ETIKA

APOKALYPSE

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15.12.1998

90A29

Von den Zeichen, die dem Ende der Welt vorausgehen

Hl. Alfons M. von Liguori 

Übersetzung aus dem spanischen Buch: La Verdad de la Fé, evidenciada por los caracteres de su credibilidad: obra escrita en italiano por s. Alfonso M. de Ligorio, y traducida al castellano por el Pbro. D. Julian Gonzalez de soto. Van añadidos dos opúsculos y disertaciones teologico-morales acerca de la vida eterna. Por el mismo santo Autor. Disertación cuarta: De las señales que procederán á el fin del mundo. Pons Madrid / Barcelona, 1847, con licencia, Auszüge, Seite 268ff.

  1. Das erste Zeichen ist die allgemeine Veröffentlichung des Evangeliums.
  2. Das zweite ist die Apostasie: Sie besteht im Abfall der Menschen vom Glauben und dem Gehorsam gegenüber dem Papst.
  3. Das dritte besteht in der Zerstörung des römischen Reiches.
  4. Das vierte in der Ankunft des Antichrist.
  5. Das fünfte Zeichen wird die Ankunft von Elias und Henoch sein.
  6. Weissagungen und Wunder werden ihre Predigten in dieser Zeit bekräftigen.
  7. Ihr Wirken wird als Frucht die Bekehrung der Hebräer haben. Tod und Auferstehung von Elias und Henoch.

Das fünfte Zeichen wird in der Ankunft des Henoch und des Elias bestehen, die nach allgemeiner Auffassung der Katholiken noch zur Zahl der Lebenden gehören. Der hl. Paulus spricht von Henoch mit diesen Worten: Fide Enoch translatus est ne videret mortem; et non inveniebatur, quia transtulit illum Deus; ante translationem enim, testimonium habuit placuisse Deo (Hebr. XI. 5.). Aufgrund des Glaubens wurde Henoch entrückt und mußte nicht sterben; er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; vor der Entrückung erhielt er das Zeugnis, daß er Gott gefiel. (Hebräer 11,5)

Über Elias heißt es: Cumque pergerent, et incedentes sermocinarentur, ecce currus igneus, et equi ignei diviserunt utrumque; et ascendit Elias per turbinem in caelum (IV. Reg. II. 11.).

Dies ist die Meinung der heiligen Väter (hl. Zyprian, de Monte Sina; hl. Basilius, hom. XI in Exhum.; hl. Athanasius, de Syn. Nicon.; hl. Epiphanius, Panar.; Tertullian, Contra Jud. c. 2; hl. Augustinus, de pecc. orig. c. 23) und vielen anderen.

Jetzt werden beide heilige Männer mittels ihrer Predigten den Schaden wiedergutmachen, den der Antichrist mit seinen Kniffen und seiner Tyrannei der Kirche zugefügt haben wird.

Der Prophet Malachias schrieb über Elias diese Worte: Ecce ego mittam vobis Eliam prophetam, antequam veniat dies Domini, magnus et horribilis (Mal. IV. 5).

Der hl. Johannes sagte von Elias und Henoch gleichzeitig: Et dabo duobis testibus meis et prophetabunt dies mille ducentis sexaginta, amicti saccis. (Apoc. XII. 3.) (sic) Und ich will meinen zwei Zeugen auftragen, im Bußgewand aufzutreten und prophetisch zu reden, 1260 Tage lang. (Offenbarung 11,3)

6. Gewisse Personen pflegen zu behaupten, daß zu jenem Zeitpunkt auch Mose, Jeremias und der hl. Evangelist Johannes erscheinen werden; die am meisten vertretene Auffassung schränkt jedoch die Zahl derer, die Ermahnungen abgeben, auf Elias und Henoch ein; wahrscheinlich werden sie (die Ermahnungen) mit dem Beginn der Verfolgung durch den Antichrist erfolgen, da ja, wie der hl. Johannes bestätigt, ihre Predigten sich über 1260 Tage hinziehen und das Reich des Antichrist 1290 Tage nicht überschreiten wird, wie es Daniel sagte: Et à tempore cum oblatum fuerit juge sacrificium, etc.

Diese Summe von Tagen, sagt der hl. Augustinus, macht insgesamt drei Jahre und sechs Monate aus, und der Antichrist wird Elias und Henoch nur um wenige Tage überleben.

Wie der hl. Johannes schildert, werden sich beide Heilige in einem groben Büßergewand zeigen und ihren Reden mit Weissagungen und Wundern Nachdruck verleihen. Hi habent potestatem claudendi caelum, ne pluat diebus prophetiae ipsorum, et potestatem habent super aquas convertendi eas in sanguinem, et percutere terram omni plaga, quotiescumque voluerint. (Apoc. XI. 16.) (sic) Sie haben Macht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihres Wirkens als Propheten. Sie haben auch Macht, das Wasser in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit allen möglichen Plagen, sooft sie wollen. (Offenbarung 11,6) Dasselbe drückt der hl. Johannes aus (v. 5.) (sic): Si quis voluerit eos laedere, sic oportet eum occidi. So muß jeder sterben, der ihnen schaden will. (Offenbarung 11,5, genauer die Luther-Bibel:) Und wenn ihnen jemand Schaden tun will, muß er so getötet werden.

7. Die Wirkung, die ihre Ermahnungen haben werden, wird die Stärkung der Frommen im Glauben sein und die Bekehrung der Ungläubigen, besonders der Hebräer, wie in der Prophezeiung des Hosea gesagt ist: Quia dies multos sedebunt filii Israel sine rege, et sine principe, et sine sacrificio, et sine altari. Et post haec revertentur filii Israel et quaerent Dominum Deum suum, et David regem suum (dem Messias, Sohn Davids, wie ihn die heiligen Väter nennen) et parebunt ad Dominum, et a bonum ejus in novissimo dierum. (Os. III. 4 et 5.) Denn viele Tage bleiben Israels Söhne ohne König und Fürst, ohne Opfer und Steinmal, ohne Efod und ohne Terafim. Danach werden die Söhne Israels umkehren und den Herrn, ihren Gott suchen, und ihren König David. Zitternd werden sie zum Herrn kommen und seine Güte suchen am Ende der Tage. (Hosea 3, 4 und 5, Terafim hat Luther durch Hausgott ersetzt)

Der hl. Johannes Chrysostomus denkt, daß die Bekehrung der Juden total sein wird, gemäß diesen Worten: Et reverentur filii Israel; dessen Auffassung scheint der Apostel zu bestätigen: Et sic omnis Israel salvus fieret, sicut scriptum est. Veniet ex Sion qui cripiat et avertat impietatem à Jacob. (Rom. XI. 26.) ...dann wird ganz Israel gerettet werden, wie es in der Schrift heißt. Der Retter wird aus Zion kommen, er wird alle Gottlosigkeit von Jakob entfernen. (Römer 11,26, Luther übersetzt: der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob)

Andrerseits sind Teofilatus und Rabanus der Ansicht, daß sich wenige Juden retten werden; und sie ziehen zur Bestätigung diese andere Stelle desselben Heiligen heran, der sagt: Isaias autem clamat pro Israel: Si fuerit numerus filiorum Israel tamquam arena maris, reliquiae salvae fiunt. (Rom. IX. 27.) Und Jesaja ruft über Israel aus: Wenn auch die Israeliten so zahlreich wären wie der Sand am Meer - nur der Rest wird gerettet werden. (Römer 9,27)

Aber beide Texte leiden unter Zweideutigkeit; und daher kommt es, daß die vorherrschende Meinung davon ausgeht, daß am Ende der Welt der größte Teil der Hebräer bekehrt wird.

Die zwei heiligen Männer werden jedoch am Ende ihrer Mission vom Antichrist zum Tod verurteilt; und ihre Leichen bleiben dreieinhalb Tage unbestattet auf dem Platz von Jerusalem liegen: Et cum finierint testimonium suum, bestia quae ascendit de abysso, faciet adversum eos bellum et vincet illos et occidet eos. Et corpora eorum jacebunt in plateis civitatis magnae... ubi et Dominus eorum crucifixus est. (Apoc. XI. 7 et 8.) Wenn sie ihren Auftrag als Zeugen erfüllt haben, wird sie das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, bekämpfen, besiegen und töten. Und ihre Leichen bleiben auf der Straße der großen Stadt liegen ...; dort wurde auch ihr Herr gekreuzigt. (Offenbarung 11, 7 und 8)

Nach drei Tagen und einem halben werden sie auferstehen; eine machtvolle Stimme wird sie vom Himmel aus zu sich rufen, und sie werden in einer Wolke vor den Augen ihrer Feinde entrückt werden: Et post dies tres et dimidium, spiritus vitae a Deo intravit in eos..., et audierunt vocem magnam de caelo dicentem eis: Ascendite huc, et ascenderunt in caelum in nube, et viderunt illos inimici eorum. (Apoc. II. 11 et 12.) (sic) Aber nach den dreieinhalb Tagen kam von Gott her wieder Lebensgeist in sie, und sie standen auf. ... Und sie hörten eine laute Stimme vom Himmel her rufen: Kommt herauf! Vor den Augen ihrer Feinde stiegen sie in der Wolke zum Himmel hinauf. (Offenbarung 11, 11 und 12, Luther übersetzt: fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott;... Steigt herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde.)

Anschließend wird ein starkes Erdbeben die Erde erschüttern, das den zehnten Teil der Stadt vernichten und den Tod von siebentausend Menschen verursachen wird. (Ibid. V. 13.) (Anm.: Offenbarung 11,13)

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