ETIKA

DAS BÖSE

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31.8.1999

90SU4

Was sind Todsünden?

Dom Antoine Marie o.s..b. 

In Erwartung des Jahres 2000 steht die katholische Kirche vor zahlreichen Herausforderungen. Bischof Cordes, der stellvertretende Vorsitzende des Päpstlichen Rates für die Laien, stellte sie bei einer internationalen Begegnung 1992 folgendermaßen vor:

"In der Kirche stehen mehrere Millionen von Katholiken nicht in der Nachfolge Christi und sind ihm nicht ergeben, obwohl sie sich stets als katholisch bezeichnen und gelegentlich an den liturgischen Feiern der Kirche teilnehmen. Es gibt weitere Millionen, die in bezug auf die Grundlagen des Glaubens desorientiert bzw. im Unklaren sind, oder sogar durch Irrlehren fehlgeleitet werden. Auch wenn der Kommunismus nicht mehr die Bedrohung darstellt wie früher, können westlicher Materialismus, Verweltlichung und Konsumismus (mißbräuchliche Nutzung der Güter dieser Erde) eine weitaus größere Bedrohung für das Seelenleben darstellen. Und über die sichtbaren Verletzungen der Kirche hinaus kennen Milliarden unserer Mitmenschen Christus immer noch nicht und leben unter verschiedenen Formen sozialer und persönlicher Unterdrückung. Viele sind noch immer Sklaven der Sünde und stehen unter dem Einfluß des Schlechten. Warum sollten wir nicht anerkennen, daß Satan daran arbeitet, die Menschen von Gott zu trennen - wie uns die Schrift sagt: Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge (1 Petr 5,8)?"

Durch die schwere Sünde zerbricht der Mensch die Freundschaft Gottes und begibt sich auf den Weg ins ewige Verdeben. ...

Der Erlöser lädt uns zu einer heilsamen Furcht vor dem ewigen Unglück ein...


Und du? Was denkst du? Was willst du tun? Dich ändern? Dich bessern?


Wenn die Reue aus der Liebe zu Gott, der über alles geliebt wird, hervorgeht, so wird sie "vollkommen" genannt.
Die "unvollkommene" Reue erwächst aus der Betrachtung der Abscheulichkeit der Sünde oder aus der Furcht vor den Strafen der Hölle; wenn sie den willen zu sündigen ausschließt und mit der Hoffnung auf Vergebung eingeht, so ist sie ein wahres Geschenk Gottes, ein Anstoß des Heiligen Geistes...

Uns von Christus heilen lassen

Der erste wesentliche Akt dessen, der das Bußsakrament empfangen will, ist die Reue. Der zweite ist das Bekenntnis der Sünden vor dem Priester: "Von den Büßenden müssen alle Todsünden, derer sie sich nach gewissenhafter Selbsterforschung bewußt sind, im Bekenntnis aufgeführt werden, auch wenn sie ganz im Verborgenen und nur gegen die zwei letzten Vorschriften der Zehn Gebote begangen wurden" (Katechismus, 1456).

Die Kirche sieht vor, daß man in bestimmten "schweren Notlagen", die durch den Diözesanbischof als solche festgestellt werden müssen, sich mit der gemeinschaftlichen Feier des Bußsakramentes und der kollektiven Lossprechung behelfen kann. Doch um die Absolution in diesem Fall gültig zu empfangen, müssen die Gläubigen den Vorsatz haben, ihre schweren Sünden möglichst bald einzeln zu beichten (vgl. Katechismus, 1483).

Trifft eine der drei Bedingungen nicht zu, so ist die Sünde läßlich; diese zerbricht zwar nicht die Freundschaft Gottes, verletzt sie jedoch.

Schließlich geht das Sakrament der Buße mit der "Genugtuung" einher. Nachdem der Snder sich aus der Sünde erhoben hat, muß er seine Verfehlungen wiedergutmachen: "Er muß auf geeignete Weise für seine Sünden ,Genugtuung leisten´, sie ,sühnen´."

(Dom Antoine Marie o.s.b., Abbaye Saint-Joseph de Clairval, F-21150 Flavigny-sur-Ozerain,
Rundbrief vom 26. Juli 1999, bitte dort anfordern)

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