ETIKA

KURZBOTSCHAFTEN

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18.10.2004

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Es war, als hätt der Himmel

Joseph Freiherr von Eichendorff, Mondnacht 

Es war, als hätt´ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.

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Bebauen und Bewahren

Fritz Hockenjos: Auf Wanderwegen, Kap. Auf dem Tschögglberg, 1989, S. 35f.

(Schon wartete) die Planierraupe darauf, die Buckel einzuebnen. Stück um Stück der traumhaft schönen Lärchenwiesen würde man meliorieren, und aus war es wieder mit einem Stück Paradies. Doch was heißt Paradies? Aus dem Garten Eden ist längst ein Acker geworden, der Dornen und Disteln trägt und dem der Mensch im Schweiße seines Angesichts das tägliche Brot abringen muß. Auf dem Tschögglberg vollzieht sich nur, was daheim im Schwarzwald bereits vollzogen ist: Trennung von Wald und Weide, Rationalisierung der Wirtschaft. Aber die Frage ist doch, ob so grobschlächtig "kultiviert" werden muß. Es hat doch einmal eine Zeit gegeben, wo die Begriffe "Kultur" und "Wirtschaft" sich deckten, und ich meine, Kultur schließe beides ein, das "Bebauen" und das "Bewahren".

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Die Erde ist ein Staubkorn

Pfarrer Karl Geisinger, Der Engelsbote 3-2000

Der Mensch, gemessen am Weltall

ist von einer nahe „wahnsinnigen Winzigkeit“.

Die Erde, unser Planet,

verglichen mit dem gewaltigen Kosmos, ist nicht mehr als ein Staubkorn, „ein Stäubchen vom Staub“.

Die Sonne, für uns ein riesiger Himmelskörper,

hat im All neben Millionen anderer Sonnen nur die Größe eines Punktes.

Unsere Milchstraße, auch Galaxis genannt,

mit ihren zahllosen Sternen ist gegenüber den Millionen anderen Sternsystemen ein ganz unbedeutendes Gebilde.

Die ganze Welt

ist nach dem Bericht der Bibel (Buch der Weisheit 11,22) vor Gott nur „wie ein Stäubchen auf der Waage oder wie ein Tautropfen, der am Morgen zur Erde fällt“.

Alle Geister der ganzen Menschheit zusammen

sind vor der unermeßlichen Geisteskraft Gottes „nur wie ein Splitterchen“!

Die einzige wahre, unermessliche und unfassbare Größe ist Gott, der Schöpfer allen Seins und Lebens.

Karl Geisinger, Pfarrer

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Einer führt über die Berge

Spruch aus den Alpen

Viele Wege führen zu Gott.
Einer führt über die Berge.

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Bedrohlicher als Umweltvergiftung

Konstanzer Großdruckkalender13.3.1998, HP

Wir sind weit mehr vom Gericht Gottes bedroht als etwa von der Umweltverschmutzung.

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Eine Handvoll Erde

Evangeliumsrundfunk Meran 25.3.1998

In einer Handvoll Erde sind mehr Lebewesen als es Menschen gibt.

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Freuet euch der schönen Erde!

Joh. Phil. Spitta (1.8.1801 Hannover - 28.9. 1859 Burgdorf), geistlicher Liederdichter

Freuet euch der schönen Erde,
denn sie ist wohl wert der Freud´,
o, was hat für Herrlichkeiten
unser Gott da ausgestreut!

Und doch ist sie seiner Füße
reich geschmückter Schemel nur,
ist nur eine schön begabte
wunderrreiche Kreatur.

Wenn am Schemel seiner Füße
und am Thron schon solcher Schein,
o, was muß an seinem Herzen
erst für Glanz und Wonne sein!

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Wetterregel

Hans von Wolzogen (* 13.11.1848 Potsdam - 1938)

Du Mensch. der Erde Wandergast,
präg dir die Regel ein:
auf schlechtes Wetter sei gefaßt
und hoff´ auf Sonnenschein!
Wenn dich kein Regen überrascht,
dich jeder Lichtstrahl freut:
du hast dein Wanderglück erhascht,
wie dir´s der Himmel beut.

Etika Index 7