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Zuasphaltiertes Südtirol muss um Wanderer fürchten

19.10.2016

 

Wir raten allen Gemeindeverwaltungen und der neuen Südtiroler Landesregierung, schleunigst die vielen Wanderwege instandsetzen zu lassen, die im regen- und schneereichen Winter 2013/2014 beschädigt oder zerstört worden sind.

Wenn sie diese Warnung nicht beherzigen, prophezeien wir dem Tourismus erhebliche Einbußen. Südtirol ist ein Wanderland, und wenn die Urlauber nur noch Sperrschilder und asphaltierte Straßen vorfinden, gehen sie anderswo hin. In Welschnofen sind Gäste bereits nach einer Nacht wieder abgereist, weil es dort zur Zeit keine Möglichkeit zum Wandern gibt.

Auch ist es an der Zeit, das unter der Regierung Durnwalder ziemlich vernachlässigte Wanderwegenetz den Wünschen der Wanderer anzupassen. Damit ist Folgendes gemeint: Es braucht einen zeitgemäßen Plan, der die vielen unnötigen Auf und Ab beseitigt – wo bleibt der ebene Höhenweg von Perdonig bis Margreid? ‒ und die anstrengende Umgehung bestimmter Flächen – zum Beispiel oberhalb Margreids – vermeidet.

Auf den Wanderkarten dürften nur noch Strecken eingezeichnet werden, die nicht asphaltiert sind. In letzter Zeit wurden wohl auf Druck der Landwirtschaft immer noch mehr Wege mit Teer oder Asphalt überzogen – zum Verdruss von Mutter Natur sowie der unzähligen Wanderer, die mit der Zeit schmerzhafte Dornwarzen bekommen. Das Mindeste, was die Gemeindeverwaltungen tun sollten: in der Mitte oder am Rand von Asphaltstraßen Kiesstreifen für die Wanderer anlegen und den Teerbelag weniger befahrener Straßen nicht mehr erneuern. Besser wäre noch ein Rückbau vieler Asphaltstraßen und die Anstellung von einheimischem Personal, das die Schotterwege bei Bedarf ausbessert. Zum Beispiel wären die Wanderwege 8A und 12 von Eppan nach Missian gänzlich aus den Karten zu streichen, da voll asphaltiert und eine Zumutung für Wanderer.

Außerdem sind die meisten Wege voller Steine und Wurzeln. Nötig wären mehr Kieswege, vor allem im Hinblick auf die immer älteren Gäste, sowie Barfußwege auf den Almen, zum Beispiel oberhalb von Innerhütt in Pfelders. Und wie viele Markierungen sind zu erneuern oder zu ergänzen, vor allem an Weggabelungen! Wie viele Zeitangaben auf Hinweistafeln sind zu berichtigen! Wie viele Wanderparkplätze fehlen!

Und wann kommt endlich der Rundwanderweg am Ufer des Kalterer Sees?

Das Vertrauen der Bevölkerung in die Südtiroler Politiker ist restlos verloren gegangen, seit die Tageszeitung „Dolomiten“ im Februar 2014 aufgedeckt hat, dass an 130 Mandatare 90 Millionen Euro Steuergelder als Pensionsvorschuss gezahlt werden, davon an neun Repräsentanten der SVP wie auch der sonst so kritischen Oppositionsparteien jeweils mehr als eine Million. Wenn nun auch noch die Touristen wegbleiben, wird die Situation chaotisch werden. Leider sind unsere Worte in den Wind gesprochen.

Außer die Verantwortlichen in Land und Gemeinden denken radikal um, besinnen sich auf die christlich-sozialen Grundsätze ihrer Vorväter und verwandeln Südtiroler wieder in das Paradies, das es einmal gewesen ist. Das geht nur, wenn Bauern und Touristiker, Handwerker und andere Mittelständler den Ton angeben, nicht die Industrie und die „Großkopfeten“, die nur auf ihren eigenen Vorteil schauen.

Für eine friedliche, ethisch-christliche Revolution von unten, eine Erneuerung im Geiste des Heiligen Landes Tirol, das Reimmichl skizziert hat, wäre jetzt die beste Gelegenheit.

Nachdruck gestattet.

Nachtrag 1: Dienstags nie nach Fennberg! Jetzt ist es uns schon das zweitemal passiert (am 11.3.2014):  Alle 3 Gasthäuser in dem idyllischen Ort am See haben dienstags geschlossen. Ob da nicht die Gemeindeverwaltung Margreid und der Tourismusverein etwas ausrichten könnten? Wie viele Wanderer, ermüdet vom steilen Aufstieg, und Ausflügler sind enttäuscht! Da ist es besser, eine andere Route zu wählen und zum Beispiel eines der beiden guten Gasthäuser in Graun aufzusuchen. Übrigens kommt man nicht in 2 Stunden, wie auf dem Hinweisschild in Penon angegeben, nach Fennberg, jedenfalls nicht zum Fennberger See, sondern nur bis Oberfennberg (Kirche und Ansitz). Von dort aus ist es, wenn man wegen des vielen Schnees weiter auf der lästigen Asphaltstraße gehen muss, nochmals eine halbe Stunde. Immer häufiger entdecken wir, dass Gasthäuser auf- und zumachen, wann sie gerade Lust haben, vielleicht weil dem Wirt plötzlich eingefallen ist, er könnte schnell Urlaub auf den Malediven oder in Scharm el-Scheikh machen. Diese unregelmäßigen Schließungen sollten in Wandergegenden die Ausnahme sein. Wozu gibt es Tourismusvereine und Gemeinderäte? Bei wiederholten Verstößen sollte für ein Jahr die Lizenz entzogen werden.

Nachtrag 2: Mit Abscheu nimmt der Christ den Sex-Skandal der Führung der Freiheitlichen zur Kenntnis (siehe Zeitungen vom 12.3.2014). Er wird künftig weder diese Partei wählen noch die Südtiroler Freiheit, die sich, wie von der „FF“ gemeldet, nicht gegen die Adoption von Kindern durch Homosexuelle ausgesprochen hat. Damit haben diese Parteien den Ideen Selbstbestimmung und Freistaat den denkbar schwersten Schaden zugefügt. Die Hoffnungen vieler Südtiroler scheinen wieder auf der SVP zu ruhen, allerdings nicht der alten Riege, die sich wie die Granden der anderen Regionalratsparteien schamlos bereichert hat mit den teils millionenschweren Politikerrenten und den Vorschüssen darauf. Ein großer Prozentsatz der Bevölkerung wird freilich überhaupt nicht mehr zur Wahl gehen, was kuriose Ergebnisse befürchten lässt.

Nachtrag 3: Wer von den Anteilseigner der Rittner Bahn hat 1957 für die Auflassung der Fleimstaler Bahn gestimmt? In den 40 Jahren seit 1917 hatte diese ihren Zweck voll erfüllt zum Segen der Bevölkerung und der Reisenden. Es wäre nur gerecht, wenn die Verantwortlichen mit ihrem Vermögen für den Schaden haften, den sie der Allgemeinheit zugefügt haben. Dasselbe müsste für jene Zeitgenossen gelten, welche die Überetscher und Passeirer Bahn verhindert haben oder verhindern.

Nachtrag 4: Die Verantwortlichen jener Gemeindeverwaltungen, die markierte Wanderwege haben asphaltieren lassen, z. B. den auf der alten Fleimstaler Bahntrasse im Gemeindegebiet von Montan, sollten den Rückbau zu Schotter- und Kieswegen aus ihrer eigenen Tasche bezahlen.

Nachtrag 5: Gaststätten, die Gäste mit falschen Speisekarten anlocken, sollten für mindestens einen Monat die Lizenz verlieren. So das Restaurant A. in A., das mit einer reichhaltigen Speisekarte am Eingang wirbt. Der Gast bekommt aber das Gewünschte nicht, sondern muss mit einer kümmerlichen Auswahl von zwei oder drei Speisen vorlieb nehmen.

Nachtrag 6: Die Wegverantwortlichen sollten alle 5 oder 3 Jahre mit einer ortsunkundigen Person ihre Strecke abgehen, damit sie merken, an welchen Stellen der Wanderer Orientierungsschwierigkeiten hat.

Nachtrag 7: An der Kirche in Bauernkohlern führt ein schöner Grasweg abwärts Richtung Bahn. Doch o Schreck, unten neben dem Waldorf-Montessori-Ferienheim verschließt ein Schloss das Gatter und man muß zurück. Wer das Schloss angebracht hat, möge doch bitte oben ein Hinweisschild anbringen: Privatweg. Als Entschädigung für diesen Ärger entdecken wir eine Aufschrift an der Bergstation der seit 1908 existierenden Kohlerer Seilbahn: „Fahrgäste in betrunkenem oder abnormalem psycho-physischen Zustand oder ohne ausreichenden Schutz gegen die herrschende Witterung sind von der Beförderung ausgeschlossen.“

Nachtrag 8: Statt ebene Wanderwege anzulegen nach dem Muster von San Romedio, frönen Landesregierung und Gemeinden dem süßen Nichtstun. Sie lassen einfach die bestehenden Forst- und Feldwege, die meistens unnötige Auf und Abs aufweisen, vom Alpenverein für ein Spottgeld als Wanderwege markieren. Und niemand protestiert.

Nachtrag 9:Viele, besonders kleine Kirchen sind geschlossen. Gläubige und Wanderer sind enttäuscht. Und manche Kirchen riechen muffig, so dass man schnell, wieder herausgeht, wie aus jener in A.

Nachtrag 10: Eine Zumutung ist der sogenannte Wanderweg von Graun nach Söll. Ab dem Gummererhof ist er asphaltiert. Ist denn noch kein vernünftiger Mensch auf den Gedanken gekommen, dass man in dieser vom Tourismus lebenden Gegend die Straße auf einer Breite von nur 2,50 m statt 3 m teeren könnte, so dass die Wanderer daneben auf Kies oder Schotter gehen könnten und sich nicht die Fußsohlen ruinieren lassen müssten? Den Verdruss verstärkt noch ein völlig unnötiges Auf und Ab zwischen Söll und Tramin. Sind die Verantwortlichen in Südtirol denn alle so hirnlos, dass sie nicht wahrhaben wollen, dass die Wandergäste immer älter und kränker werden und Wert auf angenehme, möglichst ebene Wege legen?

Nachtrag 11: Ein Sammelsurium von fehlenden und falsch aufgestellten Hinweistafeln bietet die Zone zwischen Mendel und Ronzone. Wer etwas erleben will, kann sich dort als Pfadfinder betätigen, besonders wenn er mit der zehn Jahre alten, im vergangenen Jahr gekauften Wanderkarte von … unterwegs ist. Und mindestens jede zweite Zeitangabe auf unserem Weg war falsch. Es gibt wenige Gebiete, wo man sich so leicht verirren kann wie auf der Mendel mit ihren ausgedehnten Wäldern.

Nachtrag 12: Veraltete Markierungen entfernen. Unglücksraben, welche nach dem letzten Haus von Unterradein den nach rechts zeigenden Pfeil übersehen und allzu vertrauensselig am Schwarzenbach entlang der rotweißen Markierung folgen, werden auf diesem Weg die Kugelalm kaum erreichen. Plötzlich hört die Markierung auf, man kommt an einen Bach, bei dessen Überquerung man nass wird, und dann geht es nicht mehr weiter, wie uns herabkommende Wanderer versicherten, die wegen umgestürzter Bäume umkehren mussten. Also wieder absteigen bis zu einer Brücke und, auf Rat eines Holzfällerbuben, auf der anderen Seite des Baches auf einem Forstweg stetig aufwärts. Der Weg verzweigt sich. Wohin? Wir gehen gerade aus, aber nur solange bis der Weg nach einer halben Stunde so überwachsen ist, dass ein Fortkommen unmöglich ist. Zurück und auf dem Forstweg rechts aufwärts. Wir gelangen zur Forsthütte Tonisleger (1565 m), wo wiederum zwei Wege emporführen. Um nicht noch einmal hereinzufallen, geben wir auf und gehen nach Hause. Die Moral von der Geschicht: 1. alte, nicht mehr gültige Markierungen entfernen! 2. Bei Abzweigungen auffällige Hinweisschilder bzw. Markierungen anbringen! Als Wanderkarten empfehlen wir „Tabacco“ (werden angeblich jedes Jahr aktualisiert) oder Tappeiner. Man achte auf das Herstellungsdatum.

Nachtrag 13: Spott- und Wucherpreise. Wo gibt es das sonst in Südtirol? Eine Suppe mit Brennesselknödel, danach Polenta und Salat, dazu ein kleiner Radler: 7 Euro. Ein Cappuccino kostet im Gasthaus Unterhauser in Unterradein 1,40 Euro, 1 Aranciata neben der Talstation der Mendelbahn 1,50 Euro. Wir haben die Absicht, weiterhin auf preisgünstige Gasthäuser wie Locher bei Jenesien oder Schwarzenbach in Unterradein hinzuweisen. An anderen Orten, besonders in den Zentren von Bozen und Meran, übertreffen sich die Wirte an Unverschämtheit. In einer Bar in T. kostet ein kleines Oransoda 2,30 Euro, das im Konsumverein für 46 Cent zu haben ist.

Nachtrag 14: Es fehlt ein asphaltfreies Wanderwegenetz Südtirol, an das jeder Ort angeschlossen ist. Was tut die Landesregierung in diesem Tourismusland eigentlich mit den Steuermillionen?

Nachtrag 15: Ein Lob der Forstverwaltung von Kaltern. Sie hat am Anfang eines Forstweges, der vom Kalterer Höhenweg abzweigt, gut sichtbare Schilder aufgestellt: „Sackgasse“, und damit Wanderer vor Irrwegen bewahrt.

Nachtrag 16: Warnung auch für Südtirol: Die Schuld für Überschwemmungen in Apulien geben Feuerwehren, Bürger und Umweltverbände der Zementierungswut. Regionalassessor Guglielmo Minervini erklärte: „Schluss mit den Asphaltbändern!“ („Basta nastri asfalto.“) Die Natur müsse von den vom Menschen geschaffenen Hindernissen befreit werden. (bari.repubblica.it 28.7.2014)

Nachtrag 17: Nochmals Rundwanderwege. Von den Trentinern können sich die Südtiroler eine Seite abschneiden. Die Seilbahngesellschaft Cermis in Cavalese / Funivie Alpe Cermis) hat einen beispielhaften Gratis-Wanderführer (Cartina dei sentieri) herausgegeben mit mehreren detaillierten Landkarten und vielen Wandervorschlägen, auch auf deutsch, und zwar handelt es sich meistens um Rundwanderwege. In Südtirol fällt keinem Menschen ein, ein landesweites Rundwanderwegenetz auszuarbeiten.

Nachtrag 18. Zur Volkskultur gehört auch die Volksmusik. Doch hören die armen Touristen auf den meisten Almhütten und in den Gasthäusern nur das weltweit dominierende primitive englisch-amerikanische Geplärre. Anscheinend wollen die bekannten Kräfte die Seele des Volkes umformen. RAI Südtirol sendet seit einiger Zeit hauptsächlich englische Pop- und Rockmusik, und die vielen wütenden Leserbriefe in den Zeitungen ernten am Mazziniplatz nur Hohnlachen. Von den Rundfunksendern (sogar der Kirchensender Grüne Welle bringt manchmal englische Musik) verlangen wir als Hörer, dass die Musikredakteure vor oder nach der Sendung mit Namen genannt werden. Bei den Textsendungen erfährt man ja auch die Namen der Redakteure und Moderatoren. Die Hörer fordern wir auf, abzuschalten (am besten gleich um 6.05 h), sobald ein englischer Song die Nerven tötet – im eignen Interesse. Gesundheit und Gemüt gehen vor. – Wie schrecklich, dass in die beliebteste Volksmusiksendung nun auch schon schräge Volksmusik von Herbert Pixner eingeschmuggelt wird (seine Frühwerke scheinen uns in Ordnung, aber nicht mehr später entstandene). Ganz am Rande: Manche Sprecherinnen schnattern wie die Enten. Ist denn Niemand imstande, den Leuten am Mikrophon die Grundregel beizubringen: langsam und deutlich sprechen! Übrigens erschien am 2.8.2014 auf Seite 6 ein Lesergedicht von M. C. aus W. in den „Dolomiten“, das so beginnt: „RAI Südtirol? Eher RAI England wohl! Englisch „Song“ auf „Song“, den Hörern war liaber a Tiroler Klong; aber na, ständig englisches Geplärr …“ Bravo!

Nachtrag 19. Rätselhafte SAD-Fahrpläne. Anscheinend ein g. M. hat die an den Haltestellen im Unterland aushängenden Fahrpläne der Citybus-Linie 122 gestaltet. Da liest der Fahrgast zum Beispiel nur mehr: Rathaus – Bushaltestelle – Friedhof – Rathaus – Bushaltestelle – ohne Angabe der Orte! Diese werden nur in der Überschrift genannt. Kaum Jemand begreift, welches Rathaus nun gemeint ist und welche Bushaltestelle. Legt solchen Bürokraten das Handwerk und beschwert euch! (8/2014) Beschwerden hatten Erfolg. (9/2014)

Nachtrag 20. Höflichkeit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. An dieses Motto scheinen sich zwei Wirte *** zu halten. 1. Als ein Wanderer auf die sehr schlechte bzw. fehlende Markierung am oberen Weg vom Hotel Paradiso zum „H. Waldaim“ (so zwei hölzerne Hinweistafel, die wohl unser Gesprächspartner angebracht hat) hinwies, regte sich der Mann an der Theke auf. „Bisher hat sich noch Niemand beschwert“, murrte er. „Es gibt viele Sachen auf der Welt, an denen es fehlt. Setzen Sie sich eine Brille auf, dann finden Sie den Weg.“ 2. Eine Frau fällt auf einer Terrasse mit ihrem Stuhl um und landet auf dem Rücken, weil ein Stuhlbein in eine Vertiefung gerutscht ist. Als ihr Mann sich beim Wirt beschwert, denkt dieser nicht an eine Entschuldigung und eine Besichtigung des „Unfallorts“, sondern kassiert ohne Kommentar die Rechnung. Als der Gast weg ist, murmelt er achselzuckend: „Sollen die Leute aufpassen, wo sie ihre Stühle hinstellen.“

Nachtrag 21. Zubetoniertes Südtirol. So ist ein Leserbrief von Wilhelm K. aus K. (D) in den „Dolomiten“ vom 10.9.2014, S. 9, überschrieben, dem wir folgendes entnehmen: „Durch den massenhaften Abriss von historischen Gebäuden und den Ersatz moderner Beton-Stahl-Glas-Bauten verliert Südtirol seine Tiroler Identität. … Jedenfalls haben wir (Familie und Freunde) Südtirol den Rücken gekehrt, wir werden diese Umstrukturierung eines Landes ins absolut Hässliche nicht mitfinanzieren.“ Bravo! Die Südtiroler werden sich umschauen, wenn sie die Gäste weiterhin so vergrämen. (Um von einer betrüblichen Umfrage in der Bevölkerung zum Thema Tourismus ganz zu schweigen.) Wenn bei Bundesdeutschen und Österreichern die Begeisterung für unser Land nachlässt, dann werden sie auch keinen Südtiroler Wein und kein Südtiroler Obst mehr bevorzugen. Was das Problem moderne Architektur betrifft, so gäbe es ein wirkungsvolles Gegenmittel: Abriss verschandelnder Gebäude auf Kosten der Besitzer, Architekten, der verantwortlichen Mitglieder der Baukommissionen sowie der Verantwortlichen in Landesregierung und -verwaltung.

Nachtrag 22. Verpasste Chance. Aldein könnte ein Wanderparadies sein mit seinen herrlichen Wiesen und Wäldern, wenn nicht die meisten Wege asphaltiert wären. Die weiten, oft ebenen Wege wären vor allem für ältere Menschen geeignet, um nur Matznell und Mösl zu nennen. So aber ärgert sich der Wanderer grün und blau. Besonders leid tun uns die Urlauber, die mangels Alternativen an den Landstraßen des Unterlandes entlanggehen, wo es fast nirgends daneben eine Fußspur aus Kies und Schotter gibt. So vergrault Südtirol die Gäste, von denen es bisher gelebt hat. (25.10.2014)

Nachtrag 23. Empfehlenswerte Gaststätten für Urlauber. Sie bieten gute und relativ preiswerte Gerichte und sind nicht so unverschämt teuer und unhöflich wie sehr viele Gasthäuser in Südtirol (im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland). In Passeier: Lamm/Mitterwirt in St. Martin (schon Andreas Hofer kehrte hier ein); Tannenhof, Platt; Edelweiß, Pfelders. Bozen und Umgebung: Weißes Rößl in der Bindergasse (durchgehend warme Küche, oft überfüllt); Fink, Mustergasse; Post in Gries; Radstation Ottenkeller neben der Straße Bozen – Blumau; Oberspeiser, Terlan (köstlicher Spargel mit ursprünglicher Bozner Sauce ohne Senf und Mayonnaise; viele gefeierte Südtiroler Meisterköche sind doch nur kleine Lichter, wenn sie in ihren Büchern Senf als Zutat angeben); Ritten: Spögler, Lengmoos/Klobenstein. Mendel: Halbweg, Restaurant Roen in Villini hinter dem Pass. Unterland: Fichtenhof, Gfrill; Rose, Montan; Weber, Petersberg; Petersberger Leger (nur vegetarisch), Lahner Alm (beide von Maria Weißenstein aus erreichbar), Krabes-Alm (bei Altrei); Pizzeria Terzer, Kurtatsch; Plattenhof, Söll; Jolly, Salurn. Café Visintin, Bio-Hotel Kaufmann, Auer. Überetsch: See-Perle, Kaltern (Pressknödel in der Rinderkraftbrühe). Zu beachten ist, dass viele Hütten höchstens bis Allerheiligen offen haben und dann oft erst wieder im Mai aufmachen.

Nachtrag 24. Keine Sicherheit mehr im Lande. Südtirol nähert sich den Zuständen in der Dritten Welt. Die Dolomiten vom 3.12.2014 (rc) berichten: „Die Südtiroler fühlen sich nicht mehr sicher. Angst drückt Lebensqualität. 384 Diebstähle und 58 Wohnungseinbrüche mehr als im Vorjahr.“ Kleinkriminalität nimmt zu, die Aufklärungsquote sinkt.

Nachtrag 25: Urlauberwarnung. Nicht jeder, der eine Tracht trägt und Tiroler Dialekt spricht, hat auch die Tiroler Gesinnung. Besonders bei Konzerten vieler Musikkapellen sind Enttäuschungen vorprogrammiert, was meist an den Dirigenten und Dirigentinnen liegt. Zwei Ausnahmen wollen wir hier erwähnen: Tramin kann stolz sein auf Marlene Zwerger Matzneller, die in einzigartiger Weise seit Jahrzehnten als Lehrerin und Leiterin verschiedener Chöre die unverfälschte, bodenständige Volksmusik hegt und pflegt (wie himmlisch war doch das Adventsingen in der Traminer Pfarrkirche 2014!). Und Kurtatsch darf sich freuen über die junge Dirigentin des Männergesangvereins, dessen Lieder bei der Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal ebenfalls im Dezember 2014 zusammen mit dem Auftritt der Schützen, der Bläsergruppe der Musikkapelle und der Feuerwehr sowie den mutigen Worten der Erinnerung an die gefallenen Helden des 19. und 20. Jahrhunderts die Seele des Landes Tirol widerspiegelten. Während man im fernen Laimbachtal (Brandtal, Vallarsa) mit Begeisterung die vergessene Tradition wieder zum Leben erweckt, wieder die altbaierische Sprache spricht und auf Initiative von Arthur F. und Hugo-Daniel Stoffella wieder die alte Tracht trägt (siehe Reimmichls Volkskalender 2015, S. 200-208), steuern heute viele Kapellen, verblendet durch die moderne konzertante Blasmusik, einen antitirolischen, modernistischen Kurs, und dann gilt:

Wie schön die Tracht. Doch das Gewand
wird als Trojas Pferd verwandt.

Nachtrag 26: Als Notlösung für den Asphaltnotstand schlagen wir vor, dass  die Gemeindeverwaltungen alle Wanderwege sowie jene Feld- und Forstwege und Straßen, die nicht unbedingt geteert sein müssen, mit einer Kiesschicht überziehen lassen.

Nachtrag 27: Eine Unverschämtheit ist es von der Abteilung Forstverwaltung, in der Mitte eines Wanderweges (z. B. Nr. 13 am Wolfsgrubner See am 13.1.2015) ein Schild aufzustellen „Zutritt verboten“, ohne eine Umleitung anzugeben. So müssen die Wanderer zurückgehen und sich selbst einen anderen Weg suchen, was Zeit und Kraft kostet.

Nachtrag 28: Den größten Idioten Südtirols ist es gelungen, sich in die Reihen der Wegmarkierer des Alpenvereins einzuschleichen und die Wanderer irrezuführen, indem sie z. B. an Wegkreuzungen die Markierungen weglassen usw. usw.  Weil sie selbst den richtigen Weg kennen, denken sie, die anderen kennen ihn auch.

Nachtrag 29. „Wenn ihr den Ausbau des Bozner Flugplatzes nicht verhindern könnt, dann stellt als Bedingung den Bau der Überetscher Bahn bis Kurtatsch!“ Diesen Wunsch äußerte ein Unterlandler am 26.11.2015 gegenüber dem Traminer Ex-Bürgermeister Werner Dissertori (Plattenhof in Söll) und am 29.11. gegenüber dem Kurtatscher SVP-Landtagsabgeordneten Oswald Schiefer. Es wäre völlig unzumutbar, wenn die Bevölkerung von Überetsch und Unterland nicht nur die krebserzeugenden und klimaverändernden Abgase der großen Flugzeuge einatmen müsste, sondern sich auch noch zu den Stoßzeiten zwischen Eppan und Bozen weiterhin Staus und Kolonnenverkehr gefallen lassen müsste. Die Übetscher Bahn, die schon früher existierte, aber von (nach Meinung von Umweltschützern in diesem Fall verbrecherisch handelnden) Landespolitikern aufgelassen wurde, würde auch einen Teil der Bozner Verkehrsprobleme lösen. Die vorherige Landesregierung hat statt der Überetscher Bahn auf die Einführung von Metrobussen bis Kaltern gesetzt, doch erweist sich dies wie vorauszusehen als Reinfall. Die 50 Millionen (oder waren es weniger?), die für das Metro-Bus-Projekt ausgegeben werden, sollte der Rechnungshof von den verantwortlichen Politikern, angefangen von Ex-Landeshauptmann Luis Durnwalder bis zu jenen Kräften in der Kalterer Gemeindeverwaltung, die das Vorhaben befürwortet haben, zurückfordern.

Getränkekultur in Südtirol unter aller Sau. Einfallslose Speisekarten. Wenn man in ein Lokal kommt, bringt der Kellner die Speisekarte und fragt gleich: „Was möchten Sie trinken?“ Selbst viele renommierte Restaurants haben keine Getränkekarte. Das Angebot ist dürftig. Verlangt man ein Weizen- oder Weißbier, bekommt man automatisch ein Hefeweißbier. Dass es auch ein Kristallweizen gibt, haben diese Wirtsbanausen noch nie gehört. An Spezialitäten mangelt es in den meisten Restaurants und auch Bars. Wo gibt es außer Wein und Bier nicht gesüßte Getränke, zum Beispiel Apfelmost, frisches Quellwasser oder die Mischung etwas Apfelsaft/Mineralwasser/viel Zitronensaft? Niemand ist es bisher eingefallen, sich jene grüne Köstlichkeit zuzulegen, mit dem die Konditorei Betta in Cavalese ihre Kunden verwöhnt: ein eisgekühltes Fläschchen Cedrata einer Spezialfirma. Die beste Getränkekarte haben wir bei der Lahner Alm entdeckt. Der erfindungsreiche Hüttenwirt hat ein Superangebot, das zum Beispiel Buttermilch, sauren Radler, Sportwasser, einen Caffè americano und einen deutschen Kaffee einschließt. Wenn bei den übrigen Lokalen die Gäste mit der Zeit ausbleiben wegen der kulinarischen Mängel, wegen der unerträglichen Luftverschmutzung der Autos (Smog im Etsch- und Eisacktal) und wegen der hohen Preise und unfreundlichen Bedienung, dann werden die Wirte die Ernte einfahren.

Wer schon bietet den deutschen Gästen die von ihnen gern verzehrten fleischlosen Hauptspeisen an?

·        Spätzle mit Tomatensoße oder Linsen

·        Kartoffelpüree mit Sauerkraut oder Blaukraut

·        Kartoffeln mit Spinat und Rührei

·        Kartoffeln mit Schwarzwurzeln

·        Kartoffelpuffer mit Apfelmus

·        Dampfnudeln mit Pflaumen- oder Zwetschgenkompott

·        Aufläufe aller Art

·        die köstlichen Butterbrezeln nach schwäbischer Art?

Es gibt selbst heute noch Dummköpfe, die in Gegenden, die mit Hotels übersät sind, neue Hotels errichten. Wer soll alle die Betten füllen? Der Schuldenberg wird sie erdrücken.

Südtirol zerstört sich selbst. Die apokalyptische Zerstörung von Landschaft und Natur (sogar die einsamsten und romantischsten Gebirgsbäche hinter Platt werden aus schnöder Gewinnsucht elektrifiziert, wir werden das der Landesregierung nie verzeihen) schreitet mit Riesenschritten vorwärts.  Die Zerstörer sind auf breiter Front auf dem Vormarsch. Das Volk ist kurzsichtig und dumm und wird beim Referendum für den Ausbau zu einem Flughafen stimmen, der auch großen Flugzeugen die Landung erlaubt. Dass die Bevölkerung des Überetsch, Unterlandes, Rittens usw. mit weiteren Abgasen und Lärm belastet wird, wird enorm kostspielig für das Gesundheitswesen werden. Die Menschen, die im Unterland an Asthma und Lungenkrebs erkranken, werden alle verfluchen, die nicht gegen den Flughafen gestimmt haben, und ihnen dasselbe wünschen. Überetsch und  Unterland werden viele ihrer Touristen verlieren. Bauernbund und Alpenverein haben schmählichen Verrat begangen an ihren Mitgliedern im Überetsch und Unterland und an ihren eigenen Prinzipien. Tatsache ist, daß keiner an die Spitze kommt, der nicht dazugehört … Dekadenz allerorten: Eine schamlose Person errichtet in einem Südtiroler-Bergschwimmbad ein FKK-Bad (wie unhygienisch – welche Infektionsgefahr!). Angefangen hatte die unselige Entwicklung mit der von UNO und EU aufgezwungenen antichristlichen Schulsexualerziehung und auch mit so kleinen Ereignissen wie dem willkürlichen Verbot der Frauensauna in Brixen. Südtirol zerfällt politisch, gesellschaftlich und moralisch (Sex-Internet-Handy für jedes Kind und jeden Jugendlichen). Das alte Südtirol stirbt aus. Eine fromme Christin wollte nicht, dass zu ihrer Beerdigung Frauen in schamloser Kleidung kommen. Sie brachte ihr Anliegen vor den Herrgott und wünschte sich Regen. Gott erhörte sie. Am Tag der Beerdigung war es kalt und es regnete den ganzen Tag in Strömen. Hoch gelobt sei der Herr! AIHS 29.5.2016

Riesengroße Überraschung: Die meisten Südtiroler sind nicht so dumm, wie wir sie eingeschätzt haben. Zwei von dreien haben am 12.6.2016 gegen den Ausbau des Bozner Flugplatzes gestimmt und damit Heimatliebe, Verstand und Umweltbewusstsein bewiesen. Ausser den Überetschern und Unterlandlern haben die Vinschger und Pustertaler die meisten Nein-Stimmen geliefert. Spitzenreiter war Kurtatsch mit 93 Prozent Nein. Ergebnis: Wahlbeteiligung: 46,7 Prozent. 70,6 Prozent für den Ausstieg des Landes aus der Flughafengesellschaft, 29,4 Prozent für die Zunahme der unerträglichen Luftverschmutzung und für unwägbare finanzielle Risiken zu Lasten der Steuerzahler. Ein Lichtblick!

Etika Index 7