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ETIKA |
DAS BÖSE |
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90B2 |
Ursprung des Bösen, Versuchung, Sünde |
Handbuch des einfachen Lebens, Kap. 14 |
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SÜNDENFALL. "Ursprünglich war das Böse nur eine Möglichkeit. Durch
die Auflehnung der abgefallenen Engel, die sein wollten wie Gott, aber nicht
von Gottes Gnaden, sondern in Selbstherrlichkeit, nahm das Böse gleichsam
Gestalt an. Gott wurde dadurch die Hölle abgetrotzt,
der geistige Ort und Zustand der totalen Gottferne." (P. Rudolf Haindl, 510. Vinzenzbrief)
Laut
4. Laterankonzil (1215) sind "der Teufel und die
anderen bösen Geister von Gott ihrer Natur nach gut geschaffen, aber sie sind durch sich selbst schlecht geworden. Der Mensch aber
sündigte auf Eingebung des Teufels."
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Als Teufel bezeichnet man den Anführer
jener bösen Engel oder Dämonen, die alles, was
Gott aufbaut, zerstören wollen. Der Teufel oder Satan ist der "Durcheinanderwerfer", ein "Menschenmörder von Anbeginn" und der "Vater der Lüge". "Die Wirksamkeit
des Teufels und des ganzen Reiches der Finsternis zielt
durch Verführung und List auf des Menschen Verderben ab" (F. Lisco
32), denn dieser soll dazu bewegt werden, "sich
gegen das Leben, die Liebe, den Geist des Guten - gegen Gott also - zu stellen"
(Volksbote, Bozen, 28.5.1981)
"Durch
alle Jahrhunderte läßt der Gegenspieler Gottes nicht von seinem ursprünglichen
Vorhaben ab, sich selbst an die Stelle Gottes zu setzen und auch die Menschen
zu ähnlicher Rebellion zu veranlassen." (Georg Siegmund 9)
"In
geheimnisvollen, unsichtbaren Tiefen, nach außen unter den mannigfaltigsten
Verkleidungen geht also ein Kampf vor sich, ein Kampf um Leben und Tod. Der
Kampf des Menschen um das sittlich Gute und gegen das sittlich Böse ist dabei
nur eine Seite, eine Erscheinungsform. Darüber hinaus ist es aber ein Kampf der
Schöpfung, des Lebendigen gegen die Macht der Vernichtung und Verneinung."
(P. Max Zerwick)
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VERSUCHUNG. "Der Teufel übt auf den Sünder nur moralischen Einfluß
aus, und zwar in dem Maße, in dem jeder einzelne seinen Einflüsterungen
nachgibt. Frei führen sie seine "Wünsche" aus und tun "sein
Werk". (Kongregation für die Glaubenslehre)
Wenn
die Dämonen erscheinen, verhalten sie sich selbst so gegen uns, wie sie uns antreffen,
und nach den Gedanken, die sie in uns finden, gestalten sie auch ihre
Trugbilder..., und was wir von uns selbst denken, das vergrößern
sie." (Antonius der Große)
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SÜNDE. "Sünde ist die bewußte und freiwillige Übertretung des
erkannten göttlichen Willens." (Augustinus)
"Die
Sünde besteht darin, daß der Mensch den Willen Gottes verwirft und nach seinem
eigenen Willen lebt; daß er das Wahre und Rechte verläßt und seine eigenen Süchte befriedigt und meint, so gewinne
er das Glück." (Sadhu Sundar Singh 122)
"Sünde ist Unrecht, Unsinn, größte Torheit, Ungerechtigkeit,
Undank, Lieblosigkeit gegenüber größten Liebeserweisen und Wohltaten
seitens des Herrn." (Sellemond 74)
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FOLGEN DER SÜNDE. "Geschehenes kann nie mehr ungeschehen
gemacht werden." (Heim 75)
"Das Böse, das wir mit Bosheit begehen, fällt auf uns zurück."
(Bernadette, 4.7.1875)
"Die
Sünde ist der größte Selbstbetrug. Sie nimmt dem Menschen im letzten genau das,
was sie ihm zu geben verspricht."
(P. Rudolf Haindl OFM im 510. Vinzenzbrief), denn sie führt zu seinem sich
über Seele und Leib erstreckenden Verderben, vornehmlich zur "Zerrüttung aller Kräfte seines Geistes, daß ihm
Licht, Friede und Kraft zum Guten fehlen (F. Lisco 47), und
zerstört somit das Göttliche im Menschen (Scherzl 5).