|
ETIKA |
EXORZISMUS |
www.etika.com |
|
91EX0 |
Aktuelles |
|
Pater
Amorth: „Es gibt keine Unterscheidung zwischen weißer und schwarzer Magie. Wenn die Magie funktioniert, ist das immer Werk des
Teufels.“ Zu einer Besessenheit kann es
aus vier Gründen kommen:
1. weil es dem Betroffenen zum Guten gereicht (was bei vielen Heiligen der Fall ist)
2. weil jemand hartnäckig an der Sünde festhält
3. weil jemand auf Anstiftung des Teufels verwünscht wurde
4. wenn jemand Okkultismus betreibt.
P. Amorth selbst hat der Teufel zwar oft bedroht, ihm aber nie Schaden zugefügt. Er empfiehlt sich der Gottesmutter: „Hülle mich in deinen Mantel und ich werde sicher sein.“ (Das Neue Groschenblatt 3/2002)
Neues
Exorzismus-Ritual: Kardinäle erschweren die Abwehr des Widersachers
Das von den kirchentreuesten katholischen
Geistlichen im deutschen Sprachraum herausgebene Neue Groschenblatt (Bezug
empfohlen: Hetzendorfer Straße 86/1a, A-1120 Wien) berichtet in seiner
Novemberausgabe 2001:
... Umso bedenklicher ist es, wenn Männer der
Kirche die Realität Satans und seiner Sippe nicht mehr wahnehmen und die Abwehr
des Widersachers eher erschweren als erleichtern, obwohl Christus Seiner Kirche
die Vollmacht und den Auftrag gegeben hat: „Treibt Dämonen aus!“ (Mt 10,7)
Pater Gabriele Amorth, Gründer und Ehrenvorsitzender des Internationalen
Exorzistenverbandes, fällt über das neue Exorzismus-Ritual ein ebenso vernichtendes
wie erschütterndes Urteil. „30 Tage“ (Anmerkung von etika.com: die deutsche
Ausgabe von „30 giorni“, der unseres Wissens von Giulio Andreotti herausgebenen
Zeitschrift) hat mit ihm darüber gesprochen (Nr. 6/01):
Anlaß war die Fertigstellung der italie-
nischen Übersetzung des Rituales durch
die italienische Bischofskonferenz. Ein
Jahr zuvor war sie wegen zu vieler
Übersetzungsfehler abgelehnt worden,
die Exorzistenvereinigung selbst hatte in
vielen Punkten dagegen Einspruch er-
hoben. Aber die Sache ist aufgrund des
lateinischen Originals jetzt nicht besser
geworden. "Das so sehr erwartete Ritual
hat sich letztendlich als Hohn erwiesen."
Eine unglaubliche "Schlinge", die den
Kampf gegen den Teufel sogar behin-
dern könnte.
Zwei Beispiele dafür:
"Unter Punkt 15 ist von Hexenwerk die
Rede, von Leiden, deren Urheber oder
Anstifter der Böse ist. Das kann in ver-
schiedenen Formen geschehen, durch
Verhexen, Verwünschen, den
bösen
Blick, Voodoo, Macumba.
Das (alte) Rö-
mische Ritual erklärte, wie man damit
umzugehen hat. Das neue Ritual dage-
gen erklärt kategorisch, daß es verboten
sei, in solchen Fällen
Exorzismus vorzu-
nehmen. Das
ist absurd. Hexenwerk ist
die Ursache des bei weitem größten
Teils von Besessenheit und der vom
Teufel ausgelösten leiden: mindestens
90%. Das ist, als würde man Exorzisten
,Berufsverbot' erteilen.
Unter Punkt 16
dagegen wird feierlich erklärt, daß man
keinen Exorzismus vornehmen dürfe,
wenn die Präsenz (Gegenwart,
Anwe-
senheit) des Teufels nicht absolut
gewiß
sei.
Ein wahres Meisterwerk der Inkom-
petenz, denn die Gewißheit, daß ein
Mensch vom Teufel besessen ist, hat
man doch erst durch den Exorzismus!
Außerdem hat man ja auch nicht ver-
säumt, in beiden Punkten dem Katechis-
mus der katholischen Kirche zu wider-
sprechen, der deutlich festhält, daß der
Exorzismus vorgenommen werden müs-
se, sowohl um Dämonen auszutreiben
als auch vom Einfluß des Teufels zu be-
freien. Es heißt auch, daß man ihn so-
wohl an Personen als auch an Gegen-
ständen vornehmen solle. Die in dem
neuen Ritual enthaltenen Behauptungen
sind schwerwiegend und überaus
schädlich, das Ergebnis von Unwissen-
heit und Unerfahrenheit."
Angst vor Fachleuten?
An dem neuen Ritual haben zwei Kar-
dinalskommissionen zehn Jahre lang
gearbeitet, von denen die
eine für die
Pränotanda ("Vorbemerkungen"), also
für die einleitenden Verfügungen, und
die andere für die Gebete zuständig
war. "Ich kann Ihnen mit Gewißheit ver-
sichern, daß keines der Mitglieder die-
ser Kommissionen jemals Exorzismen
vorgenommen, dran teilgenommen
oder auch nur die geringste Vorstellung
davon hat, was ein Exorzismus ist.“
Das neue Ritual ist nutzlos. „Man hat
vorgezogen, uns eine Waffe zu geben,
die nicht geladen ist. Wirksame Gebete
wurden gestrichen...., Gebete, die es seit
zwölf Jahrhunderten gab – dafür wurden
neue geschaffen, die vollkommen ineffi-
zient (unwirksam) sind.
Der neue Präfekt der Kongregation für
den Gottesdienst und die Sakramenten-
ordnung, Kardinal Jorge Medina, ließ an
das Ritual eine Notifica, eine
offizielle Bekanntgabe, anfügen, die be-
sagt, „dass die Exorzisten nicht verpflich-
tet sind, dieses Ritual zu benützen, son-
dern – wenn sie wollen und nach Rück-
sprache mit dem Bischof – auch auf das
alte zurückgreifen können. Die Bischöfe
müssen dann bei der Kongregation um
Genehmigung ansuchen, welche sie je-
doch – so schreibt der Kardinal -, ,gern
erteilen werde´.“
Anmerkung: Das Neue Groschenblatt spricht von
einem „Rettungsanker“. Wir sind skeptisch. Denn was tut der Exorzist, wenn sein
Bischof sich weigert, bei der Kongregation ein Ansuchen zu stellen? Er ist
gezwungen, das „ineffiziente“ neue Ritual anzuwenden. Cui bono?
Vaticano, un decalogo contro gli esorcismi. (Corriere
della Sera, Milano, 24.11.2000, p. 17 Cronache). Esorcismo e guarigioni, ecco i
dieci comandamenti. Un decreto del cardinale Ratzinger contro messe-miracolo e
riti "sensazionalistici". (la Repubblica, Roma, 24.11.2000, p. 32
Cronaca)