ETIKA

KINDESMISSBRAUCH

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Vatikan verweigert Exkommunikation

2.9.2010
Neues am Schluss

Ausschluss von Kommunisten und Mafiosi, aber Kinderschänder gelten als therapierfähig
und werden vom Papst nicht dem strafenden Zorn Gottes ausgesetzt

„Fürsorge für die Opfer und deren Schutz hat höchste Priorität.“ Dies versichert die Diözese Bozen-Brixen. (Dolomiten, 11.3.2010, S. 13) Sie tut hoffentlich, was sie kann. Aber der Vatikan tut es nicht. Er ist säumig. Würde der Papst dem Schutz der Kinder höchste Priorität einräumen, müsste er kraft seines Amtes die Pädophilen aus der Kirche ausschließen. Aber der Papst redet wie alle Politiker, Theologen und Experten um den heißen Brei herum, keiner will die Täter an den Pranger stellen. Sie werden als therapierfähig hingestellt. Man will ihnen eine Chance geben. Den Kindern aber gibt man keine Chance, obwohl Jesus den Kinderschändern die schlimmste Strafe androht, die mit dem Mühlrad. Davon und vom Ausschluss der Bösen, den der Apostel Paulus anordnet, will die römisch-katholische Amtskirche nichts wissen. Damit gibt sie sich selbst auf. Denn Kinderschutz wäre wichtiger als Pädophilenschutz. Gott wird nicht mehr dazu schweigen.

Absurd und nicht im Sinne Gottes: „Wegen ihrer herausragenden Heiligkeit“ (I. Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 3) wird der katholischen Kirche „Göttlichkeit“ zugesprochen (so vom Abt der Abbaye Saint-Joseph de Clairval, Rundbrief vom 13.5.1997). Als einer der Beweise wird angegeben: „Die Heiligkeit wird Tag für Tag gelebt von einer sehr großen Zahl von Priestern, die im Zölibat leben, von Ordensmännern und -schwestern, die die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams beachten, und von sehr vielen Laien.“ (Rundbrief „Einige Beweise für die Wahrheit der katholischen Religion“, ohne Datum). Sprechen wir von derselben Kirche? Wir wollen der römisch-katholischen Amtskirche die Freiheit zugestehen, Mafiosi, Kommunisten und andere auszuschließen, aber warum tut sie dasselbe nicht bei Kinderschändern? Ist das göttlich, gottgewollt? Nein, nie und nimmer.

Denn es gibt sie, die Exkommunikation, den Ausschluss, den Kirchenbann

Wenn heute verschiedentlich behauptet wird, die Amtskirche bzw. Ratzinger habe die schwersten Kirchenstrafen gegen pädophile Priester verhängt und mehr könne man nicht verlangen, so ist das eine glatte Lüge. Denn:

„Die hauptsächlichen kirchlichen Strafen sind: Entziehung der Sakramente, Ausschließung aus der kirchlichen Gemeinschaft, Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses.“ (Großer Katechismus der Katholischen Religion nach dem Konzil von Trient, herausgegeben von den Päpsten Pius V. und Clemens XIII.)

Die Exkommunikation wird im offiziösen Sammelwerk Lexikon für Theologe und Kirche, das Karl Rahner herausgegeben und an dem Joseph Ratzinger mitgearbeitet hat, wie folgt definiert: „Ausstoßung eines Kirchenmitgliedes aus der Gemeinschaft der Gläubigen; in heutiger Rechtssprache Fachausdruck für die Strafe des Kirchenbannes (c. 2257 § 1).“ (LTK, Dritter Band, Verlag Herder Freiburg, 1959, Spalte 1312)

Beim Stichwort Kirchenbann erfahren wir, dass dieser „Anathem“ genannt wird, wenn die feierlichen Riten des Pontificale Romanum bei der Verhängung durchgeführt werden. Unterschieden wird zwischen Vitandi (vom Heiligen Stuhl als solche erklärt, etwa bei Häresie), geduldeten Gebannten nach Urteilsspruch und Strafverfügung sowie geduldeten Gebannten ohne Urteilsspruch. (LTK, Sechster Band, 1961, Spalten 197-199)

Anathema: Das Wort ist jedem aus der Bibel bekannt und erinnert „an das urchristliche Bußverfahren, in dem der Sünder wegen einer schweren Schuld gegen die Kirche u. Gott v. ihr ausgeschlossen u. damit dem strafenden Zorn Gottes (A. als Fluch) ausgesetzt wurde.“ (Lexikon für Theologie und Kirche, Erster Band, 1957, Spalte 494) Ja, jetzt wissen wir, warum Ratzinger und Konsorten von einem Kirchenbann nichts wissen wollen: Weil sie nämlich nicht mehr an einen strafenden Gott glauben. Doch sie können dem Zorn Gottes nicht entgehen, wenn sie nicht umkehren und Buße tun und der Wahrheit und Gerechtigkeit des Evangeliums wieder ihren Platz einräumen. Wenn aber der Papst und die Amtskirche versagen, sind die einzelnen Gemeinden aufgefordert, die Bösen aus ihrer Mitte auszuschließen, wie es der Apostel verlangt. Schon der Kinder wegen, und als Anwalt der Kinder fordern wir die Gemeinden dazu auf.

Bann: Diese kirchliche Bußpraxis beginnt im 1. Brief an die Korinther 5, 1-5, „wo der Blutschänder ausgestoßen u. dem ,Verderben des Fleisches´ geweiht wird. (Lexikon für Theologie und Kirche, Erster Band, Spalten 1224-1227). Als Bibelstellen gibt das LTK noch an: 1 Tim 1,18ff, Tit 3,9ff, 3 Jo 9f, Mt 18,15-18, Jo 15,1-8). Nun zu einigen Beispielen für Exkommunikationen:

Abtreibung. Dazu heißt es im Lexikon für Theologie und Kirche: „Die Straftat ist mit dem v. selbst eintretenden Kirchenbann bedroht, dessen Lossprechung dem Ortsoberhirten vorbehalten ist (c. 2350 § 1).“ (LTK, Erster Band, Verlag Herder Freiburg, 1957, Spalte 100). Zwei Beispiele aus der jüngsten Zeit: Ein brasilianischer Bischof kündigte die Exkommunikation eines neunjährigen Mädchens an, das vergewaltigt worden war, mit Zwillingen schwanger war, nur 30 Kilogramm wog und dessen Kinder von den Ärzten abgetrieben wurden. (Corriere della Sera, 15.3.2010, S. 23) Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun erklärte, dass sich ein prominenter Wiener Unternehmer wegen eines sexualmedizinischen Zentrums, das auch Abtreibungen durchführt, quasi selbst exkommuniziert hätte. (Dolomiten, 3.2.2007)

Kommunisten. „Kommunisten werden exkommuniziert. Die höchste Autorität der Kirche in Glaubensfragen, die Kongregation des heiligen Offiziums, hat allen Katholiken, die aus eigenem Antrieb dem Kommunismus folgen, die Exkommunikation angedroht. Im vatikanischen Amtsblatt wurde ein päpstliches Dekret veröffentlicht, das die Entscheidungen der Kongregation durch den Papst bestätigt. Ein hoher kirchlicher Würdenträger erläuterte das Dekret dahingehend, daß alle Katholiken, die aus freien Stücken Kommunisten sind, automatisch exkommuniziert werden. … Das Dekret betrifft auch die „Mitläufer“. „Kommunist sein, heißt freiwillig aus der Kirche austreten. Das päpstliche Dekret wird in sämtliche Strafen übersetzt und soll täglich vom Vatikansender übertragen werden.“ (Rhein-Zeitung, Ausgabe Regierungsbezirk Trier, 16./17.7.1949)

Mafia. Mitglieder des organisierten Verbrechens werden in Italien automatisch von der katholischen Kirche ausgeschlossen. Eine ausdrückliche Exkommunikation sei nicht notwendig, sagte Bischof Mariano Crociata, Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz (CEI). (Dolomiten, 11.11.2009) Dabei ist zu bedenken, dass sich sicher einzelne Mafiosi – ausgenommen Erpresser, Zuhälter, Rauschgifthändler und dergleichen – im Vergleich zu Pädophilen geradezu als „Ehrenleute“ fühlen mögen.

Mord. Der Bischof von Locri-Gerace, Monsignor Giancarlo Maria Bregantini, hat in einem Brief an alle Pfarreien seiner Diözese, die eine der höchsten Mordraten Italiens aufweist, die Exkommunikation derer verfügt, die „schießen und töten“. (la Repubblica, www.repubblica.it, 31.3.2006)

Häretiker. Häresie (Leugnung einer Wahrheit, die Lehre der Kirche ist) bringt laut Lexikon für Theologie und Kirche den Verlust der Kirchenmitgliedschaft mit sich. Der Ketzer verfällt „der von selbst eintretenden Strafe des Kirchenbannes“. (Fünfter Band, Verlag Herder Freiburg, 1960, Stichwort Häretiker, Spalte 12) Unter den Kaisern Theodosius und Justinianus wurde sogar die Todesstrafe für Häresie verhängt. (Stichwort Häresie, aaO, Spalte 7)

Freimaurer. „Nach CIC c. 2335 verfallen diejenigen, die sich den F. anschließen, eo ipso der dem Apost. Stuhl simpliciter reservierten Exkommunikation; gem. c. 1240 § 1 n. 1 ist den notor. Mitgl. der F.ei u. ähnl. Gesellschaften das kirchl. Begräbnis versagt.“ (Lexikon für Theologie und Kirche, Vierter Band, Verlag Herder Freiburg, 1968, Spalte 347) Inzwischen wurden diese Bestimmungen verwässert, aber zur Beruhigung der Gläubigen wird kirchlicherseits behauptet, es habe sich im Grunde nichts geändert.

Kirchensteuerverweigerer. In der Süddeutschen Zeitung lesen wir auch von „der kirchenrechtlich nicht gebotenen Exkommunikation von Kirchensteuerverweigerern“ (6.3.2010, Christoph Möllers: Missbrauch und Strafe. Auf einmal will die katholische Kirche in Deutschland vom Staat nichts mehr wissen)

Weitere scharfe Maßnahmen, die möglich wären:

Keine Kommunion: für Abtreibungsbefürworter. Mehrere amerikanische Bischöfe erklärten, sie würden einem Politiker, der die Abtreibung propagiere, die Kommunion verweigern. Ein Bischof sagte, auch die Wähler eines solchen Politikers müssten vom Kommunionempfang ausgeschlossen werden. (Dolomiten, 23.6.2004) Eine Kommunionsverweigerung wurde sowohl von katholischen wie auch evangelischen Bischöfen im Zusammenhang mit dem Fall Williamson auch Menschen angedroht, die den Holocaust leugnen oder relativieren. (aus der Erinnerung)

Ausschluss aus kirchlichen Gremien: für Unbotmäßige. Bischöfe haben das Recht, Leute aus kirchlichen Gremien auszuschließen, die sich öffentlichen Protesten gegen Papst, Bischöfe und Lehramt anschließen. Beispiel: der frühere Diözesanratsvorsitzende Fritz Wallner von der Gruppe „Wir sind Kirche“. (NWZ, 26.5.2009)

Keine kirchliche Beerdigung: für Drogenhändler und -produzenten. Das Verbot wurde verhängt von Bangkoks Kardinal Michael Michai Kitbunchu. Begründung: Solche Menschen zerstörten die Gesellschaft und vor allem das Leben von Kindern. Drogenhandel sei „indirekter Mord“ an schuldlosen Menschen. (Dolomiten 13.5.2003, APA) Ist Seelenmord an unschuldigen Kindern weniger schlimm? – In Neapel weigerte sich ein Pfarrer, die Totenmesse für die Frau eines Mafiabosses zu halten. Er sei es leid, „das Böse zu segnen“, sagte er. „Nicht alle Toten sind gleich, es zählen die Taten während des Lebens.“ (Dolomiten 19.3.1992)

Nicht einmal solche kirchlichen Maßnahmen ergreift Ratzinger gegen die Kinderschänder in den eigenen Reihen. Er versetzt sie, und damit hat sich´s meistens. Erst neuerdings, seit Auffliegen des globalen Skandals, lässt er geprüfte Fälle von den Bischöfen an die irdische Gerichtsbarkeit weiterschicken, weil ihm nichts anderes übrig bleibt.

Päpstliche Milde gegenüber pädophilen Priestern

Es ist uns völlig schleierhaft, wie eine Kirche, die sich unfehlbar nennt, noch nicht auf den Gedanken gekommen ist, Kinderschänder aus der Kirche auszuschließen. Dies ist ein Beweis dafür, dass sie nicht unfehlbar ist.

Alexander III. (1159-1181) ordnete an, Pädophile aus dem Priesterstand zu entlassen oder zur Buße in Klöster einzusperren. (Der Spiegel 11/2010, S. 33) Aber er schloss sie nicht aus.

Dem zur Zeit Ratzingers als Erzbischof von Essen nach München geholten Kinderschänder wurde verboten, mit Kindern zu arbeiten, aber er wurde nicht suspendiert. (Corriere della Sera, 13.3.2010, S. 26, Gian Guido Vecchi) Schlimmer noch: „Trotz mehrerer Missbrauchsfälle ermöglichte das Erzbistum München einem vorbestraften Pfarrer, immer wieder mit Kindern in Kontakt zu treten“ (Süddeutsche Zeitung, 13.3.2010, Gescheiterte Rehabilitation, Karin Prummer, Dominik Stawski)

Das Vatikan-Tribunal hat in sechs von zehn Fällen keine Prozesse „wegen fortgeschrittenen Alters“ der Priester durchgeführt; aber ihnen wurden Maßnahmen auferlegt wie die Pflicht, „ein zurückgezogenes Leben des Gebets zu führen“. (Corriere della Sera, 14.3.2010, S. 17). In Klöstern, in denen seit ungefähr der Zeit des II. Vatikanischen Konzils das Fernsehen erlaubt ist! Wer kontrolliert, ob sie nicht Pornofilme anschauen? Und welche Zumutung für heiligmäßig lebende Mönche, mit Sittenstrolchen zusammengesperrt zu sein! Damit wurden die Klöster zu Auffangbecken für Schwerverbrecher degradiert. Kein Wunder, wenn sie sich jetzt leeren.

Papst verurteilt Missbrauchsfälle. Kirchenoberhaupt prangert Verletzung der „Rechte der Kinder“ an. „Die Kirche wird niemals aufhören, dies zu bedauern und zu verurteilen.“ (Dolomiten, 9.2.2010) Verurteilen? Höchstens mit Versetzungen, aber nicht mit dem Kirchenbann!

Papstkult: Lobhudelei für Ratzinger, obwohl dieser Pädophile nicht exkommuniziert

Energisch gegen Kindesmissbrauch. Papst Benedikt XVI. werde diesen ernsten Fall weiter verfolgen und Strategien ausarbeiten, um jede Wiederholung zu verhindern, meinte Benedikt.“ (Dolomiten, 12.12.2009, dpa)

Missbrauchsfälle und sexuelle Übergriffe in der katholischen Kirche hat Benedikt XVI. – schon als Kardinal – immer unnachgiebig verfolgen lassen.“ (Aldo Parmeggiani, Dolomiten, 12.3.2010) Ebenso sagte Bischof Gianfranco Girotti, Regent der Apostolischen Pönitentiarie, früher Mitarbeiter der Glaubenskongregation, Ratzinger habe jedes Delikt unnachgiebig verfolgt. (Dolomiten 27.3.2010, alp)

„Mit seinem Ruf nach Null Toleranz, Transparenz und vorbeugenden Strategien in seiner Kirche hatte Benedikt eine Notbremse gezogen.“ (Dolomiten, 13.3.2010, APA/dpa, (Zollitsch) Zum Rapport beim Pontifex)

Die Vatikanzeitung L´Osservatore Romano titelte: „Die Strenge Benedikts XVI. gegen den Schmutz in der Kirche“ „Il rigore di Benedetto XVI contro la sporcizia nella Chiesa“ (laut Corriere della Sera vom 14.3.2010, S. 16) Ähnlich sein Sprecher Federico Lombardi in Radio Vatikan: „la sua linea è stata sempre quella del rigore e della corenenza“. (in derselben Zeitung zitiert)

Kardinal Ratzinger habe sich „entschlossen und mutig gezeigt“ im Umgang mit Fällen von Pädophilie, sagte Monsignore Charles Scicluna, der seit 2001 für Sexualdelikte zuständig ist, im „Avvenire“. In den vergangenen neun Jahren habe die Glaubenskongregation 3000 Fälle behandelt. (Süddeutsche Zeitung, 15.3.2010, S. 2)

Hoffen wir nicht auf diese Kirche, sondern auf Gott und die von ihm beschlossenen Ereignisse!

All die Worte des Papstes, der Kardinäle, Bischöfe und Theologen über „energische Maßnahmen gegen pädophile Priester“ sind somit „blabla“. Sie nützen den künftigen Opfern der Kinderschänder gar nichts. Es bleibt nur eine Hoffnung, dass der eingreift, von dem Erzbischof Rino Fisichella, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, spricht: „… una simile violenza grida vendetta al cospetto di Dio.“ (Corriere della Sera, 15.3.2010, S. 23)

„… eine solche Gewalt schreit zum Angesicht Gottes um Rache.“

Gott sei Dank gibt es solche und solche Priester. Lernen wir unterscheiden, zweifeln wir nicht an den vielen guten Priestern, Ordensbrüdern und -schwestern! Sie leiden selbst unsäglich und sollten sich von den Bösen trennen, mit denen sie jetzt von der Öffentlichkeit in einen Topf geworfen werden. Die Mächte der Unterwelt haben einen gewaltigen Sieg errungen, die Kirche ist fast zerschlagen und wird sich kaum noch erholen. Nur in kleinen Gruppen wird sie wohl weiterleben, wie es Benson und Solowjew prophezeit haben.

Was uns betrifft, so wissen, wir, dass ETIKA denen, die im Vatikan und in der Kirche dem Teufel dienen, ein Dorn im Auge ist. Wir trösten uns mit einem Wort, das der rebellische Theologieprofessor Hubertus Halbfas – ganz und gar nicht auf unserer Linie – gesprochen hat: „Heute würde Jesus in der Kirche als Störenfried gehasst“. (Der Spiegel, 27/1970, S. 113)

Unsere Rechtfertigung aus der 1. Lesung am 3. Sonntag der Osterzeit, 18.4.2010: “Apostelgeschichte 5, 29 Petrus und die Apostel antworteten: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen. 32 Zeuge ist der heilige Geist, den Gott allen verliehen hat, die ihm gehorchen”.

Wache der Barmherzigkeit, Guami, 18.4.2010, ETIKA 91K3, www.etika.com

Ergänzungen

Täter unterstützen

Was ungenügend zum Zuge kommt, sind die konkreten Maßnahmen, zum Beispielwas, wenn es um Therapien und Rehabilitation sowohl für Opfer als auch Täter geht. … Es ist Aufgabe der Kirche, … für unterstützende Maßnahmen für Opfer und Täter zu sorgen.” (Gottfried Ugolini, Priester und Psychologe, im Kath. Sonntagsblatt, Bozen, 18.4.2010)

4 himmelschreiende Sünden (Mittlerer Katechismus der katholischen Religion, Tyrolia, Innsbruck, 1927)

“673. Warum heißen gewisse Sündenhimmelschreiende”?

Gewisse Sünden heißenhimmelschreiende”, weil von jeder derselben in der Heiligen Schrift ausdrücklich gesagt wird, daß sie zum Himmel um Rache schreit, das heißt die göttliche Gerechtigkeit ganz besonders zur Bestrafung herausfordert.

674. Welches sind die himmelschreienden Sünden? Die himmelschreienden Sünden sind folgende vier:

1.   der vorsätzliche Totschlag (Anmerkung: Beisp. “Und er (der Herr) sprach zu ihm (Kain):  Was hast du getan? Die Stimme von deines Bruders Blute schreit zu  mir von der Erde.” (I. Mo. 4, 10.);

2.   die sodomitische Sünde (Anmerkung: “Der Herr sprach: Das Geschrei von Sodoma und Gomorrha (Anmerkung ETIKA: damals im kath. Katechismus wie heute noch in den evangelischen Bibeln geschrieben) hat sich gemehrt und ihre Sünde ist sehr schwer geworden.” (I. Mos. 18, 20.) (Anmerkung: ETIKA: Um wieviel mehr schreit der Kindesmissbrauch zum Himmel!);

3.   die Unterdrückung der Armen, Witwen und Waisen (Anmerkung: “Fließen nicht die Tränen der Witwe die Wangen herab? Schreit sie nicht wider den, der sie auspreßt? Von ihren Wangen steigen sie bis zum Himmel empor und der Herr, der sich erbitten läßt, wird kein Wohlgefallen daran haben.” (Sir. 35, 18. 19.);

4.   die Entziehung oder Vorenthaltung des verdienten Arbeitslohnes (Anmerkung: “Sieh, der Lohn der Arbeiter, die eure Felder eingeerntet haben, welcher von euch vorenthalten worden, schreit; und ihr Geschrei ist zu den Ohren des Herrn der Heerscharen gekommen.” (Jak. 5, 4.)”

Papst entschuldigt sichMühl auch
Wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen”, sagte Benedikt XVI. vor 15.000 Priestern auf dem Petersplatz. (Dolomiten und NWZ, 12.6.2010) Damit tat Ratzinger es dem österreichischen Aktionskünstler Otto Mühl (84) nach. Dieser war 1991 wegen Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch Minderjähriger sowie Drogenmissbrauch verurteilt und sieben Jahre eingesperrt worden. Einen Tag vor dem Papst entschuldigte sich der Verfechter derfreien Liebe” bei seinen Missbrauchsopfern. (Dolomiten 11.6.2010)

Ratzinger entschuldigt sich und gebraucht starke Worte, um davon abzulenken, dass er Kinderschänder nicht exkommuniziert. So sagte er: “So sehen wir das Geschehene als Auftrag zur Reinigung anAuch die Kirche muss den Stock des Hirten gebrauchen, mit dem sie den Glauben schützt gegen die Verfälsche, gegen die Führungen, die Verführungen sind. Gerade der Gebrauch des Stockes kann ein Dienst der Liebe sein.” (Dolomiten 12.6.2010) Was die italienische Zeitung “La Stampa” bewogen hat, dazu folgenden Titel zu machen, bleibt uns schleierhaft: “Il Papa: il bastone contro i pedofili.” Und folgendes Papst-Zitat finden wir in der von APA wiedergegebenenKathpress-Dokumentation nicht: “Satana agisce tramite il clero indegno, più selezione nei seminari”. (12.6.2010, p. 22)

Wenn ein Kleriker eine Frau zur Priesterin weiht, sollen sie exkommuniziert werden, weil es sich um eineschwerwiegende Straftathandele. Dies sehen die neuen Regeln der Glaubenskongregation überschwerwiegende Deliktevor, die Kardinal William Levada (nicht Papst Ratzinger) unterzeichnet hat. Wer aber Kinder sexuell missbraucht, wird nicht exkommuniziert. Ihm drohen nur Absetzung oder Entlassung aus dem Klerikerstand. (Südwestpresse 16.7.2010 dpa/epd)

Jesuiten: Kein Ausschluss. Rektor Klaus Mertes hat den sexuellen Missbrauch am Berliner Canisiuskolleg bekannt gemacht. Jetzt sagt der Jesuit in einem Interview: “Keinen Zweifel gibt es bei uns, dass Mitbrüder, die schuldig curde, weiter zur Gemeinschaft gehören. Wir können das Schwarze aus unserer Gemeinschaft nicht einfach verstoßen, um gut dazustehen.” (Südwestpresse 31.8.2010 Elisabeth Zoll) Wohl nie die betreffende Stelle bei Paulus gelesen, zumindest nicht für voll genommen.

Neue Leitlinien der Deutsche Bischofskonferenz: Kein Ausschluss. 42. Die betreffende Person wird nicht in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im kirchlichen bereich eingesetzt. (Südwestpresse 1.9.2010) Auf deutsch: Der Pädophile wird nicht aus der Kirche ausgeschlossen, sondern irgendwo anders eingesetzt.

 

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