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90B8 |
Vorfahren schuld an vielem Leid – Leopardis Pessimusmus |
Deutsch und
italienisch. - Zitate aus der Luther-Bibel |
Mit unseren Freunden denken wir darüber nach, warum so viele
Unschuldige leiden müssen.
Unser Freund M. F. schreibt uns auf unsere Thesen hin:
„Non è possibile
affermare che Dio è buono, dato che abbiamo sotto gli occhi lo spettacolo
angoscioso e inquietante di una sofferenza universale e ciecamente distribuita;
non è possible egualmente sostenere che Dio è giusto e postulare una correzione
oltremondana dell’iniquità, perché sulla terra la smentitata è quotidiana. Come
osservava un religioso sul
„Dolomiten“ qualche tempo fa: „Es ist ja
so, dass das Leben an sich ungerecht ist. Der eine wird reich geboren, der
andere arm. Der eine ist gesund, der andere krank…“ Dunque
l’ingiustizia INIZIA CON LA NASCITA, e non è persuasivo invocare la „kommende Gerechtigkeit“ in quanto
l´offesa arrecata alla creatura (si pensi, ad esempio, a quel miserrimo Pier Giorgio Welby che, in questi
giorni, dalle pagine dei giornali, grida e supplica di essere liberato dal
proprio corpo come da un „CARCERE INFAME“) non può conoscere risarcimento, in
base al sacrosancto principio del “factum fieri infectum non potest”, come
osserva il filosofo Severino, con
riferimento ad una celebre pagina di Dostojevskij.
Ogni giudizio
deve partire dall´attenta osservazione del dato empirico: dunque bisogna saper
aprire bene gli occhi (“die Augen auftun und in die Welt hinein sehen können”)
– insegna il Maestro di Francoforte
– se non si vuole correre il rischio di scambiare parole per cose (“Worte für
Dinge zu nehmen”).
Questa umile
apertura al reale, al suo volto spaventoso („Furchtbares Antlitz“ riconosce Gadamer, un pensatore tutt’ altro che
incline al pessimismo) è quanto la Fede rifiuta, rendendosi colpevole di
un’inammissibile epoché del dolore e del Male del mondo, dunque di un falso, la
cui origine risale alla cultura religiosa ebraica: sua funzione è quella di
esorcizzare il terrore del Niente, che l’uomo non riesce a sostenere,
promettendo l’ immortalità.
Queste parole non
vogliono essere un rilievo critico all’impianto teoretico della sua opera
(nota: „Jedem nach seinen Taten“)…
M. F. sucht Unterstützung bei Gottfried
Keller (1819 – 1890), von dem folgende Strophe stammt:
Es ist ein weißes
Pergament
Die Zeit, und jeder schreibt
Mit seinem roten Blut darauf,
Bis ihn der Strom vertreibt.
Den italienischen Philosophen Giacomo
Leopardi (1798 – 1837) hat seine Sicht des Universums zu folgendem
originellen Notschrei der Verzweiflung veranlasst. Quelle: Zibaldone, pp.
4174-4177 (1826):
Tutto é male. Cioè tutto quello che è, è male; che
ciascuna cosa esista è un male; ciascuna cosa esiste per fine di male;
l’esistenza è un male e ordinate al male; il fine dell’universo è il male;
l’ordine e lo Stato, le leggi, l’andamento naturale dell’universo non sono
altro che male, né diretti ad altro che al male.
Non v’è altro bene che il non essere; non v’ha altro
di buono che quell che non è; le cose che non sono cose: tutte le cose son
cattive.
Il tutto esistente; il complesso dei tanti mondi che
esistono; l’universo; non è che un neo, un bruscolo in metafisica. L’esistenza,
per sua natura ed essenza propria e generale, è un’imperfezione, un
irregolarità, una mostruosità…
Entrate in un
giardino di piante, d’erbe, di fiori. … Voi non potete volger lo sguardo
in nessuna parte che voi non vi troviate del patimento. Tutta
quella famiglia di vegetali è in istato di souffrance… Là quella
Lo spettacolo di tanta copia di vita all’entrare in
questo giardino ci rallegra l’anima … Ma in verità questa vita è trista e infelice,
ogni giardino è quasi un vasto ospitale (LUOGO BEN PIÙ DEPLORABILE CHE UN
CIMITERIO), e se questi esseri sentono, o vogliamo dire, sentissero, certo è
che il non essere sarebbe per loro assai meglio che l’essere. (Bologna. 22. Apr. 1826.).
Unsere Antwort an M. F. lautet (zusammengefasst): Jeder erfüllt seinen
Auftrag, der Mensch, das Tier, die Pflanze. Jedes hat seinen Zweck zu erfüllen
im Rahmen der göttlichen Vorsehung. Der Mensch hat seine Lebenszeit, in der er
sich bewähren muss. Nicht alles ist böse, wie Leopardi zu seinem Unglück
glaubt. Das Lächeln, die Liebe, das Mitleid… Wir müssen uns aus diesem
Jammertal erheben und das Unsichtbare sehen und denken. Nehmen wir die Sonne
als Beispiel: Sie wärmt uns und gleichzeitig kann sie unseren Augen und unserer
Haut schaden. Oder sie nützt manchmal und schadet manchmal. Oder sie nützt dem
einen und schadet dem andern. So ist es auch mit Gott. Luis von Granada: „Er
ist groß in Allem, auch in Seinem Zorn.“
Es gibt Kinder Gottes, die Seinen Willen tun, und Kinder des Teufels,
die Gottes Willen nicht tun wollen. So ist alles Schuld und Sühne. Oder
Unterwerfung unter Gott, Tugendstreben und die Gnade der Erlösung. Wir dürfen
uns nicht davor scheuen, Schuld zu erkennen und anzuerkennen, die eigene und
die Schuld Anderer.
Manche Antwort zum Problem des Leidens Unschuldiger wird gegeben, wenn
man in der Vergangenheit der eigenen
Familie oder des Volkes gräbt. Oder wenn man in der Bibel blättert und
Stellen wie folgende findet:
Die Klagelieder Jeremias: Gebet des Volkes in seiner tiefsten
Erniedrigung
5,1 Gedenke,
HERR, wie es uns geht; schau und sieh an unsre Schmach!
2 Unser Erbe ist
den Fremden zuteil geworden und unsere Häuser den Ausländern.
3 Wir sind Waisen
und haben keinen Vater, unsere Mütter sind wie Witwen.
4 Unser Wasser
müssen wir um Geld trinken; unser eigenes Holz müssen wir bezahlen.
5 Mit dem Joch
auf unserem Hals treibt man uns, und wenn wir auch müde sind, lässt man uns
doch keine Ruhe.
6 Wir mussten
Ägypten und Assur die Hand hinhalten, um uns an Brot zu sättigen.
7 Unsere Väter haben gesündigt und leben nicht mehr, wir aber müssen
ihre Schuld tragen.
Querverweis auf 2. Mose 20,5:
Denn ich, der
HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die
Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern
derer, die mich hassen.
So öffnet sich uns die Erkenntnis, dass wir das Leid geduldig ertragen
und die Schuld irgendeines Vorfahren abbüssen müssen. Was vielleicht auch für
Tiere und Pflanzen gilt, die mit dem Sündenfall der Menschen ebenfalls das
Paradies verloren haben. Die Hindus stehen uns hier in ihrem Denken recht nahe.
Durch ein Leben der Busse und Sühne gelingt es uns vielleicht, die Schuld
abzulösen, damit wir und künftige Generationen wieder frei werden und
frohgemut, erlöst von irdischen Banden, himmelan streben können.
Bitten wir Gott um die Gnade der Erleuchtung und Errettung. Denn sonst
versinken wir (bestenfalls) im Nichts. Und niemand hat etwas davon, wenn wir so
denken wie Leopardi. Gott sei seiner Seele gnädig.
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