ETIKA

TOD

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90TO4

Stimmen über den Tod

23.8.2012

Johann Sebastian Bach diktierte auf seinem Sterbebett das Choralvorspiel:

"Vor deinen Thron tret´ ich allein."

Jakob Böhme, Schuhmacher und Philosoph, letzte Worte:

"Ich gehe jetzt ins Paradies."

Bischof Cyprian von Karthago (258 nach Christus enthauptet):

"Wir wollen uns sehnen nach jenem Tag, der jeden von uns in die gemeinsame Heimat führt, der uns erlöst aus den Fallstricken der Welt und uns in die Freiheit des himmlischen Reiches versetzt. Beeilt sich nicht jeder, der in der Fremde weilt, sobald es heißt, nach Hause zurückzukehren? Und wenn die heimatlichen Berge jenseits des Meeres liegen, fleht er nicht mit aller Inbrunst um günstigen Wind, damit er desto eher in die Arme seiner Lieben gelange? Unser Vaterland ist das Paradies, unsere Eltern und Voreltern sind schon da; und wir sollten nicht laufen aus allen Kräften, um unsere Heimat zu sehen und die Unsrigen zu begrüßen...?"

Fjodor M. Dostojewski, Schriftsteller, flüsterte seiner Frau zu:

"Anja, ich weiß, daß ich heute sterben muß, zünde mir eine Kerze an und gib mir das Evangelium."

Christian Fürchtegott Gellert, Dichter, letzte Worte:

"Weil ich nicht mehr viel sagen kann, so ruft mir nur den Namen des Erlösers zu; wenn ich den höre, so fühle ich eine neue Kraft und Freudigkeit in mir."

Georg Friedrich Händel, Komponist, letzte Worte:

"Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Laß mich mit dir sterben - und auferstehen!"

Andreas Hofer, der Tiroler Freiheitsheld, schrieb vor dem Sterben:

"Adieu, du schnöde Welt! So leicht kommt mir das Sterben vor, daß mir nicht einmal die Augen naß werden. Geschrieben um 5 Uhr in der Früh. Um 9 Uhr reis ich mit Hilfe aller Heiligen zu Gott. Mantua, 20. Februar 1810." - "A de mein schnede Welt, so leicht khompt mir das sterben vor, daß mir nit die augen naß werden geschrieben um 5 urr in der frue, und um 9 urr Reiß ich mit der hilfe aller heilig zu gott. Mandua, den 20. Februare 1810."

Wilhelm von Humboldt, letzte Worte:

"Lange genug stand ich in der offenen Tür des Todes, nun will ich sie durchschreiten und sie hinter mir schließen."

Katakomben-Inschrift:

"Alexander ist nicht tot, sondern lebt über den Sternen. Sein Leib nur liegt hier."

Martin Luther am 10. November 1539 an Johann Mantel:

"Lieber, was Großes ist´s, daß wir sterben, so wir recht bedenken, daß er, der liebe Herr, gestorben, und für uns gestorben ist? ... In diesen seinen Tod und Leben sollen unser Tod und Leben sinken, als derer, die mit ihm ewig leben sollen. Und zwar ist er uns vorausgegangen mit seinem Tod von Anfang der Welt; wartet auch auf uns bis an der Welt Ende, auf daß er uns, wenn wir aus diesem kurzen, elenden Leben ... scheiden, empfahe und in sein ewig Reich aufnehme." Auf dem Totenbett betete Luther: "Mein himmlischer Vater, ewiger und barmherziger Gott, du hast mir deinen lieben Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, offenbart; den hab´ ich gelehrt, den hab´ ich bekannt, welchen die Gottlosen verfolgen, schänden und schelten. Nimm meine Seele zu dir."

Karl May, Schriftsteller, Band 3 Von Bagdad nach Stambul, Kap. 5, S. 166:

"Und doch sollte man am Grab eines guten Menschen nie trauern. Der Tod ist ja der Bote Gottes, der uns nur naht, um uns emporzuführen zu jenen lichten Höhen... Das Leben ist ein Kampf, und man stirbt, um zu siegen!"

Philipp Melanchthon auf die Frage nach seinem letzten Wunsch:

"Nichts als den Himmel, laßt mir meine süße Ruh!"

Thomas Morus, Lordkanzler von England, sah dem Tod durch Hinrichtung frohgemut entgegen:

"Was ist der Tod? Was liegt daran, wenn man ein Kleid auszieht? Denn wie ein Kleid umgibt der Körper unseren Geist. Und dieses Kleid lege ich jetzt ab, um es einst herrlicher wieder anzuziehen."

Wolfgang Amadeus Mozart, gestorben 1791, schrieb fünf Jahre vor seinem Tod im letzten Brief an seinen Vater:

"Da der Tod als Heimgang zu Gott der wahre Endzweck unseres Lebens ist, so habe ich mich seit ein paar Jahren mit diesem wahrsten, besten Freunde des Menschen so bekannt gemacht, daß sein Bild nicht allein nichts Schreckliches mehr für mich hat, sondern recht viel Beruhigendes und Tröstendes. Und ich danke meinem Gott, daß er mir das Glück gegönnt hat, ihn als SCHLÜSSEL zu einer WAHREN GLÜCKSELIGKEIT kennenzulernen. Ich lege mich nie zu Bett, ohne zu bedenken, daß ich vielleicht (so jung ich auch bin) den andern Tag nicht mehr sein werde - und es wird doch kein Mensch von allen, die mich kennen, sagen können, daß ich im Umgang mürrisch oder traurig wäre - und für diese Glückseligkeit danke ich alle Tage meinem Schöpfer und wünsche sie von Herzen jedem Mitmenschen!"

Papst Pius XII.:

"Die Erde ist eine Herberge für den Übergang zu einem besseren, unvergänglichen Leben."

Friedrich Schiller flüsterte vor seinem Tod lächelnd:

"Froher, immer froher..."

Literatur: Franz Braumann: Deine Werke folgen dir nach... Kurzgeschichte, Kath. Sonntagsblatt Nr. 47, 27.11.1988, S. 19 

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