ETIKA

DAS BÖSE

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13.2.2001

90B3

Formen der Sünde

Handbuch des einfachen Lebens, Kap. 15 

90B3A

GOTTLOSIGKEIT. "Wenn ich den wesentlichen Zug des ganzen 20. Jahrhunderts nennen sollte, könnte ich nur einmal mehr wiederholen: Die Menschen haben Gott vergessen." (Alexander Solschenizyn) Wie eine Krankheit greift der gottlose Materialismus auf die ganze moderne Welt über. (Buddhadasa Bhikku)

"Drei Süchte ersticken die Sehnsucht nach Gott:

1.    Augenlust, Habsucht (90B3A1)

2.    Fleischeslust, Genußsucht, Sensual-Sexualismus als Entartungsform der zwei Urtriebe, des Selbsterhaltungs- und Arterhaltungstriebes, d. h. des Nahrungs- und Geschlechtstriebes (90B3A2)

3.    Herrschsucht, Hoffart des Lebens, Liberalismus, Egoismus (90B3A3)"

(P. Rudolf Haindl OFM, Brixen, 511. Vinzenzbrief)

Zu 1: Viele Menschen werden Sklaven der Reichtümer und unersättlich, weil sie etwas lieben, das weniger wert ist als sie, "denn alle Dinge, die geschaffen sind, sind gemacht für den Menschen, damit sie ihm dienen und nicht damit er ihr Sklave würde, und der Mensch soll mir (Gott) dienen, der ich sein Ziel bin". (Katharina von Siena, Dialog 150)

Zu 2: Wer das Laster liebt, beleidigt Gott, "geht einher wie blind, weil er die Ursache des Lasters nicht kennt, nämlich die sinnliche Eigenliebe..., noch das Übel, das dem Laster folgt." (Katharina von Siena, Dialog 98)
"Wachsende Begierde nach immer schwindender Freude heißt die Formel"
(Lewis 42).

Zu 3: "Viele treiben Götzendienst mit sich selbst, wollen immer und überall im Mittelpunkt stehen, sind selbstsüchtig." (Obergasser, 535. Vinzenzbrief)

So lassen sie schließlich den heiligen Anker der Hoffnung fahren, "der sie emporhebt über den Sturm der Übel dieses Lebens", und wenn der arglistige Feind noch "den Gedanken der Verzweiflung hinzufügt, der schwerer ist als Blei" (und vielleicht sogar ganz von ihnen Besitz ergreift, zum Teil mittels Rauschgift), "fallen wir in den Abgrund des Bösen" (Johannes Chrysostomus 2).

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UNKEUSCHHEIT. "Fällt die Scham, dann fällt die Reinheit und die wahre Liebe." (Weigl/Meißner)
Heute ist "die Verwirrung der Geister und die ,Umwertung aller Werte´ weit vorangeschritten".
(Hermann Eichbichler 1.10.1981)

Eine "sittliche Umweltverschmutzung" verwüstet die Herzen. (Kardinal Höffner)
Die Würde des Menschen, dessen Leib ein Tempel Gottes sein soll, wird in den Schmutz gezogen. Der Glaube an die Liebe wird bei der Jugend zerstört.

Die Treue gilt vielfach nichts mehr.

"Es ist satanischer Betrug, wenn der Ehebruch... verharmlost... wird." (Präses Hans Kirsten)

"Eine unsittliche Mode steht im Dienst der Erniedrigung der Menschheit." (Erzbischof Franjo Kuharic)
Die Geschlechtlichkeit wird losgelöst von Gottes Ordnung, doch dies "schlägt auf uns zurück"
(Thomas von Kempen).

Das Seherkind Jacinta von Fatima warnt: "Die Sünden, welche die meisten Seelen in die Hölle stürzen, sind die Sünden gegen die Keuschheit. Es werden einige Moden aufkommen, die unseren Herrn sehr beleidigen werden."

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UNRECHT UND VERBRECHEN. Ein Blick in die Zeitungen genügt: Gewalt, Ausbeutung, Unterdrückung überall. Nicht nur "Räuber, Mörder, Sittlichkeitsverbrecher" zählen zu "Satans Gefolge", "seine größten Meisterwerke und besten Helfer stehen auf den Rampen der Weltbühne, andere nicht weniger Einflußreiche oft im Hintergrund" (Günther, Satan S. 200).

Gandhi sah in der modernen Zivilisation eine Art Hölle für die Schwachen (Rolland 34).
Menschenrechte werden vorenthalten, ein leicht manipulierbarer Massenmensch wird gezüchtet oder geklont.

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KRIEG UND UNTERDRÜCKUNG VON VÖLKERN. Übermächtig ist der Einfluß der Tyrannen und Massenmörder, der Kriegsanstifter und -gewinnler. Jede Stunde werden auf der Erde ca. 60 Millionen DM für Waffen ausgegeben (Flugblatt der Fatima-Aktion 77).

Vor einem Atomkrieg warnte schon Albert Schweitzer: "Diejenigen, für die er geführt wird, werden in seinem Verlaufe zu leben aufgehört haben oder nachher elend dahinsiechen." (über Radio Oslo, 29.4.1958) Radioaktive Staubwolken würden die ganze Erde überziehen. Tschernobyl war nur ein kleiner Vorgeschmack.

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GRAUSAMKEIT GEGENÜBER TIEREN. "Mensch, was schlägst du das Tier! Wehe euch, die ihr nicht hört, wie es zum Schöpfer im Himmel klagt und um Erbarmen schreit." Wie schmerzt die Tierfreunde der Umstand, daß diese Stelle nicht in unserer, sondern allein in der koptischen Bibel steht!

Tierquälerei und die Teilnahmslosigkeit gegenüber den Leiden der Tiere sind nach Ansicht Romain Rollands "eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts".

Auf Tierquäler münzte Konrad Lorenz diesen Satz: "Ein Mensch, der ein höheres Säugetier wirklich genau kennt und nicht davon überzeugt wird, daß dieses Wesen Ähnliches erlebt wie er selbst, ist psychisch abnorm und gehört in der psychiatrischen Klinik interniert."

Besonders verabscheuenswert ist die Vivisektion, laut Gandhi "das schwärzeste Verbrechen".
Elias Canetti wirft der Wissenschaft vor, sie sei "zur Religion des Tötens" geworden.
"Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt und damit auch von der Tierquälerei zur Menschenquälerei", erkannte Leo Tolstoi
(ähnlich Arthur Schopenhauer und viele andere Geistesgrößen).

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ZERSTÖRUNG DER NATUR. "In der Versuchung, sich in einer Selbstbestimmung, die keine moralischen Gebote kennt, an die Stelle Gottes zu setzen, läuft der Mensch heute Gefahr, die Erde in eine Wüste zu verwandeln..." (Papst Johannes Paul I., 27.8.1978)

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ANGRIFFE AUF DIE KIRCHE. Sie häufen sich. Selbst in ihr greifen Verwirrung und Unsicherheit um sich (Papst Paul VI. am 29.6.1972).


90B3W12 Niemand wurde und wird von den Versuchungen verschont. Jesus nicht, und die Heiligen auch nicht. Nur wer spanisch kann und stark im Glauben ist, möge umschalten.

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