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21.2.2000

98B2

Der Held aus Proveis

Text und Foto:
Rainer Lechner

Das Hochzeitsbild von Leonhard Dallasega

Das Leben in Proveis (1400 m), dem letzten Dorf Südtirols an der Sprachgrenze zum Trentino, ist härter als anderswo. Seit Jahrhunderten trotzen die Bauern auf ihren kleinen, teils steil gelegenen Höfen mit den Schindeldächern und gemauerten Rundbögen allen Herausforderungen. Freilich rüttelt der Zeitgeist gewaltig an den Türen der uralten Bauernhäuser, stürmt Neues auf die Sinne und Herzen der Menschen hier ein. Doch die meisten fremden Einflüsse prallen an der unerschütterlichen Treue zum Ererbten, dem nicht spaltbaren Kern dieser Tiroler Bauernseelen ab wie die Winde an einer Felswand. Hier erlebt der Fremde noch das alte Tirol — einfache, bescheidene, vom Glauben geprägte Menschen und eine unzerstörte Hochgebirgslandschaft.

So habe ich 1983 im Reimmichlkalender Proveis beschrieben, und heute gilt der Gedanke einem seiner tapfersten Söhne.

Leonhard Dallasega (der frühere Name Andersag ist unter dem Faschismus italianisiert worden) muß mit 19 Jahren zum italienischen Heer. Im Abessinienkrieg erkrankt er 1936 an Typhus und wird entlassen. Anschließend findet er eine Arbeit in Bayern. 1939 muß sich die Familie wie alle Südtiroler entscheiden, ob sie die Heimat verlassen und in den Osten Deutschlands auswandern oder das Volkstum aufgeben und Italiener werden will, wobei eine Aussiedlung nach Süditalien im Raume steht. (Nur zwei gott- und menschenverachtende Verbrecher wie Hitler und Mussolini konnten sich ein solch teuflisches Abkommen ausdenken.)

Die Familie optiert wie die Mehrheit der Südtiroler für Deutschland, doch zögern menschlicher fühlende deutsche Dienststellen die von den Politikern beschlossene Umsiedlung hinaus. 1941 heiratet der 28jährige Leonhard in Deutschnofen. Vier Kinder kommen zur Welt; die Zwillinge sterben, ohne daß der Vater es weiß, zwei Wochen nach ihrer Geburt am 10. und 14. Februar 1945.

Der Sohn Ewald sowie Lorenzo Dalponte, Nachkomme Trentiner Tiroler Schützen, berichten über die weiteren Ereignisse:

Nach der Kapitulation Italiens vom 13. September 1943 wird Oberitalien von den deutschen Truppen besetzt, und Südtirol, Trentino und Belluno kommen unter deutsche Verwaltung. Im Frühjahr 1943 wird Leonhard nach Bozen einberufen. Im Oktober muß er in Innsbruck mit vorgehaltener Pistole seine Eingliederung in die Waffen-SS unterschreiben. Nach zehnwöchiger Ausbildung im schwäbischen Münsingen wird er mit seiner Kompanie nach Italien verlegt. In Caldiero bei Verona wird der sprachkundige Leonhard als Briefträger — wie üblich mit Fahrrad — und Chefkoch eingesetzt. Er betet als einziger jeden Abend den Rosenkranz, ist immer freundlich und hilfsbereit.

 Als die Front zusammenbricht, tritt seine Kompanie den Rückzug über die Provinz Vicenza an, da die Alliierten schon vor Verona stehen. Leonhard zieht es vor, allein über die Berge zu fliehen, da er hofft, der amerikanischen Gefangenschaft entgehen zu können. Am 26. April 1945 gelangt er in die Umgebung von Giazza und übernachtet in einer Holzbaracke. Sein schwarzes Fahrrad läßt er im Dorf stehen.

Giazza heißt auf deutsch Ljetzan und ist die letzte deutsche Sprachinsel im Süden. In der Zeitschrift "Taucias Gareida" (deutsches Gerede) und in dem vergriffenen Buch von Dr. Bernhard Wurzer "Die deutschen Sprachinseln in Oberitalien" erfährt der Interessierte manches über die Herkunft der Bewohner.

Am andern Morgen, dem 27. April: Leonhard Dallasega wird in Giazza von einer etwa 100 Mann starken deutschen Abteilung aufgegriffen, die aus Verona kommt. Im Illasital ist sie von italienischen Partisanen beschossen worden. Es handelt sich um Fallschirmjäger, Panzerbesatzungen (oder Panzergrenadiere?) und einige SS-Leute (vermutlich Waffen-SS). Sie wollen zum Perticapaß (1500 m) und von dort durch das Ronchital nach Ala ins Etschtal absteigen.

Eine Gruppe von Partisanen aber will die Deutschen schon vor Giazza aufhalten und entwaffnen. Der Ortspfarrer, Don Domenico Mercante, erkennt die Gefahr, die dem Dorf droht. Erst versucht er die Partisanen von einem Überfall abzuhalten, und dann begibt er sich mit einem Forstaufseher zu den deutschen Soldaten und bittet sie, das Dorf zu verschonen.

Die Wehrmachtsangehörigen trauen den beiden Parlamentären nicht, zumal der Waldhüter eine Pistole trägt, und nehmen sie als Schutzschilde mit — in der Hoffnung, von den Partisanen in Ruhe gelassen zu werden.

In einer Kurve nahe dem Friedhof von Giazza springt plötzlich der Partisanenanführer Beniamino Nordera vor die Kompanie: "Ergebt euch, oder meine Kameraden, die im Wald versteckt sind, erschießen euch!" Eine Salve aus einer Maschinenpistole streckt ihn nieder. Aus dem Wald kommen Schüsse. Der Forstaufseher nutzt die allgemeine Aufregung zur Flucht.

Don Mercante wird wegen des Überfalls verdächtigt, gemeinsame Sache mit den Partisanen zu machen. Obwohl ihm der Hauptmann das Ehrenwort gegeben hat, er würde ihn auf dem Perticapaß freilassen, muß er die Truppe weiter begleiten. Die Sonne brennt vom Himmel, und der Weg ist steinig. Insgesamt sind an die 40 Kilometer und zirka 1600 Höhenmeter zu bewältigen.Um fünf Uhr nachmittags wird nach einem Gewaltmarsch die Fraktion San Martino Pilcante kurz vor Ala erreicht.

In Ala meldet der Kompaniechef den Pfarrer der dortigen Feldgendarmerie: Es handle sich um einen Partisanen. Zu jener Zeit sind in Ala eine SS- und eine Fallschirmjägereinheit stationiert. Der Kommandant der SS-Einheit ist Obersturmbannführer Schindelholzer aus Österreich.

Einem Bericht der Südtiroler Tageszeitung "Dolomiten" vom 20. 8. 1959 zufolge wird dem Kompaniechef der Fallschirmjäger darauf Bescheid gegeben, nach eigenem Gutdünken mit dem Gefangenen zu verfahren. Der Offizier gibt, gegen 15 Uhr am 27. April, den Befehl zum erneuten Abmarsch nach Norden. An der Kreuzung San Martino di Ala läßt er vor einem Bombenkrater haltmachen und ordnet die Erschießung des Geistlichen an.

Das Exekutionskommando (so E. Hofer in den "Dolomiten" vom 14. 3. 1990) hat bereits Position bezogen, als der SS-Obergefreite Leonhard Dallasega sich weigert, daran teilzunehmen. Er sagt, einen Unschuldigen zu erschießen sei Mord. Als er sich nach wiederholtem Befehl immer noch weigert, wird er vom Kommandanten gefragt, ob er so spreche, weil er Katholik sei. "Ja, ich bin Katholik und habe Frau und vier Kinder; aber lieber sterbe ich, als auf einen Priester zu schießen."

Wegen Befehlsverweigerung wird Leonhard Dallasega zum Tode verurteilt und muß noch mitansehen, wie Don Mercante hingerichtet wird. Dann kommt der Soldat und Familienvater aus Proveis an die Reihe. Seine Dienstgradabzeichen werden heruntergerissen und seine Ausweise weggeworfen, um eine Identifizierung unmöglich zu machen.

Aufrecht, in mutiger Haltung, mit über dem Nacken gekreuzten Händen (so Dalponte) wiederholt er fassungslos: "Aber ich habe vier Kinder". Dann fallen die tödlichen Schüsse. Der Südtiroler stürzt in den Bombentrichter, neben den bereits leblosen Körper des Priesters. Man läßt die Leichen liegen und schüttet ein paar Schaufeln Erde darüber. Bauern häufen dann über die Toten Steine in Form eines Kreuzes.

Zeugen des Kriegsverbrechens sind außer den Beteiligten auch der damals 38jährige Giuseppe Pedrinolla und seine Frau sowie der Weinhändler Vittorio Martinelli.

Don Mercantes sterbliche Überreste werden später zurückgebracht nach Giazza/Ljetzan. Der unbekannte deutsche Soldat wird in Ala beerdigt. Immer liegen Blumen auf seinem Grab. Im Jahr 1956 wird er dann auf den Soldatenfriedhof nach Meran gebracht. Sein Grabstein hat die Nummer 1018.

Der Prälat Monsignore Luigi Fraccari nimmt 1979 Nachforschungen auf. Er entdeckt nach langem Suchen, um wen es sich handelt: um den am 14. Oktober 1913 geborenen Leonhard Dallasega aus Proveis am Deutschnonsberg. (Nach der uns von P. Walter Marzari vorgelegten Taufmatrikel der Pfarre Marcena di Rumo ist er nicht, wie vielerorts angegeben, am 15. Geboren.)

Fraccari stößt auch auf folgende Einzelheit: "Als Leonhard Dallasega zusammen mit Don Mercante in Ala erschossen wurde, wurde er vorher degradiert und ohne jegliches Erkennungszeichen hinterlassen. Auch das SS-Plättchen mit der Nr. 725 Mil Arm, wovon ein zweites existiert, wurde ihm abgenommen. Sein Kreuz, Erinnerung an seine erste heilige Kommunion, und ein schwarzer Rosenkranz wurden nicht berührt. Seine Witwe Maria Dallasega, die in Sopramonte (Trentino, Anm. unterhalb von Proveis) wohnt, hat das gleiche Kreuz aufbewahrt."

Das Auffinden und die Heimführung des "Kriegshelden aus Proveis" nach Südtirol gleichen einer Odyssee. Die Einzelheiten sind in der Broschüre des Sohnes Ewald "Der Held von Giazza" und im Reimmichlkalender von 1989 nachzulesen. Sein Sohn sagt mit vollem Recht:

"Dieser Soldat, damals kannte niemand seinen Namen, hat mit seinem stillen und selbstlosen Heldentum mehr für sein Vaterland getan, als Botschafter, Reden und Freundschaftsversicherungen es je zu tun vermögen." Und er schließt seine Schrift mit dem Gebet:

 Dort stehen die Namen
der Opfer der Pflicht.
Sie starben im Kriege,
vergesset sie nicht!
Sie gaben der Heimat
ihr Leben, ihr Blut.
Gar mancher verlassen
im Feindesland ruht.
Dort stehen die Namen
gemeißelt in Stein.
Zur ewigen Mahnung
Gebet soll es sein.

 

Möge die heutige Generation von Leonhard Dallasega, diesem mutigen Südtiroler Märtyrer, lernen: Gewissen und Glaube stehen höher als alles andere. Der einfache, gläubige Familienvater aus Proveis sei uns leuchtendes Beispiel!

Nachbemerkungen:

Auf dem Perticapaß und an der Kreuzung bei San Martino, wo die Erschießung stattfand, erinnern Gedenktafeln an das Geschehene.

Mit Frau Josefina Thaler, einer entfernten Verwandten des unschuldig hingerichteten Proveisers, suchte ich Anfang Juli 1988 die damaligen Stätten auf und machte Fotos für den von Fredi Wurzer und seinem Vater gestalteten Reimmichlkalender. In Ala hörten wir, daß die Zeugen inzwischen verstorben seien. In Meran, wo am Seelensonntag 1989 unter Beteiligung des Vereins zur Pflege des deutsch-österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhofs und des Südtiroler Kriegsopfer- und Frontkämpferverbandes das Grabkreuz Dallasegas neu geweiht wurde, schrieb ich ins Buch: "Mögen die Mörder bereuen und Buße tun." Nur andeuten möchte ich, daß die Gerechtigkeit anscheinend ihren Lauf genommen hat.

Quellen: Ewald Dallasega: Der Held von Giazza (im Eigenverlag), 56 Seiten, bebildert. - Lorenzo Dalponte: Der Held von Giazza — ein Märtyrer des Gewissens, im Reimmichlkalender 1989, S. 71 -77. - Zeitungsartikel: Giancarlo Angelini in "L_Arena", Verona, 12. 5. 1985: L´Eroe non è più ignoto. - "Volksbote", Bozen, 20. 6. 1985. - "Kath. Sonntagsblatt", Bozen, 12. 11. 1989. - "Dolomiten", Bozen, 7. 11. 1989, 14. 3. 1990. - Erinnerungen von Proveisern. - Angeblich hat auch der Schriftsteller Herbert Kranz die Geschichte in seinem Buch "Der Engel schreibt´s auf" (Verlag Josef Knecht, Frankfurt am Main 1963) wiedererzählt.


Zweifel

1999 brachte der Eucharistinerpater Walter Marzari, aus dem "Lehrerhäusl" in Proveis stammend, die 2. und stark erweiterte Auflage seines Proveis-Buches heraus, und zwar unter dem Titel

Proveis am Deutschnonsberg und Kurat Franz Xaver Mitterer

Contiene cenni storici in lingua italiana
Herausgegeben von der Österreichischen Landsmannschaft Wien
Das Buch kann in Proveis unter Tel. 0463/530.434 oder beim Autor selbst in Meran erworben werden

Eine wertvolle Fundgrube!

Wir zögern nicht, die vielsagende Vorbemerkung des Autors (ab Seite 538) zu unserem in den "Dolomiten" vom 24. März 1995, Nr. 70, Seite 5, abgedruckten Artikel wiederzugeben, zumal wir uns an die Zurückhaltung erinnern, als wir im Ort selbst recherchierten:

Eigentlich müßte diese Persönlichkeit in einem eigenen Werk gewürdigt werden. Der Verf. dieses Buches muß gleich zwei Dinge ehrlich zugeben: erstens hat er - sogar als Cousin des Dallasega Leonhard - nie etwas Genaueres von ihm gehört, wenn auch die Mutter von diesem Mann ihre eigene Einstellung hatte. Ihre Erklärung zum tragischen Ende dieses Proveiser Soldaten gab sie aber erst später preis, als eben die Zeitungen immer öfter vom Heldentod dieses endlich identifizierten "unbekannten deutschen Soldaten" berichteten.

Zweitens muß der Autor zugeben, sich in der Vergangenheit nie mit diesem großen Unbekannten befaßt zu haben. Deshalb war es ursprünglich auch nicht beabsichtigt, in dieser zweiten Auflage des "Mitterer-Buches" (Anm.: die erste erschien 1969 im Verlag Brüder Hollinek, Wien) etwas über ihn zu schreiben. Weil aber seit Dez. 1995 in Proveis an der Wand des Pfarrhauses ein bescheidenes Denkmal an Leonhard Dallsega erinnert, und weil der Autor das Glück hat, erstmals den letzten Brief, den Leonhard fünf Tage vor seinem Tod nach Hause geschrieben hat, im Original zu veröffentlichen, soll ein kurzer Abschnitt über diese Ereignisse eingefügt werden. Diese Texte und Tatsachen stammen jedoch nicht vom Autor selbst, sondern sind anderen Druckwerken entnommen. Sie geben die Meinung der betreffenden Schreiber wider. Einzig der abgedruckte Brief kann als wissenschaftlich unwiderlegbare Quelle gelten.

Vielleicht gelingt es dem Autor, in nächster Zeit den noch lebenden italienischen Prälaten Luigi Fraccari im Veronesischen zu kontaktieren. (Anm.: Wir sind gespannt darauf, ob es gelingt und neue Informationen auftauchen.) Dieser Mann hat in mühevoller Kleinarbeit im Laufe vieler Jahre die Mosaiksteinchen zusammengetragen und jene Tatsachen offengelegt, welche Mons. Lorenzo Dalponte (italienisch) und der einzige Sohn des Leonhard, Ewald Dallasega, sowie einige Zeitungsredakteure veröffentlicht haben. Mehr kann zur Zeit nicht gesagt werden. Die folgenden deutschen und italienischen Berichte sind für den fragenden Betrachter, der vor der steinernen Rosenkranzsklupltur auf dem Dorfplatz von Proveis steht, geschrieben.

"Der ,Kriegsheld´ aus Proveis - Leonhard Dallasega schoß nicht auf den Priester von Giazza - Soldat als Märtyrer"
Proveis - Auf 1400 Meter Meereshöhe liegt Proveis, das letzte Dorf Südtirols an der Sprachgrenze...
(Dolomiten vom 24. März 1995, von Rainer Lechner)

Es folgt auf 5 Seiten jener Originalbrief samt Umschlag, den Leonhard Dallsega am 22. April 1945 nach Hause geschrieben hat. Er wird verwahrt von seinem Sohn Ewald Dallasega in Meßkirch, Deutschland.

G.U. 22.4.45 11h Vorm.

Meine lieben alle!

Da ich soeben gehört habe, das es wieder eine Gelegenheit gibt einen Brief nach Meran zu schiken will ich es nicht versäumen. Habe gestern Deinen lb. Brief Maria vom 15.4. mit Freuden erhalten, denn innigsten Danck dafür. Habe daraus vernommen, das Ihr alle soweit gesund seit, was mich sehr freut. Mir geht es Gesundheitshalber auch gut, und sonst kannst Du dir so halbwegs schon einen Begriff machen wie mir ist, ich brauch nicht weiteres zu Schreiben. Habe gestern auch das Gesuch was ich gemacht hatte zurückerhalten, mit der Bemerkung, das sogar bei Todesfälle oder grössten Bombenschaden keinen Urlaub mehr gibt, ich muss eine Dienstreisse abwarten, also wenn eine Dienstreise einmal ist dann hoffe ich kommen zu können.

Es ist wirklich hart, ich hab mich zuviel gefreut, aber wer weiß für was das auch gut ist.

Hoffentlich bekommt Ihr den Brief wo ich euch geschrieben habe das ich Stoff nach Meran Obermais bei Frau Helene Karlegger Winkelweg geschickt habe, vergesst selben nicht abzuholen. Wenn ich das Glück habe noch einmal Zivilist zu werden lass ich mir einen Winter Anzug machen. Ich hätt noch was da aber ich bin Froh wenn ich leer mit heiler Haut davonkomme. Es ist oft fürchterlich hier Nervenbetäubend. Nun kommen sie wieder die - Aluminium Vögel.

Werde nun für heute mein Schreiben beenden, ein anderes mal. Seid alle einzeln recht Innig und Aufrichtig geküsst

von eueren
Leonhard.
Viele Busi an Lisl u. Ewald.
Grüsse an die Nachbarn

Umschlag: Feldpost
Frau Dallasega Maria
Proveis
Kreis Meran - Nonsberg
Südtirol
Stempel Dienststelle Feldpostnummer 44190
SS-Rottf. Dallasega (SS-Zeichen)
- 44190 -
DL

Auf den Seiten 583 - 595 folgt eine italienische Zusammenfassung mit der Fußnote am Schluß:

Articolo apparso recentemente nell´opuscoletto di Msgr. Lorenzo Dalponte col titolo: "Chicchi di grano, fraternità, eroismo, testimonianza, vita, morte" Trento 1999, 23-28.

Daraus geht hervor, daß der am 14.10.1913 in Clasett geborene Leonhard Dallsega wie viele andere nur vier Klassen Volksschule besucht hat, wo zwangsweise italienisch unterrichtet wurde und sogar das Wort Tirol verboten war, und wie die übergroße Mehrheit der Südtiroler bei der Option 1939 für das Dritte Reich gestimmt hat, um der faschistischen Unterdrückung zu entgehen.

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