ETIKA

DAS BÖSE

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8.2.2002

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Ursprung des Bösen, Versuchung, Sünde

Handbuch des einfachen Lebens, Kap. 14

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SÜNDENFALL. "Ursprünglich war das Böse nur eine Möglichkeit. Durch die Auflehnung der abgefallenen Engel, die sein wollten wie Gott, aber nicht von Gottes Gnaden, sondern in Selbstherrlichkeit, nahm das Böse gleichsam Gestalt an. Gott wurde dadurch die Hölle abgetrotzt, der geistige Ort und Zustand der totalen Gottferne." (P. Rudolf Haindl, 510. Vinzenzbrief)

Laut 4. Laterankonzil (1215) sind "der Teufel und die anderen bösen Geister von Gott ihrer Natur nach gut geschaffen, aber sie sind durch sich selbst schlecht geworden. Der Mensch aber sündigte auf Eingebung des Teufels."


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Als Teufel bezeichnet man den Anführer jener bösen Engel oder Dämonen, die alles, was Gott aufbaut, zerstören wollen. Der Teufel oder Satan ist der "Durcheinanderwerfer", ein "Menschenmörder von Anbeginn" und der "Vater der Lüge". "Die Wirksamkeit des Teufels und des ganzen Reiches der Finsternis zielt durch Verführung und List auf des Menschen Verderben ab" (F. Lisco 32), denn dieser soll dazu bewegt werden, "sich gegen das Leben, die Liebe, den Geist des Guten - gegen Gott also - zu stellen"
(Volksbote, Bozen, 28.5.1981)

"Durch alle Jahrhunderte läßt der Gegenspieler Gottes nicht von seinem ursprünglichen Vorhaben ab, sich selbst an die Stelle Gottes zu setzen und auch die Menschen zu ähnlicher Rebellion zu veranlassen." (Georg Siegmund 9)

"In geheimnisvollen, unsichtbaren Tiefen, nach außen unter den mannigfaltigsten Verkleidungen geht also ein Kampf vor sich, ein Kampf um Leben und Tod. Der Kampf des Menschen um das sittlich Gute und gegen das sittlich Böse ist dabei nur eine Seite, eine Erscheinungsform. Darüber hinaus ist es aber ein Kampf der Schöpfung, des Lebendigen gegen die Macht der Vernichtung und Verneinung." (P. Max Zerwick)

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VERSUCHUNG. "Der Teufel übt auf den Sünder nur moralischen Einfluß aus, und zwar in dem Maße, in dem jeder einzelne seinen Einflüsterungen nachgibt. Frei führen sie seine "Wünsche" aus und tun "sein Werk". (Kongregation für die Glaubenslehre)

Wenn die Dämonen erscheinen, verhalten sie sich selbst so gegen uns, wie sie uns antreffen, und nach den Gedanken, die sie in uns finden, gestalten sie auch ihre Trugbilder..., und was wir von uns selbst denken, das vergrößern sie." (Antonius der Große)

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SÜNDE. "Sünde ist die bewußte und freiwillige Übertretung des erkannten göttlichen Willens." (Augustinus)

"Die Sünde besteht darin, daß der Mensch den Willen Gottes verwirft und nach seinem eigenen Willen lebt; daß er das Wahre und Rechte verläßt und seine eigenen Süchte befriedigt und meint, so gewinne er das Glück." (Sadhu Sundar Singh 122)

"Sünde ist Unrecht, Unsinn, größte Torheit, Ungerechtigkeit, Undank, Lieblosigkeit gegenüber größten Liebeserweisen und Wohltaten seitens des Herrn." (Sellemond 74)

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FOLGEN DER SÜNDE. "Geschehenes kann nie mehr ungeschehen gemacht werden." (Heim 75)
"Das Böse, das wir mit Bosheit begehen, fällt auf uns zurück."
(Bernadette, 4.7.1875)

"Die Sünde ist der größte Selbstbetrug. Sie nimmt dem Menschen im letzten genau das, was sie ihm zu geben verspricht." (P. Rudolf Haindl OFM im 510. Vinzenzbrief), denn sie führt zu seinem sich über Seele und Leib erstreckenden Verderben, vornehmlich zur "Zerrüttung aller Kräfte seines Geistes, daß ihm Licht, Friede und Kraft zum Guten fehlen (F. Lisco 47), und zerstört somit das Göttliche im Menschen (Scherzl 5).

Index 9