ETIKA

Exorzismus

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Jesus treibt auch heute böse Geister aus

23.3.2014

 

Aus dem Buch von P. Leonh. Goffine:
Katholische Handpostille.
Bearbeitet nach der 65. Auflage von P. Theodosius Florentini.
Verlagsanstalt Benziger, Einsiedeln. Ca. 1896 oder später. S. 108-112

Unterricht für dem dritten Sonntag in der Fasten, „Oculi“ genannt.

 

Die Kirche mahnt uns heute zur Reinigung des Herzens von allem Bösen, indem sie hinweist auf den Mächtigen, der den Teufel in Wahrheit überwunden, und bittet im Eingange der heiligen Messe mit dem Psalmisten um Hilfe: „Meine Augen gehen immer nach dem Herrn; denn Er wird meine Füße aus dem Netze ziehen. Schaue auf mich und erbarme Dich meiner – denn ich bin einsam und arm.“ (Ps. 34, 15. 16.) „Zu Dir, o Herr! erhebe ich meine Seele; auf Dich, mein Gott! vertraue ich: laß mich nicht zu Schanden werden.“ (Ps. 24, 1.) Ehre sei dem Vater, etc.

Gebet der Kirche. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! sieh gnädig auf die Wünsche deines demütigen Volkes herab und strecke den mächtigen Arm deiner Majestät zu unserem Schutze aus; durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Lesung aus dem Briefe des hl. Apostels Paulus an die Epheser. K. 5, V. 1-9.

Wozu ermahnt uns hier der hl. Paulus?

1)  In der Liebe zu wandeln, wie und weil Christus uns geliebt und sich für uns geopfert hat;

2)  die schrecklichen Laster der Unzucht und des Geizes, sowohl in Gedanken und Worten, als in Werken standhaft zu meiden, da wir sonst des Himmels verlustig gehen;

3)  uns nicht verführen lassen durch leichtfertige, ungläubige Menschen, die sich aus diesen scheußlichen Lastern nichts machen. O wie wichtig ist diese Lehre in unsern Tagen!

4)  als Kinder des Lichtes zu wandeln und durch ein heiliges Leben ein gutes Beispiel zu geben.

 

Evangelium nach dem hl. Lukas. K. 11, V. 14-28.

In jener Zeit trieb Jesus einen bösen Geist aus, der stumm war. Und als Er den bösen Geist ausgetrieben hatte, redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. … (Jesus:) Wenn Ich aber durch den Finger Gottes die bösen Geistetr austreibe, so ist ja wahrhaftig das Reich Gottes zu euch gekommen. Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist alles sicher, was er hat. Wenn aber ein Stärkerer, als er, über ihn kommt und ihn überwindet, so nimmt er ihm seine ganze Waffenrüstung, auf welche er sich verließ, und verteilt seine Beute. Wer nicht mit Mir ist, der ist wider Mich; und wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut. Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, wandert er durch dürre Orte und suchet Ruhe; und weil er sie nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, von dem ich ausgefahren bin. Und wenn er kommt, findet er es mit dem Besen gereinigt und geschmückt. Dann geht er hin, nimmt noch sieben andere Geister mit sich, die ärger sind als er; und sie gehen hinein und wohnen daselbst: und die letzten Dinge dieses Menschen werden ärger als die ersten. …

Was wird hier mit dem Ausdruck „stummer böser Geist“ bezeichnet?

Der böse Feind, welcher diejenigen, deren Körper er in Besitz genommen hat, dergestalt beherrscht, daß er sie stumm und manchmal rasend macht; im geistigen Sinne aber die falsche Scham, mit welcher der Sünder seine Sünden in der heiligen Beicht verschweigt.

Wodurch hat Jesus den bösen Geist ausgetrieben?

Durch die in Ihm wohnende, mit dem Ausdruck Finger Gottes bezeichnete göttliche Macht, die so schnell und vollkommen wirkte, daß der Besessene auf der Stelle befreit wurde und wieder auf natürliche Weise redete.

Wie treibt Christus jetzt noch die „stummen Teufel“ aus?

Durch die Macht seiner Gnade, wodurch er den Sünder erleuchtet und bewegt, seine Sünden in der heiligen Beicht aufrichtig zu bekennen. „Die aufrichtige Beicht unterjocht die Laster, überwindet den Satan, verschließt den Rachen der Hölle und öffnet die Pforten des Paradieses,“ sagt der hl. Augustinus. O besiege, mein lieber Christ, stets den stummen Teufel!

Wer ist der „bewaffnete Starke“?

Der böse Geist, der so genannt wird, weil er noch den Verstand und die Kräfte der Engel besitzt und durch eine lange Erfahrung geübt ist, den Menschen, wenn es Gott zuläßt, auf allerlei Art zu schaden.

Welches sind die Waffen des Teufels?

Seine Waffen sind: Seine unergründliche Bosheit, sein Haß gegen Gott und die Menschen und seine Schlauheit, womit er sie verblendet, daß sie die Sünde, deren Größe, Bosheit und Folgen und die Notwendigkeit der Buße nicht erkennen; fener ihre eigenen bösen Neigungen, Müßiggang, böse Gesellschaften, Trägheit im Gebete etc. Eine seiner stärksten Waffen aber ist das menschliche Ansehen und jenes bekannte Wort: „Was werden die Leute sagen?“ Denn, um nicht von den Menschen verlacht und verspottet zu werden, treten sehr viele den Weg der Tugend nie an oder verlassen denselben wieder.

Wer ist der „Stärkere“, der dem Teufel seine Waffenrüstung genommen hat?

Christus der Herr, der dazu in die Welt gekommen, um die Werke und das Reich des Teufels, der in den Herzen der Sünder und Ungläubigen herrscht, zu zerstören (I. Joh. 3, 8.), diesen Fürsten der Finsternis aus der Welt hinauszustoßen (Joh. 12, 31.) und die Menschen von seiner Macht zu befreien.

Warum sagt Christus: „Wer nicht mit Mir ist, der ist wider Mich“?

Damit die Pharisäer erkennen möchten, daß sie, nach so vielen Beweisen für seine Gottheit, dennoch nicht mit Ihm sein würden, notwendig seine Feinde seien und vom Reiche Gottes ausgeschlossen würden.

Was ist unter dem „unreinen Geist“ zu verstehen?

Der böse Geist, der durch die Sünde ganz befleckt und verdorben und so gerne die Menschen in Sünden der Unreinigkeit stürzt, weil er weiß, daß sie sich von diesen Sünden nur sehr schwer wieder bessern.

Warum sagt der böse Feind: „Ich will in mein Haus zurückkehren“?

Weil er stets bestrebt ist, eine bekehrte Seele wieder zum Falle zu bringen und dies wirklich zu stande bringt, wenn er die Seele leer von Gott und seiner Gnade und mit allerhand Gelüsten für ihn geziert findet.

Was heißt: „Die letzten Dinge dieses Menschen werden ärger als die ersten“?

Es heißt, durch den Rückfall in die Sünde werde der Zustand der Seele furchtbarer als vorher, 1) weil durch Wiederholung der Hang stärker, der Wille schwächer, daher die Ueberwindung immer schwerer wird, so wie die Rückfälle bei leiblichen Krankheiten immer gefährlicher sind; 2) weil wiederholte Untreue dem Menschen von Gott immer mehr entfernt und auch den Sünder der Gnaden unwürdiger macht, ohne die er nicht besser werden kann; 3) weil ein Rückfall wegen der daraus entstehenden Gleichgültigkeit, Lauigkeit und Schwäche gern mehrere nach sich zieht; 4) weil wiederholte Rückfälle zuletzt eine Gewohnheit erzeugen, die zu brechen dem Menschen beinahe nicht möglich ist; und 5) weil zuletzt sogar Verstockung und Unbußfertigkeit zu befürchten ist. – Dies bedeutet das Wohnen des bösen Geistes mit noch sieben andern im Herzen des Menschen. O christliche Seele! hüte dich sorgfältig vor dem Rückfalle, damit dir nichts Aergeres widerfahre!

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