ETIKA

TIERQUÄLEREI

www.etika.com
17.5.2001

69TO5B

EU für Greueltaten in Schlachthäusern verantwortlich?

Pressekonferenz mit Videovorführung im Parlament in Wien

Das Grauen der Endzeit – Apokalypse der Tiere

Abdruck nachfolgenden Textes mit freundlicher Erlaubnis des Präsidenten des Österreichischen Tierschutz-Dachverbandes, Dr. Friedrich Landa

Qualen in Schlachthäusern von EU-Verordnung verursacht?

Die Greueltaten in den Schlachthäusern, die für "Tierschutz im

Unterricht" dokumentiert wurden, könnten von einer EU-Entscheidung

verursacht sein. Wo am Fließband geschlachtet wird, kommt es zu Gewalt

gegen Tiere!

Zwar schreiben die Tierschutzgesetze der einzelnen Länder vor (z.B. oberösterreichisches

Tierschutzgesetz):

"Wer ein Tier schlachtet, muss vor dem Blutentzug

eine vollkommene allgemeine Betäubung vornehmen."

 

Neue Vorschriften der EU untersagen jedoch seit Beginn dieses Jahres die

Rückenmarkszerstörung bei der Schlachtung unter Verwendung des

Hirnstabes, weil dadurch BSE-Risikomaterial über die Blutbahn in alle

Körperteile gelangen könnte. Mit diesem Stab wurde nach dem Anschießen

im Gehirn der Tiere herumgestochert, um das Zentralnervensystem zu

zerstören und zu vermeiden, dass die Tiere beim Ausbluten und während

ihnen bereits die Beine abgeschnitten werden, aus der Betäubung

erwachen. Diese "Sterbehilfe" wurde Anfang des Jahres verboten. In der

Entscheidung der Kommission 2000/418/EG heißt es:

 

"Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass... nach dem 31. Dezember 2000

das zentrale Nervengewebe bei Rindern... nach dem Betäuben nicht durch

Einführung eines Rückenmarkszerstörers durch den Schusskanal in die

Schädelhöhle zerstört wird."

 

Das Verbot wurde ausgesprochen weil laut Begründung des

'Wissenschaftlichen Ausschusses für veterinärmedizinische Maßnahmen'

"die Zerstörung von zentralem Nervengewebe nach dem Töten mit dem

Bolzenschussapparat durch Einführung eines Rückenmarkszerstörers durch

den Schusskanal in die Schädelhöhle bewirken könnte, dass sich

potentiell infiziertes zentrales Nervengewebe während des

Schlachtprozesses über den ganzen Tierkörper verteilt."

 

Diese Maßnahme für den Schutz der Konsumenten vor BSE-Erregern zieht für

die Schlachtopfer unbeschreibliches Leid nach sich: Tiere wachen beim

Schlachten aus der Betäubung auf, während sie an den Hinterbeinen schon

zum Ausbluten aufgezogen sind und beginnen, während sie aufgeschnitten

werden, in ihrem Todeskampf schauderhaft zu BRÜLLEN!

 

Bilder zur Dokumentation (Bildautorenvermerk: TiU/Landa)

http://www.t0.or.at/~tierschutz/bilder/rinderschlachtung.html

 

Weiteres Bildmaterial

Recherche & Dokumentation

Markus Müller, Kameramann von Tierbildarchiv.de

 

Dr. Friedrich Landa

Tierschutz-Dachverbandspräsident

Homepage: http://www.tierschutz.cc/

 

 

Pressekonferenz: entsetzlichen Praktiken in den Schlachthöfen

Dienstag, 8.5.2001 - 10.00 Uhr Pressekonferenz der Tierschutzsprecherin Dr.

Petrovic

Ort: Parlament, Haupthaus, Grüner Klub Eingang Schmerlingplatz

Thema: Tierschutz und Situation in Schlachthöfen nach BSE

 

Darüber berichteten die „Dolomiten“, Bozen am 9. Mai 2001 dreispaltig:

PRESSESTIMME

TIERE/Leiden
Brutale Schlachtmethoden
EU-Richtlinie widerspricht den nationalen Tierschutzgesetzen

Wien (APA/le) – Entsetzliche Zustände herrschen einer Dokumentation österreichischer Tierschützer zufolge in Schlachthäusern. Nicht oder ungenügend betäubte Rinder brüllen noch, während sie am Förderband aufgeschnitten werden.

„Anlass, warum es jetzt so arg zu sein scheint, sind die neuen Richtlinien der EU“, erklärte die stellvertretende Klubobfrau der Grünen, Madeleine Petrovic, in Wien. Die seit 1. Jänner 2001 bestehende Richtlinie verbietet den bisher üblichen Einsatz des Rückenmarkzerstörers, um die Verbreitung von BSE-spezifischem Risikomaterial im Körper zu verhindern. Da führe jedoch dazu, dass viele Tiere während der eigentlichen Schlachtung noch am Leben sind und den Vorgang wahrnehmen. Es sei kaum zu glauben, „dass diese unmenschliche Brutalität an der Tagesordnung ist“, kritisierte Petrovic.

Ein Beispiel dokumentierte der Journalist Markus Müller in einem Film. ... Die Bilder zeigen, dass viele der Tiere noch leben, die Augen bewegen und zu brüllen beginnen, während sie kopfüber hängend aufgeschnitten werden.

Petrovic machte darauf aufmerksam, dass die neue EU-Richtlinie nicht im Einklang mit bestehenden nationalen Gesetzen stehe. Paragraph 222 des Strafgesetzbuches besagt, dass Tierquälerei mit Freiheits- oder Geldstrafe zu ahnden ist. „Die EU kann nicht das österreichische Zivil- und Strafrecht ändern“, betonte Petrovic. Die Grünen fordern eine laufende tierärztliche Überprüfung des Betäubungs- und Schlachtvorganges und neue Betäubungsmethoden.

Das Brüllen der Rinder beim Geschlachtetwerden

Index 6