ETIKA

DAS BÖSE

http://www.etika.com
4.7.1999

90B5

Das Böse liegt nicht in der Natur

Diadochus von Photike: Hundertspruchlehre

Wir empfehlen allen Lesern, sich irgendeine Ausgabe der Philokalie zu beschaffen, zum Beispiel die

Kleine Philokalie
Belehrungen der Mönchsväter über das Gebet
Ausgewählt und übersetzt von Matthias Dietz, eingeleitet von Igor Smolitsch
Benziger Verlag Zürich, 192 Seiten ISBN 3 545 205037

Wir zitieren daraus ein paar kurze, aber aufschlußreiche Sätze des Bischofs Diadochus von Photike in Alt-Epirus, der im 5. Jahrhundert lebte:

Seite 47: Das Böse liegt nicht in der Natur, und niemand ist von Natur aus schlecht; denn Gott hat nichts Schlechtes geschaffen. Wenn jemand durch seine Begierlichkeit einen bösen Gedanken erweckt, so erhält er seine Existenz durch seinen Willen ... Es ist von Nutzen, ständig an Gott zu denken, um die böse Gewöhnheit zu verhindern; denn die Natur des Guten ist viel stärker als die Gewohnheit des Bösen. Das Gute existiert ja wirklich in sich, während das Böse nur im Willensakt gründet.

Seite 58: Die Wissenschaft lehrt uns die Existenz von zwei Klassen böser Geister. Die einen sind sehr fein und die andern sehr grob. Die einen greifen die Seele an, die anderen ziehen das Fleisch zu niederen Freuden.

Seite 59: Der Gedanke an die Gegenwart Gottes genügt, um alle Arten böser Geister auszutreiben. Aus dem Grunde des Herzens strömen gute und schlechte Gedanken. Von seiner Natur her bringt es nicht die schlechten Gedanken hervor, sondern es behält nach seinen ersten Veirrungen die schlechte Erinnerung. Es erhält meistens schlechte Gedanken durch die Bosheit des Teufels ...

Seite 62: Wenn das Herz mit brennendem Schmerz die Pfeile des Teufels empfängt und der Gotteskämpfer spürt, wie sie ihn getroffen haben, dann hat die Seele es schwer, die Leidenschaften zu verachten, weil sie noch am Anfang ihrer Reinigung steht. Wer die Schamlosigkeit der Sünde erfahren hat, der weiß den Reichtum der göttlichen Verzeihung in überströmender Freude zu schätzen. Wer sich um die Reinigung seines Herzens bemüht, der soll sie durch die Übung der Gegenwart Jesu erwerben. Das sei seine einzige Übung und sein ununterbrochenes Streben. ...

Das Buch bringt anschließend weitere wichtige Hinweise. Wir empfehlen es nochmals.

 

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