ETIKA

KAMPF GEGEN DEN ANTICHRIST

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30.10.1997

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Der Erzengel macht sich auf

Bibel, Daniel 12

  1. Zur selbigen Zeit wird der große Fürst Michael, der für die Kinder deines Volkes stehet, sich aufmachen. Denn es wird eine solche trübselige Zeit sein, als sie nicht gewesen ist, seit daß Leute gewesen sind bis auf dieselbige Zeit. Zur selbigen Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. K. 10,13. Matth. 24,21. 2. Mose 32,32. Phil 4,3.
  2. Und viele, so unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen; etliche zum ewigen Leben, etliche zu ewiger Schmach und Schande. Joh. 5,29.
  3. Die Lehrer aber werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.

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Von Gott entsandt

Apokryphes Evangelium Nicodemi

Ich bin Enoch, der Gottes Wohlgefallen erwarb und von ihm (mit Leib und Seele) hierher (ins Paradies) entrückt wurde. Und dieser ist der Thesbiter Elias. Wir sollen leben bis ans Ende der Welt. Dann aber sollen wir von Gott entsandt werden, damit wir dem Antichrist entgegentreten und von ihm getötet werden. Und nach drei Tagen sollen wir wieder auferstehen und auf Wolken dem Herrn entgegen gerafft werden. (E. Hennecke/W. Schneemelcher: Neutestamentliche Apokryphen II, Tübingen 1964, S. 352)

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Die zwei Zeugen

Bibel, Offenbarung des Johannes 11,1-14

  1. Und es ward mir ein Rohr gegeben einem Stecken gleich, und sprach: Stehe auf und miß den Tempel Gottes.und den Altar und die darinnen anbeten. Hesek. 40,3. Sach. 2,5.6.
  2. Aber den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus und miß ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zwei und vierzig Monate. Luk. 21,24. V. 3. K. 12,6.14; 13,5.
  3. Und ich will meinen zween Zeugen geben, daß sie sollen weissagen tausend zwei hundert und sechzig Tage angethan mit Säcken. V. 2.
  4. Diese sind die zween Ölbäume und zwo Fackeln, stehend vor dem Herrn der Erde. Sach. 4,3.11-14.
  5. Und so jemand sie will beleidigen, so gehet Feuer aus ihrem Munde und verzehret ihre Feinde; und so jemand sie will beleidigen, der muß also getötet werden. 2. Kön. 1,10.
  6. Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, daß es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung; und haben Macht über das Wasser, es zu wandeln in Blut, und zu schlagen die Erde mit allerlei Plage, so oft sie wollen. 1. Kön. 17,1. 2. Mose 7,19.20.
  7. Und wenn sie ihr Zeugnis geendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteiget, mit ihnen einen Streit halten und wird sie überwinden und wird sie töten. K. 13,1.7; 17,8.
  8. Und ihre Leichname werden liegen auf der Gasse der großen Stadt, die da heißt geistlich Sodom und Ägypten, da auch ihr Herr gekreuziget ist. K. 16,19. Jes. 1,9.10. Lk. 13,34.
  9. Und es werden etliche von den Völkern und Geschlechtern und Sprachen ihre Leichname sehen drei Tage und einen halben, und werden ihre Leichname nicht lassen in Gräber legen.
  10. Und die auf Erden wohnen, werden sich freuen über ihnen und wohlleben und Geschenke unter einander senden; denn diese zween Propheten quäleten, die auf Erden wohneten.
  11. Und nach dreien Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie traten auf ihre Füße, und eine große Furcht fiel über die, so sie sahen;
  12. Und sie höreten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steiget herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde. 2. Kön. 2,11.
  13. Und zu derselben Stunde ward ein groß Erdbeben, und das zehnte Teil der Stadt fiel, und wurden ertötet in dem Erdbeben sieben tausend Namen der Menschen; und die andern erschraken und gaben Ehre dem Gott des Himmels.
  14. Das andre Weh ist dahin; siehe, das dritte Weh kommt schnell.

Anmerkungen nach Heinz Finger: Untersuchungen zum "Muspilli", Göppingen 1977: Elias wird in der Offenbarung und im IV Buch Ezrae nicht erwähnt. In Offb 11,3 werden Elias und Henoch als Zeugen (testes), in 4 als zwei Ölbäume und zwei Leuchter, die auf der Erde vor dem Herrn stehen, bezeichnet. Die Zeugen (Ölbäume) verkörpern die beiden Testamente und gemeinsam die Kirche, die sich auf Gesetz und Evangelium (die beiden Leuchter) gründet.

Beatus von Liébana (Beati in Apocalipsin libri duodecim) spricht von "Elias und dem, der mit ihm kommen wird": et Eliam et qui cum eo venturus est, praespicuo occidet, quod nunc duos testes spiritualiter occidit (H. A. Sanders, Rome 1930, S. 446) - et nunc spiritualiter in tipo Eliae, et qui cum eo venerit, duo testes (Sanders, p. 445). Das vom Mund der Zeugen (Märtyrer) ausgehende "Feuer ist das Wort der Predigt" (ignis verbum praedicationis est).

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Die Herzen geändert

Die Apokalypsen des Esra und des Baruch, Hrsg. B. Violet, Leipzig 1924

Im 4. Buch Esra bewirken (Henoch und Elias), "die den Tod nicht gekostet haben", daß "das Herz der Erdenbewohner geändert und zu anderem Sinn gewandelt werden wird" (et mutabitur cor inhabitantium et convertetur in sensum alium). Immer nach Heinz Finger, der dann noch Beda Venerabilis (Kommentar zum 11. Kapitel der Offb.) und Augustinus (Gottesstaat XX, 29, Mal 4,5,6) zitiert.

In der Esra-Apokalypse (Appendix ad Vulgatam) 6-11 tötet der Messias die Gottlosen durch den "fluctus ignis et de labiis eius spiritus flammae".

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Elias und Henoch verfolgen den Antichrist

Die Apokalypse des Elias, Hrsg. G. Steindorff, Leipzig 1899

Die Apokalypse des Elias berichtet von zwei Kämpfen:

Wenn dann Elias und Henoch hören, daß der Unverschämte sich an dem heiligen Ort gezeigt hat, so kommen sie herab und kämpfen mit ihm, indem sie sprechen: "Schämst du dich nicht, dich an die Heiligen zu drängen..." Der Unverschämte wird (es) hören und zornig werden auf und mit ihnen auf dem Markte der großen Stadt kämpfen und sieben Tage lang mit ihnen kämpfen, und sie werden drei und einen halben Tag tot auf dem Markte liegen, indem das ganze Volk sie sieht.

Darauf kommen Elias und Henoch vom Himmel herab, sie legen ab das Fleisch dieser Welt und nehmen ihr geistiges Fleisch an; sie verfolgen den Sohn der Gesetzlosigkeit und töten ihn, ohne daß er reden kann. An jenem Tag wird er sich vor ihnen auflösen, wie durch Feuer aufgelöstes Eis, er wird vernichtet werden, wie ein Drache, in dem kein Atem ist; man wird ihm sagen: "Deine Zeit ist dir vorübergegangen, jetzt nun wirst du vernichtet werden mit denen, die an dich glaubten, sie werden in die Tiefe des Abgrunds (das aus dem Altägyptischen stammende koptische Wort Nun) geworfen werden..."

 

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Elias kämpft gegen den Würger

Muspilli (althochdeutsches Stabreimgedicht vom Ende der Welt, 9. oder 10. Jh.); Heinz Finger: Untersuchungen zum ,Muspilli´, Kümmerle Verlag Göppingen, 1977

 

Der uuarch ist kiuuafanit + denne uuirdit uuntar in uuic arhapan (40) khenfun sin so kreftic + diu kosa ist so mihhil helias stritit + pi den heuigon lip uuili den rehtkernon + daz daz rihhi kistar . kan pidiu scal imo helfan + der himiles kiuualtit der antichristo stet + pi demo altfiante (45) stet pi demo satanase + der inan uarsenkan cal pidiu scal er in deru uc..eti + uunt piualla enti in domo sinde + sigalos uuerdan Doh uuanit des ..... + uula gotmanno daz hlias in demo uuige + aruuartit ..... (50) .....z hliases pluot + in erda kitriufit

Der Würger ist gewaffnet, dann beginnt der Kampf. Beide Kämpfer sind überaus mächtig und der Grund des Streites (kosa) so überaus bedeutsam. Elias kämpft für das ewige Leben, für das Reich Gottes; er will denen, die nach der Gerechtigkeit streben, zu Hilfe kommen; dabei hilft ihm der Herrscher des Himmels. Der Antichrist steht auf der Seite dessen, der der Feind Gottes und der Menschen von Anbeginn ist, auf der Seite Satans, der schließlich doch auch ihn selbst - so ist es vorherbestimmt - verderben muß. So wird er tödlich getroffen auf dem Kampfplatz niederstürzen; auf diesem Kriegszug (sind) wird ihm der Sieg endgültig entrissen. Doch wird - so glauben (viele?) -Elias in diesem Kampf verwundet werden; sein Blut tropft auf die Erde.

Der Antichrist wird mit uuarch bezeichnet, das bedeutet: der Würger, der völlig Entrechtete, der Geächtete. Andere Bezeichnungen für uuarch: warc und warch (Franken), vargr (Nordgermanen), wargus (in der Lex Salica).

Nichts in dieser Vision widerspricht der apokalyptischen Tradition, schreibt der Literaturwissenschaftler Heinz Finger. In bezug auf eine parallele Stelle in den Schriften des Theodoret von Cyrus (H.-P. Kursawa, Diss. Köln 1976) und im Psalmenkommentar Cassiodors, wo im 51. Psalm der Antichrist als "per Eliam et Henoch" "destruendus" bezeichnet wird, hält Finger den Bericht vom Sieg des Elias für keine Besonderheit des "Muspilli".

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