ETIKA

Wurzeln des Bösen

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18.1.2007

90B8

Vorfahren schuld an vielem Leid – Leopardis Pessimusmus

Deutsch und italienisch. - Zitate aus der Luther-Bibel

 

Mit unseren Freunden denken wir darüber nach, warum so viele Unschuldige leiden müssen.

Unser Freund M. F. schreibt uns auf unsere Thesen hin:

„Non è possibile affermare che Dio è buono, dato che abbiamo sotto gli occhi lo spettacolo angoscioso e inquietante di una sofferenza universale e ciecamente distribuita; non è possible egualmente sostenere che Dio è giusto e postulare una correzione oltremondana dell’iniquità, perché sulla terra la smentitata è quotidiana. Come osservava un religioso sul „Dolomiten“ qualche tempo fa: „Es ist ja so, dass das Leben an sich ungerecht ist. Der eine wird reich geboren, der andere arm. Der eine ist gesund, der andere krank…Dunque l’ingiustizia INIZIA CON LA NASCITA, e non è persuasivo invocare la „kommende Gerechtigkeit“ in quanto l´offesa arrecata alla creatura (si pensi, ad esempio, a quel miserrimo Pier Giorgio Welby che, in questi giorni, dalle pagine dei giornali, grida e supplica di essere liberato dal proprio corpo come da un „CARCERE INFAME“) non può conoscere risarcimento, in base al sacrosancto principio del “factum fieri infectum non potest”, come osserva il filosofo Severino, con riferimento ad una celebre pagina di Dostojevskij.

Ogni giudizio deve partire dall´attenta osservazione del dato empirico: dunque bisogna saper aprire bene gli occhi (“die Augen auftun und in die Welt hinein sehen können”) – insegna il Maestro di Francoforte – se non si vuole correre il rischio di scambiare parole per cose (“Worte für Dinge zu nehmen”).

Questa umile apertura al reale, al suo volto spaventoso („Furchtbares Antlitz“ riconosce Gadamer, un pensatore tutt’ altro che incline al pessimismo) è quanto la Fede rifiuta, rendendosi colpevole di un’inammissibile epoché del dolore e del Male del mondo, dunque di un falso, la cui origine risale alla cultura religiosa ebraica: sua funzione è quella di esorcizzare il terrore del Niente, che l’uomo non riesce a sostenere, promettendo l’ immortalità.

Queste parole non vogliono essere un rilievo critico all’impianto teoretico della sua opera (nota: „Jedem nach seinen Taten“)…

M. F. sucht Unterstützung bei Gottfried Keller (1819 – 1890), von dem folgende Strophe stammt:

Es ist ein weißes Pergament
Die Zeit, und jeder schreibt
Mit seinem roten Blut darauf,
Bis ihn der Strom vertreibt.

Den italienischen Philosophen Giacomo Leopardi (1798 – 1837) hat seine Sicht des Universums zu folgendem originellen Notschrei der Verzweiflung veranlasst. Quelle: Zibaldone, pp. 4174-4177 (1826):

Tutto é male. Cioè tutto quello che è, è male; che ciascuna cosa esista è un male; ciascuna cosa esiste per fine di male; l’esistenza è un male e ordinate al male; il fine dell’universo è il male; l’ordine e lo Stato, le leggi, l’andamento naturale dell’universo non sono altro che male, né diretti ad altro che al male.

Non v’è altro bene che il non essere; non v’ha altro di buono che quell che non è; le cose che non sono cose: tutte le cose son cattive.

Il tutto esistente; il complesso dei tanti mondi che esistono; l’universo; non è che un neo, un bruscolo in metafisica. L’esistenza, per sua natura ed essenza propria e generale, è un’imperfezione, un irregolarità, una mostruosità…

Entrate in un giardino di piante, d’erbe, di fiori. … Voi non potete volger lo sguardo in nessuna parte che voi non vi troviate del patimento. Tutta quella famiglia di vegetali è in istato di souffrance… Là quella rosa è offesa dal sole, che gli ha dato la vita; si corruga, langue, appassisce… Quell’albero è infestato da un formicaio, quell’altro da bruchi, da mosche, da lumache, da zanzare; questo è ferito nella scorza e cruciato dall’aria …; quello è offeso nel tronco, o nelle radici; quell’altro ha più foglie secche…

Lo spettacolo di tanta copia di vita all’entrare in questo giardino ci rallegra l’anima … Ma in verità questa vita è trista e infelice, ogni giardino è quasi un vasto ospitale (LUOGO BEN PIÙ DEPLORABILE CHE UN CIMITERIO), e se questi esseri sentono, o vogliamo dire, sentissero, certo è che il non essere sarebbe per loro assai meglio che l’essere. (Bologna. 22. Apr. 1826.).

Unsere Antwort an M. F. lautet (zusammengefasst): Jeder erfüllt seinen Auftrag, der Mensch, das Tier, die Pflanze. Jedes hat seinen Zweck zu erfüllen im Rahmen der göttlichen Vorsehung. Der Mensch hat seine Lebenszeit, in der er sich bewähren muss. Nicht alles ist böse, wie Leopardi zu seinem Unglück glaubt. Das Lächeln, die Liebe, das Mitleid… Wir müssen uns aus diesem Jammertal erheben und das Unsichtbare sehen und denken. Nehmen wir die Sonne als Beispiel: Sie wärmt uns und gleichzeitig kann sie unseren Augen und unserer Haut schaden. Oder sie nützt manchmal und schadet manchmal. Oder sie nützt dem einen und schadet dem andern. So ist es auch mit Gott. Luis von Granada: „Er ist groß in Allem, auch in Seinem Zorn.“  Es gibt Kinder Gottes, die Seinen Willen tun, und Kinder des Teufels, die Gottes Willen nicht tun wollen. So ist alles Schuld und Sühne. Oder Unterwerfung unter Gott, Tugendstreben und die Gnade der Erlösung. Wir dürfen uns nicht davor scheuen, Schuld zu erkennen und anzuerkennen, die eigene und die Schuld Anderer.

Manche Antwort zum Problem des Leidens Unschuldiger wird gegeben, wenn man in der Vergangenheit der eigenen Familie oder des Volkes gräbt. Oder wenn man in der Bibel blättert und Stellen wie folgende findet:

Die Klagelieder Jeremias: Gebet des Volkes in seiner tiefsten Erniedrigung

5,1 Gedenke, HERR, wie es uns geht; schau und sieh an unsre Schmach!

2 Unser Erbe ist den Fremden zuteil geworden und unsere Häuser den Ausländern.

3 Wir sind Waisen und haben keinen Vater, unsere Mütter sind wie Witwen.

4 Unser Wasser müssen wir um Geld trinken; unser eigenes Holz müssen wir bezahlen.

5 Mit dem Joch auf unserem Hals treibt man uns, und wenn wir auch müde sind, lässt man uns doch keine Ruhe.

6 Wir mussten Ägypten und Assur die Hand hinhalten, um uns an Brot zu sättigen.

7 Unsere Väter haben gesündigt und leben nicht mehr, wir aber müssen ihre Schuld tragen.

Querverweis auf 2. Mose 20,5:

Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen.

So öffnet sich uns die Erkenntnis, dass wir das Leid geduldig ertragen und die Schuld irgendeines Vorfahren abbüssen müssen. Was vielleicht auch für Tiere und Pflanzen gilt, die mit dem Sündenfall der Menschen ebenfalls das Paradies verloren haben. Die Hindus stehen uns hier in ihrem Denken recht nahe. Durch ein Leben der Busse und Sühne gelingt es uns vielleicht, die Schuld abzulösen, damit wir und künftige Generationen wieder frei werden und frohgemut, erlöst von irdischen Banden, himmelan streben können.

Bitten wir Gott um die Gnade der Erleuchtung und Errettung. Denn sonst versinken wir (bestenfalls) im Nichts. Und niemand hat etwas davon, wenn wir so denken wie Leopardi. Gott sei seiner Seele gnädig.

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