ETIKA

Meteorologie

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Winde unberechenbar – Auch Dämonen am Werk

4.3.2008

Ein erfahrener Wetterflieger wundert sich überhaupt nicht, daß die Vorhersagen der Wetterkundler so oft danebenliegen. Er sagt: „Die Winde sind unberechenbar.“

In der Tat, der Schreiber dieser Zeilen hat es selbst vor etlichen Jahren beobachtet: Fast jedesmal, wenn in Italien der Zivilschutz vor heftigen Stürmen warnte, ereignete sich in seiner Gegend entweder gar nichts oder die Unwetterschäden betrugen nur einen Bruchteil des befürchteten Ausmaßes.

Die Meteorologen werden nämlich allzuoft Opfer der Dämonen. Die Geister der Lüfte tun, was sie wollen. Ihr Treiben ist unberechenbar. Es macht ihnen anscheinend großen Spaß, die Prognosen der Wetterfrösche Lügen zu strafen. Sie würden es wohl noch viel toller treiben, doch lassen dies ihre letztlich begrenzten technischen Möglichkeiten (siehe auch den Roman von Vicente F. Delmonte: Jedem nach seinen Taten) nicht zu.

So erkennen wir 3 Möglichkeiten, die miteinander abwechseln:

Erstens: Gott als Schöpfer dirigiert die Winde, auch mittels der Engel, und stellt sie in seinen Dienst, zum Beispiel um die Erde fruchtbar zu machen. In der Bibel (Luther-Bibel) heißt es zum Beispiel:

Psalm 135,7 (der Herr,) der den Wind herausführt aus seinen Kammern.

Psalm 104,4 (Herr,) du machst Winde zu deinen Boten.

Zweitens: Dämonen benutzen die Winde, um Böses anzurichten und Unfug zu treiben. Doch ihnen sind Grenzen gesetzt. Zum Beispiel mußten die Winde Jesus gehorchen, ebenso Heiligen.

Paulus schrieb den Ephesern 2,2, daß sie früher nach Art dieser Welt gelebt haben, „unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams“.

Matthäus 8,26 Und (Jesus) bedrohte den Wind und das Meer. Da wurde es ganz still. 27 Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam sind?

„Die Dämonen der Luft: Sie bedienen sich der Naturgewalten: Blitz, Hagel, Wind, Sturm, Windhose usw., um den Menschen zu schaden oder sie umzubringen ... Epheser 6,12 . ... Daher war bei Sturm, Gewitter usw. das Läuten von geweihten Glocken, der Wettersegen, der Gebrauch geweihter Wetterkerzen usw., vor allem des Weihwassers, dessen Gebrauch man schon seit Apostels Zeiten kennt, immer Praxis der katholischen Kirche.“ (Heinrich Kreuzer: Die Engel, unsere mächtigen Fürbitter, Marianisches Schriftenwerk, CH-4632 Trimbach, S. 46, ETIKA 90A60 )

Eines ist sicher, die Engel und damit auch die Dämonen sind die besseren Meteorologen. Denn beim hl. Thomas von Aquin finden wir in seiner „Summa contra gentiles“ folgende Stelle (154. Frage: Können Dämonen weissagen?): „Da nun alle niederen Körper nach den Kräften und der Bewegung der oberen Körper angeordnet werden (III 82), können jene Geister viel eher als irgendein Astronom künftige Winde und Stürme, Luftwirbel und anderes derartige im voraus verkünden, was von der Bewegung der oberen Körper verursacht ist und in bezug auf Veränderungen der niederen Körper geschieht.“ (Thomas von Aquin: Summa contra gentiles, Band 3, Teil 2, 3. Buch, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 2001, Seite 351, links daneben lateinisch)

Für die Endzeit gilt: "Nun wird den Engeln die Macht gegeben, die Strafgerichte Gottes an der Menschheit zu vollziehen. Sie werden alle Elemente entfesseln und die Schalen des göttlichen Zornes über die Menschheit ausgießen. Aber auch im Gewittersturm der Endzeit vergessen sie nicht die Menschen, die Gott stets treu gedient haben.... (Apokalypse 7,2-3)
(Adolf Rodewyk S.J.: Sie stehen ganz im Licht - Von den heiligen Engeln, Christiana-Verlag Stein am Rhein, 1980, S. 45, www.christiana.ch )

Der hl. Augustinus: „Doch muß auf’s Festeste geglaubt werden, daß der allmächtige Gott Alles thun kann, was er will, sei es strafend oder gewährend, daß aber die Dämonen gemäß der ihrer Natur verliehenen Macht (denn auch sie sind engelhafte Geschöpfe, wenn sie auch durch ihre eigene Schuld böse sind) nur Das wirken können, was Jener zuläßt, dessen Gerichte oft verborgen, niemals ungerecht sind.“
(Ausgewählte Schriften des hl. Aurelius Augustinus, Kirchenlehrers, nach dem Urtexte übersetzt. Dritter Band. Kempten. Verlag der Jos. Kösel’schen Buchhandlung. 1874. Des heiligen Kirchenvaters Aurelius Augustinus zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat. Aus dem Lateinischen der Maurinerausgabe übersetzt von Ulrich Uhl. Zweiter Theil. 18. Buch, 18. Kapitel, S. 518)

Noch mehr wäre wohl in der „Summa Theologiae“ des hl. Thomas von Aquin zu erfahren, vor allem bei der 110. Frage: Das Walten der Engel über die körperliche Schöpfung; doch steht uns diese Quelle momentan nicht zur Verfügung.

Drittens: Die Natur handelt, wie es ihr gemäß ist, das heißt die Winde werden sich selbst überlassen. Das gälte für den Normalfall. Die Natur kann heute aber nicht mehr frei handeln, da der Mensch die Ordnung Gottes gestört hat und stört. Sie muß nämlich auf die wahnsinnigen Eingriffe der Menschen reagieren und die vom Menschen verursachte Klimakatastrophe durch Gegenmaßnahmen ausgleichen, um später wieder ein Gleichgewicht zu erreichen. Diese zwei Verfahrensweisen der Natur sind ebenfalls in der Heiligen Schrift angeführt:

Johannes 3,8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt.

Jesaja 24 geißelt zwar die Sünden gegen Gott, aber die Sünden gegen die Natur werden eine ähnliche Wirkung haben, das heißt die Natur selbst rächt sich: „4 Das Land verdorrt und verwelkt, der Erdkreis verschmachtet … 5 Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie übertreten das Gesetz und ändern die Gebote …

Folgen für die Menschen:

 

"Die ganze Sorge wird darauf gerichtet sein, nach sicheren Orten zu suchen, um sich gegen die Beben der Erde und die Stürme der Luft und das Steigen der Meeresflut zu verteidigen." (Fray Luis de Granada, Libro de la Oración y Meditación, Ediciones Palabra, Madrid 1979, cáp. XII, p. 127,  ETIKA 90A60 )

 

"... die Plagen warnen uns, uns von der Gunst der Welt verführen zu lassen. ...die Plagen reißen die Neigung aus den Herzen, die für die Vergnügen der Welt empfänglich ist. ... die Plagen lassen uns erkennen, was wir in der Welt fliehen müssen. (San Gregorio Magno, Moralia II, Parte Quarta, Libro XXIII, 51. (757), Edizioni Paoline, 1965, p. 148)

 

"Jene, die der böse Wille pervers macht, werden oft von der Drangsal korrigiert." (Hl. Gregor der Große, ibd. Parte Sesta, Libro XXXIV, 4. (1117), p. 406)

Uns Menschen bleibt angesichts unserer Ohnmacht nur das Gebet:

Herr, hilf! Herr Jesus Christus, erbarme Dich unser! Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner!

In allem lobte der hl. Franziskus von Assisi Gott. So im Sonnengesang:

Gelobt seist Du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken und heiteres und jedes Wetter, durch welche du Deine Geschöpfe am Leben erhältst.

Desgleichen Stücke zu Daniel 3,42 Alle Winde, lobet den Herrn.

Dasselbe tut der katholisch-bayerische Traditionalist Konrad Maria Lutz in seinem sensationellen, 792 achtzeilige Strophen und 200 Seiten langen Gedicht „Jenseitsreise“ (zu beziehen beim gutkatholischen Verlag Anton A. Schmid, Postfach 22, D-87467 Durach für 12,20 Euro) auf Seite 172:
“Und ich begann nach Sankt Franziskus Weise
Den Herrn durch die Geschöpfe zu verehren,
Und forderte den Bruder Sturm zum Preise
des Höchsten auf: Lass’ deine Stimme hören
Zu Seinem Lob auf deiner wilden Reise!“

Geistiger Sturm

Lesenswertes zum Thema Sturm finden wir auch in der überaus empfehlenswerten  franziskanischen Vierteljahreszeitschrift „Dienst am Glauben“, Heft 4/2007 (zu beziehen bei P. Franziskus Federspiel OFSP, Höttinger Gasse 15a, A-6020 Innsbruck) in einem Beitrag des verstorbenen Pfarrers Michael Dobler: „Die sieben heiligen Sakramente“. Es heißt da:

„Erscheinungsformen des Heiligen Geistes: Der Sturm – die Taube – die Feuerflamme

a)    der Sturm. Beim Pfingstfest war es wie das Brausen eines Sturmes. Damit ist angedeutet, daß es sich um einen geistigen Sturm handelte – der Sturm reißt alles Morsche weg, damit neues Leben sich entfalten kann – nur was stark und fest, überlebt. Auch bei uns möchte der Sturm des Heiligen Geistes (durch Beichte und Buße) alles Sündhafte fortreißen.

In diesem Sinne sagte auch Gregor von Nazianz (um 320 – um 390), Patriarch von Konstantinopel:

„Denken wir bei heiterem Himmel an den Sturm und im Sturm an den Steuermann!“

 

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