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91GR4

Gottesurteile

14.3.2005

Im höheren Interesse zitiert aus:
Heinz Finger: Untersuchungen zum ,Muspilli´,
Göppingen 1977, S. 59ff.

Fingers Definition: Gottesurteile in allgemeinster Auffassung sind Gott zugeschriebene, in dieser Welt wirklichsame Entscheidungen für oder gegen eine Person oder ein Vorhaben, in besonderem Maße solche Entscheidungen, die vorher von Gott erbeten wurden. Der Germanist nennt folgende Beispiele:

Als Gottesurteile dieser Art wurden laut Finger zu vielen Zeiten auch bestimmte historische Ereignisse angesehen, deren Eintreffen man dem besonderen Walten Gottes zuschrieb. Außerdem verließ man sich auf Gottesurteile, um die Zeugenschaft Gottes für die Wahrheit einer Behauptung zu erweisen, wie Heinz Finger weiter darlegt:

Eine strenge Unterscheidung zieht Finger zwischen dem Gottesurteil und dem bei den Germanen anstelle des Reinigungseides zu erbringenden Ordal, einer Elementenprobe (z. B. Wasser-, Eisen- oder Feuerprobe, Kesselfang, Pflugscharengang, Losordal), die denselben Stellenwert haben konnte wie ein Zweikampf. Baiern und Alamannen kannten nur den Zweikampf.

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