ETIKA

CHRISTENVERFOLGUNG

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21.8.2002

99CV21

Strategien

 

Durch Zufall sind wir beim Durchblättern eines militärischen Werkes auf eine geradezu prophetische Darstellung der Christenverfolgung gestoßen, die vielerorts schon begonnen hat. Ein Schweizer Offizier hat sie verfasst.

Nachdem er die Grundsätze des individuellen, kollektiven und operativen Terrors geschildert hat, den eine Besatzungsmacht begehen kann, widmet er mehr als zwei Seiten (146 - 148) dem Kirchenkampf. Einiges davon dürfen wir dem Leser nicht vorenthalten.

 

Der totalitäre Gegner, schreibt Major H. von Dach, werde "mit großer Verschlagenheit zu Werke gehen und die Entchristlichung des Lebens etappenweise durchführen", um sie ",kalt´ zu erledigen". Er werde sie anschwärzen, verächtlich machen, den kirchlichen Betrieb getarnt stören und die Christen schließlich offen und direkt verfolgen. Um keine Märtyrer zu schaffen, werde er Geistlichen Vergehen unterschieben, damit er sie als Verbrecher darstellen kann. (Immer aus dem Buch von Major H. von Dach: Der totale Widerstand, Kleinkriegsanleitung für jedermann, 3. Auflage 1966, 14. - 21. Tausend. Nr. 4 der Schriftenreihe des Schweizerischen Unteroffiziersverbandes)

 

 

In der ersten Verfolgungswelle kommt es laut Verfasser unter anderem zu nachstehenden Maßnahmen gegen die Kirche:

-        Schikanen aller Art (z. B. Stromdrosselung)

-        Erschwerung des Kirchgangs (schwarze Liste)

-        Entfernung christlicher Symbole wie Kreuze

-        Abschaffung des Religions-, Firm- und Konfirmandenunterrichts

-        Krieg gegen christliche Institutionen

-        Erhebung hoher Gebühren für kirchliche Eheschließungen, Taufen, Begräbnisse

-        Auflösung religiöser Vereinigungen

-        Verbot religiöser Zeitschriften und Bücher (wir fügen hinzu: Schließung christlicher Internet-Seiten)

-        erst Erschwerung, dann Verbot von Glaubensveranstaltungen und Andachten.

 

Dann wird ein fauler Friede mit der Kirche geschlossen. Eine "Periode des Stillhaltens soll die Wogen der Empörung glätten".

 

Der Autor sieht im Kirchenkampf auch positive Seiten. Mitläufer werden von den wahren Gläubigen geschieden, und die Kirche gewinnt dank ihrer Opferrolle an Bedeutung und Wert bei allen, die den Totalitarismus ablehnen.

 

Unglaublich, wie dieser Offizier vom Glauben geprägt ist. Hätten wir doch nur mehr davon. Er scheut sich nicht, der Kirche folgendes zu empfehlen:

"Die Kirche muß immer wieder darauf hinweisen, dass jede bewusste Missachtung der Gebote Gottes sich früher oder später sicher rächt".

Von welchem Pfarrer haben wir eine solche Botschaft das letzte Mal gehört? Viele Leser sicherlich vor Jahrzehnten!

 

Ja, er geht noch weiter. Die Kirche "muss an allgemeine Pflichten des Christen erinnern, so z. B.

·       der missbrauchten Gewalt zu widerstehen;

·       gottwidrige Befehle nicht zu befolgen".

 

Das heißt in unseren Augen, daß kein Christ gezwungen werden kann, an Bombenangriffen auf die Zivilbevölkerung armer, unschuldiger Völker wie zum Beispiel Afghanistan oder Irak teilzunehmen. Und jene angeblich christlichen US-Militärgeistlichen, die Bomber und Raketen segnen, werden dereinst ihr blaues Wunder erleben.

 

Zum Schluss macht der verdienstvolle Schweizer Major die Kirche darauf aufmerksam, dass sie die Pflicht hat, daran zu erinnern, "dass die Kinder in erster Linie den Eltern gehören und dass diesen das erste Erziehungsrecht zusteht". Wo hat man eindeutige und klare Worte der Kirche, des Papstes, der Bischöfe und Priester gegen die schulische Sexualerziehung gehört? Da kann der so verdienstvolle und papsttreue Freundeskreis Maria Goretti e. V. noch so lang irgendwelche schwammigen, Jahrzehnte alte Formulierungen des gegenwärtigen Papstes bemühen, Tatsache ist, daß eine unchristliche Sexualerziehung unter der Duldung der katholischen Bischöfe erfolgt und dass zum Beispiel bereits in dem ursprünglich christlichen Großbritannien an Schulkinder gratis Kondome verteilt werden. Wenn da der Kirchenkampf nicht schon in Gang ist! Und zwar auf eine perfidere Weise als sie sich der gute Major H. von Dach vorstellen konnte...

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