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ETIKA |
DU SOLLST NICHT TÖTEN |
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22.1.1999 |
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90SZ3 |
Schreckliche Folgen des Selbstmordes |
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"In allen Industriestaaten ist eine ansteigende Kurve der Selbstmorde festzustellen. Der Selbstmord ist nicht mehr Endstation von Armut und Elend. Er ist zum Alarmzeichen einer tiefgreifenden, menschlichen Entwurzelung und der Aufdeckung einer sich verschärfenden, geistig-religiösen Krise geworden."
(Alfred Läpple, der Glaube an das Jenseits, Pattloch Verlag Achaffenburg 1978, S. 43)
Abschiedsbrief eines Selbstmörders:
Immer enger wird mein Denken,
immer blinder wird mein Blick.
Mehr und mehr erfüllt sich täglich
Mein entsetzliches Geschick.
Kraftlos schlepp ich mich durchs Leben,
aller Lebenslust beraubt,
habe keinen, der die Größe
meines Elends kennt und glaubt.
Doch mein Tod wird euch beweisen,
daß ich jahre-, jahrelang
an des Grabes Rand gewandelt
bis es jählings mich verschlang.
Es gibt drei Vorphasen des Selbstmordes. Die düsteren Phantasien gehen von der Vorstellung, tot zu sein, über die noch nicht konkrete Vorstellung, Hand an sich zu legen, bis zur Planung des Selbstmordes in allen Einzelheiten. (laut Konferenzblatt, Bozen-Brixen, 2/1988)
Eines vergessen diese armen Mitmenschen, daß sie nämlich einer
Wahnvorstellung zum Opfer fallen, die mit der Wirklichkeit nichts gemein hat, wie unsere nachstehende Dokumentation beweist:
"Armer Christ!", sprach einst frech ein Atheist,
Wie du doch betrogen bist,
Wenn der Himmel eine Fabel ist!"
"Aber", sprach voll Ernst der Christ,
"Armer Atheist, wie du doch betrogen bist,
Wenn die Hölle keine Fabel ist!"
Wer Christ ist, spricht im Glaubensbekenntnis: Ich glaube ... an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Wer daran nicht glaubt, ist weder Christ noch katholisch noch evangelisch, sondern Atheist, ein Ungläubiger. Mag er nun von sich sagen, er sei Demokrat oder Kommunist, Grüner oder Nationalsozialist oder etwas anderes - all jene, die Gott nicht vertrauen, sondern aus den verschiedensten Gründen Hand an sich legen, verwerfen Gott und sein Lebensgebot, gleichen damit gottlosen Materialisten und werden für ihre Tat streng verurteilt werden. Schon im Augenblick des Todes werden sie erschrecken, welche Folgen ihr Tun für sie selbst und für andere haben wird.
Selbstmörder bringen entsetzliches Unheil über sich und andere.
"Es ist dem Menschen bestimmt, einmal zu sterben. Danach folgt das Gericht." (nach Hebr 9,27) "Sicher ist, daß der Sterbende im Augenblick des Todes in eine neue Existenzweise eintritt. Er hat den Leib abgelegt... Er ist nur noch Seele, Geistseele... Die Seele ist im Augenblick des Todes in eine andere Welt eingetreten... Der Schritt über die Todesschwelle ist der Schritt aus dem Diesseits ins Jenseits, hinaus aus unserem Raum und aus unserer Zeit, hinein in die Ewigkeit." (Dr. Franz Burger, das Neue Groschenblatt 11/1981) Ein oder zwei Stunden nach dem Tod, so hat ein Seher behauptet, verläßt die Seele den Körper. Ein Engel oder der Teufel bringt sie vor das Angesicht Gottes - zum besonderen Gericht (das allgemeine Gericht folgt erst später beim Weltende). Andere sagen: "Das (vorläufige) Gericht erfolgt im Augenblick des Todes. Gegenstand sind alle freien Handlungen unseres ganzen Lebens. Gott selbst erleuchtet sie (die Seele) über ihr Leben. Sie sieht ... sich selbst und ihr ganzes Leben, mit allen Einzelheiten, Umstände, Beweggründen und Gefährdungen, aber auch die unendliche Liebe der göttlichen Vorsehung auf allen ihren Lebenswegen." (Dr. Franz Burger, das neue Groschenblatt 11/1988). Sogar ein moderner Theologe traf die Feststellung, "daß wir (nach dem Tod) als geistige Personen in freier Verantwortung vor den ewigen Gott treten, daß wir uns nicht in ein Nichts absentieren oder flüchten können" (Karl Rahner am 24.11.1983 in Bozen-Gries).
"Sage mir, was wirst du empfinden in jener Stunde, wenn du dieses Leben schon verlassen haben wirst und vor jenes göttliche Gericht gerufen wirst, allein, arm und nackt, ohne weitere Beschützer als deine guten Werke, und ohne weitere Begleiter als dein eigenes Gewissen?
(Luis von Granada: Guía de Pecadores, Madrid 1966, 2. Kap. § 2, S. 23) Beim Sterben erkannt man dann die Irrtümer, Blindheiten und Täuschungen des vergangenen Lebens. Wie bedauert man dann, falschen Göttern gedient zu haben und trügerischen Gütern nachgelaufen zu sein! Auf dem Weg, auf dem man Ruhe zu finden vermeinte, wandelte man vielleicht ins Verderben! Wie blind sind wir heute, und wie wissend in jener Stunde! ... Welche Antwort dürfen wir erwarten? Wird Er nicht sagen: So viele Male habe ich dich gerufen und du hast mich nicht erhört! Was habe ich mit dir zu schaffen? Lauf zu jenen Ratgebern, denen du gefolgt bist, und zu den Götzen, die du geliebt und angebetet und denen du gedient hast, sag ihnen, sie möchten dir den Lohn für deinen Dienst geben. Hier beginnt der Mensch, den Wunsch nach Sühne zu verspüren ... Und wenn er diese Zeit nicht bekommt und er sich der vergeudeten Kräfte und Jahre bewußt wird, dann bringt ihm der Gedanke an diesen Verlust übergroßen Schmerz. (Luis von Granada, Meditation am Mittwochabend, Handbuch des einfachen Lebens, Kap. 118, S. 198)
- Nach evangelischer Lehre gibt es nur Himmel und Hölle. Wer Selbstmord begeht, vergeht sich gegen Gottes Gebot: Du sollst nicht töten! Er zeigt, daß er nicht an Gott glaubt, hat kein Vertrauen zu seinem himmlischen Vater. Nach Luthers Lehre kommt es aber allein auf den Glauben an, ob die Seele gerettet wird oder nicht. Wer an sein Leben Hand anlegt, stößt Gott von sich, denn er glaubt nicht an Gott und erkennt sein Gebot nicht an. Nach protestantischer Lehre müßte der Selbstmörder also in die Hölle kommen. Wie es dort ausschaut, schildert Teresa von Avila in ihrer Lebensbeschreibung:
Der Eingang kam mir vor wie ein sehr langes, schmales Gäßchen, gleich einem sehr niedrigen, finsteren und engen Backofen. Der Boden schien mir wie eine sehr schmutzige Wasserpfütze, die einen pestilenzialischen Gestank ausdünstete und von häßlichem Ungeziefer wimmelte. Am Ende war eine Vertiefung in der Mauer, einem Wandkasten gleich, in den ich mich hineingepreßt sah. Dieser ganze Anblick, den ich nur sehr unvollkommen geschildert, war noch ein Vergnügen gegen das, was ich an diesem Orte empfand.
Mir scheint, man könne unmöglich auch nur den Anfang dessen, was ich dort litt, der Wirklichkeit nach beschreiben oder begreifen. Ich empfand in der Seele ein Feuer, von dem ich gar nicht zu sagen weiß, was für ein Feuer es war. Dabei litt ich die unerträglichsten Körperschmerzen. Ich habe in meinem Leben schon sehr große Schmerzen erduldet, nach Aussage der Ärzte die größten, die man hienieden erdulden kann, weil sich, als ich gelähmt war, alle Nerven zusammenzogen. Auch mancherlei andere Leiden habe ich ausgestanden, und unter diesen solche, die mir, wie schon gesagt, der böse Feind angethan hat. Aber alles dies war nichts im Vergleiche mit dem, was ich an jenem Orte empfand, besonders als ich sah, daß die Qualen dort ohne Ende, ohne alles Aufhören dauern würden.
Und dies alles war noch nichts gegen den Todeskampf der Seele. Das ist eine Beklemmung, eine Angst, eine so schmerzliche Betrübnis, verbunden mit einem so verzweifelten, peinigenden Mißbehagen, daß ich nicht weiß, wie ich es genug aussprechen soll. Wollte ich sagen, es sei eben, als wenn man unablässig einem die Seele aus dem Leibe reiße, so ist es noch zu wenig; denn in einem solchen Falle ist es ein anderer, der einem das Leben zu nehmen scheint;
hier aber ist es die Seele selbst, die sich zerreißt. Kurz, ich weiß nicht, wie ich dieses innerliche Feuer, diese Verzweiflung bei so ungeheueren Qualen und Schmerzen beschreiben soll. Zwar sah ich nicht, wer mich so peinigte, hatte aber ein solches Gefühl, als ob ich verbrannt und zermalmt würde.
Dabei bemerke ich, daß das innerliche Feuer und die Verzweiflung das Ärgste war. An diesem pestilenzialischen Orte, wo gar keine Hoffnung eines Trostes möglich ist, kann man weder sitzen noch liegen. Dazu ist kein Raum vorhanden, wiewohl man mich in jene lochartige Mauer-Vertiefung gesteckt hatte; denn die Mauern selbst, die schrecklich anzusehen sind,drückten mich zusammen, und
alles ist dort zum Ersticken.
Da ist kein Licht, sondern alles ist
tiefste Finsternis, und ich begreife nicht, wie es möglich ist, daß man trotz des Mangels an Licht doch alles sieht, was den Augen peinlich sein muß.
- Wenn die Selbstmörder wüßten, was sie erwartet: strenges Gericht, unerträgliche Höllenqualen mit Platzangst und der Vergeltung aller bösen Taten, Gedanken und Worte und den gerechten Strafen für alle unterlassenen guten Taten - dann würde wohl keiner mehr in den sogenannten Freitod gehen, der ihnen doch keine Freiheit, sondern ewige Versklavung, Leid und Qual in alle Ewigkeit bringt. Glücklicherweise hat die katholische Kirche bisher an der Lehre festgehalten, daß es noch eine dritte Möglichkeit gibt, daß der Mensch nämlich gereinigt werden kann, bis er wirklich rein und reif und würdig ist, um im Himmel Gottes Angesicht zu schauen. Der Vorgang der Läuterung dauert nach alten Schriften sehr, sehr lange, oft Hunderte oder Tausende von Jahren. Doch nach dem Fegefeuer (von dem mittelhochdeutschen Wort vegen = reinigen) winkt das Paradies. Freilich war die Vorstellung vom Purgatorium (dem Reinigungsort) seit ihrer Entstehung Anfang des 13. Jahrhunderts umstritten. Die griechisch-orthodoxe Kirche lehnte das Fegefeuer ab, später auch die Protestanten, besonders infolge des Ablaß
-Mißbrauchs (Rudolf Grimm, dpa, 19.2.1985). Dante beschrieb in seiner "Göttlichen Komödie" drei Arten der Läuterung: eine körperliche Strafe (darunter Peinigung durch Feuer), Meditation und Gebet. So kann der sündige Mensch doch noch nachholen, was er auf der Erde versäumt hat, besonders das Gebet. Andrerseits ist festzuhalten, daß sich der Mensch in diesem irdischen Leben für oder gegen Gott entscheiden muß. Wer sich zwar für Gott entscheidet, aber Gott doch zu wenig geliebt und ihm zu wenig gedient hat, bekommt dann eine "himmlische Nachhilfestunde", wie es Pater Dr. Albert Ziegler SJ aus Zürich verniedlichend umschrieb. (Präsent, Innsbruck, 9.12.1983) Unsere Vorstellung von der göttlichen Gerechtigkeit sagt uns, daß es eine solche Reinigung bei den meisten Menschen geben muß. Außerdem zeigt sich die göttliche Barmherzigkeit darin, daß der Mensch für einen geliebten Menschen auch nach dem Tode noch etwas tun kann. Josef Franco faßt zusammen: "Die Existenz des Fegfeuers ist eine Forderung der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit Gottes." (Liebfrauenbote Nr. 5/6, Oktober 1983)
"Und für dieses ihr Leben verdient sie (die Seele) den verheißenen ewigen Lohn oder die angedrohte ewige Strafe. Das Urteil ist der gerichteten Seele als absolut gerecht eingeschrieben; sie erkennt, daß es nicht anders lauten könnte als es lautet; sie hat erhalten was sie verdient hat, deshalb kann sie, wenn sie verworfen ist, in Ewigkeit nicht Gott, sondern nur sich selbst anklagen... Sie selbst aber begibt sich sofort aus eigener Kraft an den Ort, den sie verdient hat: in die Hölle, wenn sie in der Auflehnung gegen Gott gestorben ist; ins Fegefeuer, wenn sie zwar in der Liebe zu Gott ausgeharrt, aber doch mit ungebüßten Sünden oder Sündenstrafen aus der Welt geschieden ist; und in die ewigen Freuden des Himmels, wenn sie alle ihre Sünden und Sündenstrafen auf Erden abgebüßt hat."
(Dr. Franz Burger, das neue Groschenblatt 11/1988)
Höllenqualen bereiten viele Selbstmörder auch ihren Angehörigen. Diese fühlen sich mitschuldig. Ihr ganzes Leben ist fürderhin überschattet von Schuld, Reue und Buße, aber auch von der Sorge um den Zustand ihrer Lieben im Jenseits. Viele Familienmitglieder werden nie mehr froh. Gott sei Dank gibt es die Möglichkeit, wenigstens für die zwischen Himmel und Hölle, nämlich am Reinigungsort oder im Fegefeuer sich befindenden Seelen zu beten, stellvertretende Sühne für die Selbstmörder zu leisten, um ihnen ihr Los zu erleichtern und ihre Qualen abzukürzen. Aber diese stellvertretende Sühne kann selbst zur Qual werden, ruiniert vielleicht die Zukunftsaussichten der armen, gutwilligen Menschen, die für ihre Angehörigen dieses schwere Opfer bringen, weil sie sonst selbst keinen Frieden finden können. So zieht der Fluch des Selbstmordes weite Kreise und beeinflußt manchmal noch die Gemüter der nächsten Generationen - fürwahr eine teuflische Eingebung, daß mit dem Selbstmord alles aus und alle Probleme gelöst seien.
Nachstehend weitere wissenswerte Gedanken zu diesem Thema:
- "Der Gedanke Gott weckt einen fürchterlichen Nachbarn auf: Sein Name heißt Richter." (Friedrich Schiller)
- "Es gibt noch Schlimmeres als den Atomtod, nämlich: als unerlöster Mensch dem wiederkommenden Herrn Jesus Christus zu begegnen."
(Bruno Herm)
Moraltheologische Gründe wider die Selbsttötung: 1. Das biblische Verbot: "Du sollst nicht töten" (Ex 20,13) 2. Innere Gründe für die Unerlaubtheit der Selbsttötung: a) das Prinzip der Selbsterhaltung, b) Pflichten der menschlichen Gemeinschaft gegenüber, c) das Herrschaftsrecht Gottes, der uns unser Leben anvertraut hat. 3. Sittliche Verantwortung in bezug auf Suizid und Suizidgefährdung anderer (Anm.: Nachahmungseffekt) (Konferenzblatt 2/1988)
"Wir leben auf Gottes Gerichtstag zu. Dann werden wir nicht als Ankläger oder Richter auftreten, es wird eine Anklageschrift gegen uns verlesen. Gott sieht eben nicht kurzsichtig oder gutmütig über alle Fehler hinweg. Aber es gibt auch einen Anwalt: Jesus Christus. Wenn er für uns eintritt, dann ist uns der Freispruch und damit das ewige Leben gewiß, denn er hat alle Schuld am Kreuz auf sich geladen. Ein Anwalt kann aber nur für mich eintreten, wenn ich bereit bin, ihm ganz und gar zu vertrauen und und unbedingt auf ihn höre. Darauf wartet Jesus Christus." (DA im ev. Konstanzer Großdruckkalender, 28.11.1989)
"Trennung ist unser Los, Wiedersehen unsere Hoffnung!"
Staretz Sossima: "...wehe denen, die ihr Leben auf Erden selbst vernichteten, wehe den Selbstmördern! Ich denke, noch Unglücklichere als diese kann es überhaupt nicht geben. Uns wird gesagt, Sünde sei es, für sie zu Gott zu beten, und die Kirche verstößt sie gleichsam, wenigstens offiziell. Ich abder denke im geheimen meiner Seele, daß man auch für sie beten darf. Für Liebe wird Christus doch wohl nicht zürnen. Gerade für diese habe ich insgeheim mein Leben lang gebetet, das beichte ich euch jetzt, Väter und Lehrer, und auch jetzt bete ich für sie jeden Tag." (F. M. Dostojewskij: Die Brüder Karamasoff, 6. Buch, III Aus den Gesprächen und Belehrungen des Staretz Sossima, i Von der Hölle und dem höllischen Feuer - eine mystische Betrachtung)
Vergleiche:
Stimmen über den Tod
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