ETIKA

EXORZISMUS

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5.9.2002

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Aktuelles

 

 

Pater Amorth: „Es gibt keine Unterscheidung zwischen weißer und schwarzer Magie. Wenn die Magie funktioniert, ist das immer Werk des Teufels.“ Zu einer Besessenheit kann es aus vier Gründen kommen:

1.   weil es dem Betroffenen zum Guten gereicht (was bei vielen Heiligen der Fall ist)

2.   weil jemand hartnäckig an der Sünde festhält

3.   weil jemand auf Anstiftung des Teufels verwünscht wurde

4.   wenn jemand Okkultismus betreibt.

P. Amorth selbst hat der Teufel zwar oft bedroht, ihm aber nie Schaden zugefügt. Er empfiehlt sich der Gottesmutter: „Hülle mich in deinen Mantel und ich werde sicher sein.“ (Das Neue Groschenblatt 3/2002)

 

Neues Exorzismus-Ritual: Kardinäle erschweren die Abwehr des Widersachers

Das von den kirchentreuesten katholischen Geistlichen im deutschen Sprachraum herausgebene Neue Groschenblatt (Bezug empfohlen: Hetzendorfer Straße 86/1a, A-1120 Wien) berichtet in seiner Novemberausgabe 2001:

... Umso bedenklicher ist es, wenn Männer der Kirche die Realität Satans und seiner Sippe nicht mehr wahnehmen und die Abwehr des Widersachers eher erschweren als erleichtern, obwohl Christus Seiner Kirche die Vollmacht und den Auftrag gegeben hat: „Treibt Dämonen aus!“ (Mt 10,7) Pater Gabriele Amorth, Gründer und Ehrenvorsitzender des Internationalen Exorzistenverbandes, fällt über das neue Exorzismus-Ritual ein ebenso vernichtendes wie erschütterndes Urteil. „30 Tage“ (Anmerkung von etika.com: die deutsche Ausgabe von „30 giorni“, der unseres Wissens von Giulio Andreotti herausgebenen Zeitschrift) hat mit ihm darüber gesprochen (Nr. 6/01):

 

Anlaß war die Fertigstellung der italie-

nischen Übersetzung des Rituales durch

die italienische Bischofskonferenz. Ein

Jahr zuvor war sie wegen zu vieler

Übersetzungsfehler abgelehnt worden,

die Exorzistenvereinigung selbst hatte in

vielen Punkten dagegen Einspruch er-

hoben. Aber die Sache ist aufgrund des

lateinischen Originals jetzt nicht besser

geworden. "Das so sehr erwartete Ritual

hat sich letztendlich als Hohn erwiesen."

Eine unglaubliche "Schlinge", die den

Kampf gegen den Teufel sogar behin-

dern könnte.

Zwei Beispiele dafür:

"Unter Punkt 15 ist von Hexenwerk die

Rede, von Leiden, deren Urheber oder

Anstifter der Böse ist. Das kann in ver-

schiedenen Formen geschehen, durch

Verhexen, Verwünschen, den bösen

Blick, Voodoo, Macumba. Das (alte) Rö-

mische Ritual erklärte, wie man damit

umzugehen hat. Das neue Ritual dage-

gen erklärt kategorisch, daß es verboten

sei, in solchen Fällen Exorzismus vorzu-

nehmen. Das ist absurd. Hexenwerk ist

die Ursache des bei weitem größten

Teils von Besessenheit und der vom

Teufel ausgelösten leiden: mindestens

90%. Das ist, als würde man Exorzisten

,Berufsverbot' erteilen.

 

Unter Punkt 16

dagegen wird feierlich erklärt, daß man

keinen Exorzismus vornehmen dürfe,

wenn die Präsenz (Gegenwart, Anwe-

senheit) des Teufels nicht absolut gewiß

sei. Ein wahres Meisterwerk der Inkom-

petenz, denn die Gewißheit, daß ein

Mensch vom Teufel besessen ist, hat

man doch erst durch den Exorzismus!

 

Außerdem hat man ja auch nicht ver-

säumt, in beiden Punkten dem Katechis-

mus der katholischen Kirche zu wider-

sprechen, der deutlich festhält, daß der

Exorzismus vorgenommen werden müs-

se, sowohl um Dämonen auszutreiben

als auch vom Einfluß des Teufels zu be-

freien. Es heißt auch, daß man ihn so-

wohl an Personen als auch an Gegen-

ständen vornehmen solle. Die in dem

neuen Ritual enthaltenen Behauptungen

sind schwerwiegend und überaus

schädlich, das Ergebnis von Unwissen-

heit und Unerfahrenheit."

 

Angst vor Fachleuten?

An dem neuen Ritual haben zwei Kar-

dinalskommissionen zehn Jahre lang

gearbeitet, von denen die eine für die

Pränotanda ("Vorbemerkungen"), also

für die einleitenden Verfügungen, und

die andere für die Gebete zuständig

war. "Ich kann Ihnen mit Gewißheit ver-

sichern, daß keines der Mitglieder die-

ser Kommissionen jemals Exorzismen
vorgenommen, dran teilgenommen
oder auch nur die geringste Vorstellung
davon hat, was ein Exorzismus ist.“

 

Das neue Ritual ist nutzlos. „Man hat
vorgezogen, uns eine Waffe zu geben,
die nicht geladen ist. Wirksame Gebete
wurden gestrichen...., Gebete, die es seit
zwölf Jahrhunderten gab – dafür wurden
neue geschaffen, die vollkommen ineffi-
zient (unwirksam) sind.

 

Der neue Präfekt der Kongregation für
den Gottesdienst und die Sakramenten-
ordnung, Kardinal Jorge Medina, ließ an
das Ritual eine Notifica, eine
offizielle Bekanntgabe, anfügen, die be-
sagt, „dass die Exorzisten nicht verpflich-
tet sind, dieses Ritual zu benützen, son-
dern – wenn sie wollen und nach Rück-
sprache mit dem Bischof – auch auf das
alte zurückgreifen können. Die Bischöfe
müssen dann bei der Kongregation um
Genehmigung ansuchen, welche sie je-
doch – so schreibt der Kardinal -, ,gern
erteilen werde´.“

 

Anmerkung: Das Neue Groschenblatt spricht von einem „Rettungsanker“. Wir sind skeptisch. Denn was tut der Exorzist, wenn sein Bischof sich weigert, bei der Kongregation ein Ansuchen zu stellen? Er ist gezwungen, das „ineffiziente“ neue Ritual anzuwenden. Cui bono?

 

Vaticano, un decalogo contro gli esorcismi. (Corriere della Sera, Milano, 24.11.2000, p. 17 Cronache). Esorcismo e guarigioni, ecco i dieci comandamenti. Un decreto del cardinale Ratzinger contro messe-miracolo e riti "sensazionalistici". (la Repubblica, Roma, 24.11.2000, p. 32 Cronaca)

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