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ETIKA |
Theologie der Gerechtigkeit |
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9T |
Warum das Böse und das Leiden Unschuldiger?
– Verborgene Gerechtigkeit |
Konzentriert aus
15OE21, 90B7, 90K30 |
Vertraut auf Gott!
Hadert nicht mit Ihm! Jesus selbst enthüllt das Geheimnis des Bösen. Er wird
wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Er verheißt uns Unsterblichkeit
und die vollkommene Freude im Himmel, den Bösen aber die jeweils angemessene
Strafe in der Hölle.
Warum ist denn so
viel Unrecht in der Welt? Aus Gerechtigkeit! Die Frevler dürfen sich
austoben in ihren Lüsten, ihrer Genuß-, Hab- und Machtgier, damit sie das Ihre
gehabt haben. So viele suhlen sich im Pfuhl der Sünden, in Dreck und
Schlamm. Es wird ihnen ergehen wie dem
Reichen, der dem Armen nichts gegeben hat und der nun in der Hölle um einen
Tropfen Wasser fleht und die Antwort erhält:
Denk daran,
daß du schon
zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber
musst leiden. (Lukas
16,25)
Jede Pflichterfüllung, jede freiwillige Entbehrung, jedes Opfer und jedes
geduldig ertragene Leid wird im Himmel tausendfach belohnt. Alle Guten, die
Unschuldigen, die Kinder, die bei Katastrophen sterben usw., werden im Himmel
belohnt für das, was sie hier auf Erden mitgemacht haben.
Verzweiflung - oder Glauben an
die Gerechtigkeit im Jenseits
Nur wer ganz
diesseitig denkt und nicht an Gott glaubt, verzweifelt angesichts der Unfälle,
Krankheiten und Katastrophen; für ihn ist alles sinnlos. Der Christ aber weiß,
daß es Himmel und Hölle gibt. Es muß die Vergeltung im Jenseits geben. Nur mit
dem Glauben kann der Mensch in dieser ungerechten Welt überleben.
Wer Selbstmord
begeht und damit das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten“ bricht, ist dumm und
wird vor Schreck erstarren, denn er steht innerhalb weniger Stunden – ohne weitere
Möglichkeit der Reue und Buße – vor dem Weltenrichter und empfängt sein Urteil
für die Ewigkeit. Ein böser (oder guter) Engel führt ihn unverzüglich in die Hölle
(oder in das Fegefeuer???).
Schau du nicht auf die Masse; die anderen stochern im Nebel, gehen
Irrwege, versinken im Sumpf.
Christen hoffen auf den gerechten Ausgleich. Gott wird richten in
Gerechtigkeit. Oben wird unten, reich wird arm, arm wird reich, der Erste wird
der Letzte und der Letzte der Erste.
Gott hat dem Menschen den freien Willen gegeben. Weil er diese
Gnade missbraucht hat und weiter missbraucht und weil zuvor schon ein Drittel
der Engel gesündigt hat, ist das Chaos in der Welt.
Die wirkungsvollsten Bremsen vor dem Abgrund des Bösen sind zwei: das Leiden sowie die Furcht vor den Folgen
der Sünde (Krankheiten usw.), besonders vor der Hölle. Wir würden sonst
übermütig, gar hochmütig werden und Gott vergessen. Viele Menschen, die keine
Furcht vor der Hölle haben, sündigen hemmungslos, quälen und töten.
Es gibt soviel Unrecht und Leid, damit der Mensch sich für das Gute
entscheiden und sich bewähren kann. Ohne Leiden können wir nicht in die
Herrlichkeit Gottes eingehen.
Die Philosophen
machen viele Worte, aber die Wahrheit ist so einfach wie Gott. Gott ist das
höchste Gut, das alleinige Gute (hl. Franziskus von Assisi). Jesus Christus
will, daß wir ihm nachfolgen, uns lösen von den vergänglichen Dingen der Welt,
eins werden mit Gott.
Sein
Gegenspieler ist der Teufel = griechisch Diabolos = der Durcheinanderwerfer =
derjenige, der die göttliche Ordnung durcheinanderbringt.
Der Mensch ist
Geist und besitzt Geisteskräfte. Wende sie an! Du kannst so viel bewegen mit
dem Gebet. Gedanken
sind stärker als Gewalt,
und Gebete stärker als Gedanken. Wie oft rettet das Gebet aus tiefster Not, aus Seelenqual und
Lebensgefahr! Dies ist der persönliche Beweis für die Existenz Gottes.
Der französische
Philosoph Ricoeur (Il male, Brescia, 2003) verwirft alle Theorien zur Erklärung
des Bösen als unzureichend. Ihm bleibt unerklärlich, warum Gott allmächtig und
seine Güte unendlich sein soll, wenn trotzdem das Böse existiert. Die
natürlichste Erklärung will er nicht wahrhaben. Für den Himmel ist kein
Platz in den Gehirnen der Philosophen, denn ihr Horizont ist begrenzt.
Für uns ist der Himmel das Wichtigste. Er ist unser Ziel. Denn
dort werden wir belohnt für alles Gute, das wir getan haben. Nur die Existenz
des Himmels bietet die Erklärung für das Unrecht und das Leid, das hier auf
Erden den Unschuldigen auferlegt wird, vor allem den Kindern. Es gibt eine
verborgene, künftige Gerechtigkeit, die aus Himmel, Hölle und Fegefeuer
besteht. Ohne den Himmel lässt sich nichts erklären, mit ihm alles.
Gut ist der
Mensch, wenn er den Willen Gottes tut.
Die meisten
Menschen richten sich selbst durch ihre Taten und ihren Unglauben.
Solange unser
Wille nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmt, ist all unser Mühen vergebens.
Das erklärt alles.
Der Nihilismus erklärt nichts.
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Rebellion
gegen Gott und seine Ordnung: Sünde
·
die Summe der
Folgen: Leid und Tod
Das Böse
erscheint in dreifacher Form:
·
Teufel und
Dämonen
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das Böse in
mir als Schwachheit (Hang zu verbotenen Dingen, Genußsucht) oder bewusste
Bosheit (Todsünde, Grausamkeit), als Sünde im Fleisch oder als Sünden des
Geistes: Hochmut, Herrschsucht, Habsucht, Neid usw.
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das Böse in
der Welt
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In Luzifer
entstand der Wunsch, gleich zu sein wie Gott
·
die Schuld
Adams und Evas: Gelüst führt zum Übertreten des Verbotes, als Erbsünde an die
Nachkommen weitergegeben
·
die Folgen
der Abspaltung Luzifers und seines Heeres und die Schuld der ersten Menschen
haben die Unordnung auf der Welt hervorgerufen, die unendlichen Verlockungen
und Versuchungen, die von Gott ablenken und keinen Menschen unberührt lassen
Das Leiden hat immer einen Zweck. Es ist ein Mittel in der Hand Gottes.
Pater Petrus Pavlicek OFM unterscheidet (Handbuch des einfachen Lebens, Kapitel
34):
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das Leiden
als Strafe: Gott hat ein Recht, Genugtuung zu verlangen
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das Leiden
zur Läuterung: Gott will den Menschen von einem sündhaften zu einem
heiligmäßigen Leben führen
·
das Leiden zur
Bewährung: Es soll den Menschen in seiner Demut, Beharrlichkeit zum Guten und
Treue zu Gott prüfen und festigen
·
damit die
Menschen reifen, besser und vollkommener werden (oben erwähnt als Läuterungs-
und Bewährungsleiden)
·
damit die
Mitmenschen Mitleid haben, helfen und sich damit retten können: Rettung von
Seelen
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damit
unschuldige Kinder (die von Herodes abgeschlachteten ebenso wie die Opfer des
Tsunami) sowie Märtyrer die leerstehenden Throne der gefallenen Engel im Himmel
besetzen können: Belohnung im Himmel für erlittene Not und Unrecht
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damit die
Bösen sich austoben und gegen Gott entscheiden können: Entlarvung der Kinder
Satans und Rechtfertigung der Hölle
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Unnötiges
Leid bekämpfen
Es hindert uns, unseren
Auftrag zu erfüllen. Also sollen wir zum Beispiel durch einfaches, gesundes
Leben Krankheiten vorbeugen.
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Unvermeidliches
Leid geduldig ertragen
als Bewährung, Prüfung, gerechte Strafe. Hören wir auf den hl. Franziskus von Assisi
in seinem Loblied der Geschöpfe (Sonnengesang):
Gelobt seist Du, mein Herr, durch jene, welche aus
Liebe zu Dir Verzeihung üben, Mühsal mit Geduld und Betrübnis mit Fröhlichkeit
des Geistes tragen.
Selig jene, die ausharren in Frieden, denn von Dir, o Höchster, werden
sie die Krone empfangen.
AIHS 2005
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