ETIKA

NOTWEHR

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3.9.2002

91N8

Selbstverteidigung

 

Die rechtliche Lage

Juristen: Notwehr ist erlaubt. Paragraf 32 des deutschen Strafgesetzbuches. Jura-Professor Bernhard Hartung von der Universität Rostock: "Wenn man zu Unrecht angegriffen wird, darf man sich mit allen Mitteln verteidigen. Natürlich soll man sich möglichst angemessen verteidigen. Im Extremfall darf ich sogar jemanden töten, wenn mein eigenes Leben bedroht ist." Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar. Immer ist es wichtig, so früh wie möglich zu handeln. Von Vorteil ist es, selbstbewusst aufzutreten. (D 3.4.2002 dpa/gms)

Wortlaut des Gesetzes (möglicherweise hat sich nachfolgender im "Taschenbuch für Wehrausbildung", Bonn, 1963, C 71, S. 11, veröffentlichte Text geändert, aber der Kern dürfte weiterhin seine Gültigkeit haben):

 

§ 53 Strafgesetzbuch lautet:

(1) Eine strafbare Handlung ist nicht vorhanden, wenn die Handlung durch Notwehr geboten war.

(2) Notwehr ist diejenige Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwehren.

(3) Die Überschreitung der Notwehr ist nicht strafbar, wenn der Täter in Bestürzung, Furcht oder Schrecken über die Grenzen der Verteidigung hinausgegangen ist.

 

§ 54 StGB lautet:

"Eine strafbare Handlung ist nicht vorhanden, wenn die Handlung außer dem Falle der Notwehr in einem unverschuldeten, auf andere Weise nicht zu beseitigenden Notstande zur Rettung aus einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben des Täters oder eines Angehörigen begangen worden ist."

 

Wenn es uns die Zeit erlaubt, werden wir gelegentlich hierzu Beispiele bringen.


Tips und Übungen A

Ein paar nützliche Hinweise aus dem kleinen Büchlein
Selbstverteidigung
Anleitung zur Abwehr von Überfällen
von Oskar Creutzmann
mit 13 Abbildungen von Theda Tielking
Lehrmeister-Bücherei Nr. 995
Albrecht Philler Verlag, Minden, ohne Jahr, alle Rechte vorbehalten

S. 11 Niemals die Ruhe verlieren! Wenn Flucht unmöglich, Gegenstand durch Fenster oder dem Verbrecher ins Gesicht werfen, gellende Hilferufe. Finten anwenden, bluffen. Am Gegner vorbeisehen, als ob jemand zu Hilfe kommt, und blitzschnell handeln.

Sich wehren mit allen Mitteln. Kratzen, beißen, Finger verdrehen, Erde oder Sand in Augen werfen. Mit Wucht in den Unterleib treten.

Wenn Gegner Pistole hat, geballte Faust in Auge, gleichzeitig mit Handkantenschlag Waffe aus der Hand schlagen, aufheben, außer Reichweite, bei erneutem Angriff schießen.

Empfindliche Körperteile:

Schläge mit Handkante gegen Nasenwurzel, Oberlippe, Kehlkopf oder Genick (kann tödlich sein), Halsschlagader. Kinnhaken. Druck mit beiden Daumen in Höhle hinter den Ohren. Faustschlag (Daumen außerhalb) in Magen. Handkantenschlag von oben nach schräg unten in die Nieren. Tritt in die Hoden. Mit Fußspitze gegen Schienbein. Mit Hacken auf Zehen. Beinstellen. Daumen unter Nase, damit Gegner Griff löst. An Haaren ziehen. Handgelenk verbiegen. Mit Fußsohle nur direkt von vorn auf Knie. Den grausigen Augenstoß möglichst vermeiden.

Übungen:

Handkante stählen: täglich 2 Minuten auf Kissen, später auf Matratze, dann Decke über Tisch, dann Tisch schlagen. Faustschläge an Kissen üben.


Übungen B

Dem oben erwähnten Taschenbuch für Wehrausbildung verdanken wir auch eine nützliche Anleitung zum "Nahkampf ohne Waffen". Da geht es im Kapitel F 25 auf den Seiten 1 bis 8 um folgende Themen:

1. Befreiungsgriffe
a) Umklammerung beider Hände
b) Umklammerung einer Hand
c) Umklammerung des Halses von vorn mit beiden Händen
d) Umklammerung des Halses von vorn mit einer Hand
e) Umklammern von hinten
f) Schwitzkasten von der Seite
g) Rumpfklammern von vorn unter dem Einschluß der Arme
h) Rumpfklammern von hinten unter Einschluß der Arme

2. Transportgriff

3. Abwehr gegen Boxer

4. Handkantenschläge

5. Abwehr gegen Messerstiche: von oben, von unten, in Bodenlage

6. Abwehr gegen Pistole

7. Abwehr gegen Stock oder kurzen Spaten


Übungen C

Noch um einiges nützlicher ist das gleichermaßen benannte Kapitel in dem Buch von W. Ebeling und H. Engelbrecht: Kämpfen und Durchkommen, wehr & wissen, Koblenz/Bonn, 1976. Dort werden auf den Seiten 137 bis 159 viele Übungen mit Wort und Zeichnung vorgestellt. Eine Auswahl:

Fallübungen: vorwärts, rückwärts, seitwärts

Transportgriffe:
- Komm-mit-Griff
- Geschulterter Armhebel
- Schweizer Drehgriff

Nahkampf gegen unbewaffneten Gegner:
Standkampf:
- Langer Armhebel mit Fußschlag
- Handschraube mit Fußschlag
- Amerikanische Krawatte (2 Arten)
- Hüftwurf
- Wendeschwung
- Doppelter Armhebelwurf
- Kreuzhebelwurf
- Offener Schulterwurf
- Einfacher und doppelter Kopfwurf
- Armfaller
- Stauchwurf
- Stauchsitz
- Stauchrolle
Bodenkampf:
- Kreuzwürge
- Knöchelschraube
- Armschlüssel

 

Nahkampf gegen bewaffneten Gegner
Stock- und Spatenabwehr:
- Schulterrad
- Armhebel mit Wendeschwung
- Schlagschere

Messerabwehr aus dem Stand:
- Rückwärtiger Hüftwurf
- Handgelenkhebel einhändig gefangen
- Kreuzfang rechts oder links gefangen
- Schlagschere

Messerabwehr am Boden:
- Messerparade rechts oder links gefangen
- Armschlüssel

Pistolenabwehr:
- Fußschlag
- Doppelter Handkantenschlag
- Handschraube
- Fingerhebel

Karabinerabwehr:
- Gewehrwelle
- Gewehrhebel
- Doppelter Beinzug
- rückwärtiger Stauchwurf

Soweit eine Übersicht aus dem empfehlenswerten Buch "Kämpfen und Durchkommen".


Übungen D

 

(sobald wir die verlegte Schrift gefunden haben)

Vorstehendes nur als Anhaltspunkte. Dem um seine Sicherheit besorgten Leser empfehlen wir, sich in der einschlägigen Fachliteratur zu informieren.

Diese Methoden dürfen nur zur Selbstverteidigung verwendet werden.
Wer sie zu einem ungerechtfertigten Angriff missbraucht, dem werden sie zum Fluch.

Bund der Gerechten

Index 9