirklich tot sind. Der Schlächter,

der die Vorderhufe abschneidet, muss in Deckung gehen. Denn nun bäumt

sich der mächtige Stier blutüberströmt am Haken noch einige Male auf.

Das sterbende Tier windet sich mit ganzer Kraft. Der Todeskampf dauert

lange Minuten...

 

Die Schlachthausbetreiber, Viehhändler und Schlachthoftierärzte, sowie

die Landwirte sind sich kaum einer Schuld bewusst! Genausowenig wie die

Konsumenten von Fleischwaren, die die eigentliche Ursache für das

ungeheure Tierleid in den Schlachthäusern sind, für das unsere

Mitmenschen durch diese Dokumentationen sensibilisiert werden sollen.

Fleisch wird aus lebendigen Tieren "hergestellt", auch wenn es fein

säuberlich in Plastik verpackt im Supermarkt angeboten wird. Das gilt es

bewusst zu machen. Fleischessen verursacht Gewalt gegen Tiere. Es gibt

so viele köstliche und gesunde Nahrungsmittel, für deren Erzeugung keine

Tiere getötet oder ausgebeutet werden müssen.

 

Die Videodokumentation wird zu sehen sein, sobald sich eine

Fernsehstation bereit findet, das bisher von der Gesellschaft verdrängt

gehaltene Thema der Gräueltaten in unseren Schlachthäusern bewusst zu

machen. Ein Redakteur vom ORF, dem das Bildmaterial gezeigt wurde, war

selbst so erschüttert, dass er meinte: "So schreckliche Szenen kann man

nicht zeigen! Es besteht die Gefahr, dass, wer solches aufzeigt, wie

Kassandra für die Bewusstmachung den Hass auf sich zieht, den die

Allgemeinheit eigentlich gegen die eigenen unhinterfragten

Konsumgewohnheiten richten müsste." Der ORF-Redakteur hat recht: In der

Verborgenheit unserer Schlachthäuser spielen sich alltäglich Szenen ab,

die zu grausam anzusehen sind, als dass sie gezeigt werden könnten! So

steht es also um Kultur und Ethik in unserer Schlachthauszivilisation!

Aber wie kann den Tieren geholfen werden, wenn die Öffentlichkeit nicht

über die unermesslichen Leiden informiert und dadurch das

Konsumverhalten verändert wird?

 

Aus alldem ergeben sich folgende Fragen: Wer ist dafür verantwortlich,

dass solche Gräueltaten bisher nicht aufgedeckt wurden? Wer kann die

Tiere vor unnötigen Leiden schützen? Wer überwacht, dass die

Landesgesetze "über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Schlachtung"

auch tatsächlich eingehalten werden?

 

Die Schlachthaustierärzte sind offenbar nicht in der Lage, dafür zu

sorgen, dass die Tiere in den Schlachtbetrieben nicht zu Tode gequält

werden. Deshalb die politische Forderung, die Kontrolle der

Tierschutzbestimmungen in den landwirtschaftlichen Betrieben und

Schlachthäusern müsse durch den Tierschutz erfolgen, denn einzig die

Tierschützer sind über jeden Zweifel erhaben, dass sie aus Profitgründen

und Sachzwängen die unhaltbaren Zustände übersehen könnten, die für die

Ausbeuter der Tiere "ganz normal" sind.

 

Bilder zur Dokumentation (Bildautorenvermerk: TiU/Landa)

http://www.t0.or.at/~tierschutz/bilder/rinderschlachtung.html

 

Weiteres Bildmaterial

Recherche & Dokumentation

Markus Müller, Kameramann von Tierbildarchiv.de

Dr. Friedrich Landa

Tierschutz-Dachverbandspräsident

Homepage: http://www.tierschutz.cc

Wer ist schuld?

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